Starker Abwärtstrend für gesamte Regierung, Baerbock am beliebtesten

Von IPSOS

Hamburg, 14. September 2022. Die Zustimmungswerte von Bundeskanzler Olaf Scholz und seiner Ampelregierung sind im September auf einen neuen Tiefstand eingebrochen. Konnten Scholz und sein Kabinett im Juli noch klare Gewinne verzeichnen, sind heute nur noch wenige Deutsche von der Arbeit ihrer Regierung vollends überzeugt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Neben Scholz zählen Vize-Kanzler Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner zu den größten Verlierern im Bundeskabinett. Aber auch die restliche Ministerriege genießt derzeit deutlich weniger Rückhalt in der Bevölkerung als noch in den Vormonaten.

Massiver Zufriedenheitseinbruch bei Scholz und Regierung

Nur noch 16 Prozent aller Wahlberechtigten geben an, mit der Arbeit des Kanzlers sehr zufrieden zu sein. 41 Prozent bewerten seine Leistung auf einer Zufriedenheitsskala von 1-10 sogar mit den niedrigsten Werten 1-3. Bezüglich der Netto-Zufriedenheit, also der Differenz zwischen denjenigen, die sehr zufrieden (8-10) und sehr unzufrieden (1-3) sind, verzeichnet Scholz mittlerweile einen Wert von -25. Im Vergleich zur letzten Erhebung verliert er damit 19 Prozentpunkte und seit Jahresbeginn sogar ganze 32 Prozentpunkte.

Auch die Bundesregierung als Ganzes muss deutliche Verluste hinnehmen. Lediglich 15 Prozent der Befragten geben an, dass sie die Arbeit der Regierung zuletzt überzeugt hat, 39 Prozent zeigen sich klar unzufrieden. In der Netto-Zufriedenheit (-24) geht es damit für die Ampel seit Juli um 15 Prozentpunkte und seit Januar sogar um 21 Prozentpunkte bergab.

Deutliche Verluste bei Lindner und Habeck

Die Bewertung der einzelnen Bundesminister fällt ähnlich wie bei Kanzler Scholz wesentlich negativer aus als bei der letzten Erhebung. Insbesondere Finanzminister Christian Lindner büßt stark an Zustimmung ein: Nur noch 13 Prozent bewerten die Arbeit des FDP-Vorsitzenden sehr positiv, fast jeder Zweite (46%) drückt große Unzufriedenheit aus. Mit einem Verlust von 22 Prozentpunkten in der Netto-Zufriedenheit (-33) verzeichnet Lindner unter allen Ressortchefs den größten Verlust seit Juli.

Deutlich bergab geht es auch für Wirtschaftsminister Robert Habeck. Obwohl der Vize-Kanzler weiterhin 26 Prozent (-6% seit Juli) der Deutschen von sich überzeugen kann, steigt der Anteil der Unzufriedenen deutlich auf 36 Prozent (+10). Damit sinkt Habecks Netto-Zufriedenheit im Vergleich zur letzten Erhebung zwar um 16 Prozentpunkte auf -10, seit Jahresbeginn verzeichnet er aber trotzdem ein leichtes Plus von 5 Prozentpunkten.

Baerbock trotz Verlusten beliebteste Ministerin

Außenministerin Annalena Baerbock verliert ebenfalls an Zustimmung, bleibt jedoch unverändert die beliebteste Ministerin im Bundeskabinett. Immerhin 28 Prozent (-5) der Wahlberechtigten geben an, mit der Arbeit der Grünen-Politikerin sehr zufrieden zu sein. Etwas mehr als ein Drittel (35%) der Befragten sind nicht von Baerbock überzeugt (+6). Verglichen mit Januar verzeichnet die Außenministerin in der Netto-Zufriedenheit aber weiterhin ein Plus von 16 Punkten, mehr als jeder andere Ressortchef der Ampelregierung.

Lambrecht weiterhin am unbeliebtesten

Obwohl Verteidigungsministerin Christine Lambrecht den starken Abwärtstrend der vergangenen Monate vorerst stoppen kann und als einzige Ministerin seit Juli sogar ein leichtes Plus (+1) erreicht, bleibt sie mit einem Netto-Zufriedenheitswert von -35 weiterhin das unbeliebteste Kabinettsmitglied. Fast die Hälfte (48%) der Befragten ist mit der Arbeit der SPD-Politikerin sehr unzufrieden, lediglich 13 Prozent bewerten Lambrecht klar positiv.

 

Methode
Quotierte Online-Befragung von 1.000 Wahlberechtigten zwischen 18 und 75 Jahren in Deutschland, repräsentativ gewichtet nach Alter, Geschlecht, Bildung, Region und Wahlverhalten bei der letzten Bundestagswahl. Die Befragung wurde zwischen dem 02. und 04. September durchgeführt.

Pressekontakt
Dr. Johannes Kaiser
Ipsos Politik- und Sozialforschung
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Fon: +49 30 3030645 7250
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Auszug aus dem Fragebogen

Wie bewerten Sie, alles in allem, die Arbeit von Bundeskanzler Olaf Scholz und der aktuellen Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP?

Benutzen Sie bitte eine Skala von 1 bis 10, um Ihre Antwort abzustufen, wobei 1 bedeutet, dass Sie mit der Arbeit vollständig unzufrieden sind, und 10 bedeutet, dass Sie damit voll und ganz zufrieden sind.

  1. Bundeskanzler Olaf Scholz
  2. Die Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP

Vollständig unzufrieden 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10 Voll und ganz zufrieden

Weiß nicht
Keine Angabe

Wie bewerten Sie, alles in allem, die Arbeit der einzelnen Ministerinnen und Minister der Bundesregierung?

Benutzen Sie bitte wieder eine Skala von 1 bis 10, um Ihre Antwort abzustufen, wobei 1 bedeutet, dass Sie mit der Arbeit der Person vollständig unzufrieden sind, und 10 bedeutet, dass Sie damit voll und ganz zufrieden sind.

  1. Robert Habeck (Grüne, Wirtschafts- und Klimaschutzministerium)
  2. Christian Lindner (FDP, Finanzministerium)
  3. Nancy Faeser (SPD, Innenministerium)
  4. Annalena Baerbock (Grüne, Außenministerium)
  5. Marco Buschmann (FDP, Justizministerium)
  6. Hubertus Heil (SPD, Arbeitsministerium)
  7. Christine Lambrecht (SPD, Verteidigungsministerium)
  8. Cem Özdemir (Grüne, Ernährungs- und Landwirtschaftsministerium)
  9. Lisa Paus (Grüne, Familienministerium)
  10.    Karl Lauterbach (SPD, Gesundheitsministerium)
  11.    Volker Wissing (FDP, Digital- und Verkehrsministerium)
  12.    Steffi Lemke (Grüne, Umweltministerium)
  13.    Bettina Stark-Watzinger (FDP, Bildungs- und Forschungsministerium)
  14.    Svenja Schulze (SPD, Entwicklungsministerium)
  15.    Klara Geywitz (SPD, Bauministerium)

Vollständig unzufrieden 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10 Voll und ganz zufrieden

Kenne ich nicht
Weiß nicht
Keine Angabe

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One Reply to “Starker Abwärtstrend für gesamte Regierung, Baerbock am beliebtesten”

  1. Leider wird sich auch im Falle eines Regierungswechsels am gegenwärtigen Zustand nichts ändern, denn die GRÜNEN werden die politischen Entscheidungen nach wie vor dominieren, wie sie es auch, ohne der Regierung anzugehören, bereits in der Ära Merkel sehr erfolgreich praktiziert haben. Oder halten Sie den Black Rock Deutschland-Chef und gleichzeitigen Vorsitzenden der „Allerchristlichsten Partei“ für kompetenter ? Nur Vollpfosten dürften diese Ansicht vertreten. Dazu ein Schritt zurück in die Gecshichte des 17. Jahrhunderts: War der sich allerchristlichster König nennende Ludwig XIV (1638 – 1715) wirklich christlich ? Offenbar genauso wenig wie Friedrich Merz heute. Sie kennen ja alle bestimmt das Gleichnis vom Nadelöhr und dem Kamel.

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