Deutschland unterstützt IFAD-Soforthilfe im Rahmen der globalen Nahrungsmittel- und Energiekrise mit 30 Millionen Euro

Von IFAD

Ländliche Gegenden in Entwicklungsländern sind weiterhin übermäßig von den Auswirkungen der weltweiten Nahrungsmittel-, Dünger- und Energiekrisen und globaler Inflation betroffen. Für 2023 wird eine weitere Verschlechterung der Verhältnisse erwartet. Deutschland hat dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) der Vereinten Nationen 30 Millionen Euro für die Krisenbewältigung zur Verfügung gestellt. Die deutschen Mittel werden als Soforthilfe über laufende Programme umgesetzt, um die Lebensgrundlagen der ärmsten Menschen weltweit zu sichern.

Es sind die armen Menschen in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern, die weiter am stärksten unter den vielen sich überlagernden Krisen leiden, die der Krieg in der Ukraine ausgelöst hat, und die verstärkt werden durch eine Zunahme an extremen Wetterereignissen in Folge der Klimakrise. Kleine Nahrungsmittelproduzent:innen, die ein Drittel der weltweiten Nahrung produzieren, wenden bis zu 70 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel für ihre Familien auf und sind schlicht nicht in der Lage, die jüngsten Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie aufzufangen, ihre landwirtschaftliche Arbeit fortzusetzen bzw. einfach zu überleben.

Die Initiative zur Krisenbewältigung (Crisis Response Initiative – CRI), die IFAD im vergangenen Mai gestartet hat, adressiert dringende Bedarfe, die durch die Krise ausgelöst wurden, und ist darauf ausgerichtet, mit IFAD-Darlehen und -Zuschüssen die langfristigen Fortschritte abzusichern, die in den letzten Jahren bei der Entwicklung ländlicher Regionen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen erzielt wurden.

Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: „Deutschland hat unmittelbar auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und dessen gravierende Folgen für die weltweite Ernährungssicherheit reagiert. Im Rahmen unserer G7-Präsidentschaft haben wir das Bündnis für globale Ernährungssicherheit (GAFS) auf den Weg gebracht und wir arbeiten weiter mit unseren internationalen Partnern daran, die am stärksten betroffenen Länder dabei zu unterstützen, ihre Abhängigkeit von Lebensmittelimporten zu reduzieren und resilienter zu werden.“

„IFAD ist bereit, dringend benötigte Unterstützung für Kleinbäuer:innen zu leisten, so dass sie ihre wirtschaftlichen Aktivitäten fortsetzen können und nicht gezwungen sind, auf extreme Bewältigungsstrategien zurückzugreifen, wie das Auslassen von Mahlzeiten oder Flucht. Wir unterstützen arme Familien und Gemeinden und stärken die globale Stabilität während wir durch diesen gewaltigen, von multiplen zeitgleichen Krisen verursachten Sturm navigieren,“ so IFAD-Präsident Alvaro Lario.

Die Maßnahmen des UN-Fonds bauen auf IFADs Erfahrungen aus der Corona-Pandemie auf und zielen darauf ab, Kleinbäuer:innen den Zugang zu wichtigen landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, Treibstoff und Dünger sowie die Finanzierung für unmittelbare Bedürfnisse und den Zugang zu Märkten und Marktinformationen zu ermöglichen. Mit Investitionen in kleinere Infrastrukturmaßnahmen trägt die Unterstützung durch IFAD auch dazu bei, Nachernteverluste zu verringern.

IFAD hat seine Mitgliedstaaten vergangenen Mai dazu aufgerufen, dazu beitragen, dass die erforderlichen umfangreichen Ressourcen mobilisiert werden, um alle 22 in der Initiative als prioritär aufgeführten Länder auf der Grundlage von Bedarfsmessungen abzudecken. Die Niederlande waren das erste Mitgliedsland, das Unterstützung und einen Beitrag von 10 Millionen Euro beim Start der Initiative zugesagt hat. Später sagte Irland 1 Million Euro zu und die Vereinigten Staaten von Amerika kündigten 10 Millionen US Dollar an. Mit dem zusätzlichen Beitrag Deutschlands hat IFAD über 50 Millionen US Dollar eingeworben und ist damit in der Lage, 15 der 22 als prioritär eingestuften Länder zu unterstützen. Die Bemühungen, das Ziel von 100 Millionen US Dollar zu erreichen und damit alle 22 als prioritär ausgewiesenen Ländern sowie weitere auf Hilfsleistungen angewiesene Länder zu unterstützen, werden fortgesetzt.

Seit Gründung von IFAD 1977 hat Deutschland insgesamt 711 Millionen US Dollar an Kernbeiträgen für die Arbeit von IFAD zu Klimaschutz, Geschlechtergerechtigkeit, Ernährungs- und Energiesicherheit und zur Schaffung von gerechten und nachhaltigen Ernährungssystemen zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus hat Deutschland Darlehen von bis zu 800 Millionen Euro durch die deutsche Entwicklungsbank KfW zur Verfügung gestellt. Und mit seinem jüngsten Beitrag hat Deutschland insgesamt 167 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln außerhalb der Kernbeiträge zur Verfügung gestellt, um die Entwicklung inklusiver nachhaltiger Wertschöpfungsketten, Klimaschutz und Jugendbeschäftigung zu unterstützen.

Die deutschen Beiträge ermöglichen es IFAD, ungefähr neun Länder zu unterstützen. Dazu können gehören: Jemen, Mosambik, Haiti, Äthiopien, Burundi, Madagaskar, die Zentralafrikanische Republik, Malawi, Tschad und Niger.

Die Initiative koordiniert ihre kurzfristige Wirkung mit anderen jüngst entstandenen Initiativen wie der Food and Agriculture Resilience Mission (FARM) und dem G7 Bündnis für globale Ernährungssicherheit (GAFS).

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