Corona-Angst steigt sprunghaft an, Inflation weiterhin größte Sorge der Deutschen

Von IPSOS

Hamburg, 28. Juli 2022. Zum ersten Mal seit Dezember letzten Jahres ist die Sorge der Deutschen vor dem Coronavirus wieder deutlich angestiegen. Nachdem die Corona-Angst der Menschen in den Monaten zuvor kontinuierlich schrumpfte, geben inzwischen wieder 27 Prozent der Bundesbürger Corona als einer ihrer drei größten Sorgen an. Das sind ganze 9 Prozentpunkte mehr als noch im Vormonat Juni. Damit gehört COVID-19 erstmals seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs wieder zu den vier größten Sorgenthemen in Deutschland, so das Ergebnis der monatlich in 27 Ländern durchgeführten Ipsos-Studie »What Worries the World«. Auf den ersten drei Plätzen in der Sorgenskala der Deutschen rangieren unverändert die Themen Inflation (42% | ±0), Armut und soziale Ungleichheit (33% | -5) und militärische Konflikte (29% | -2).

Nur Japaner sorgen sich mehr vor Corona
Im internationalen Vergleich sorgen sich die Deutschen überdurchschnittlich stark wegen des Coronavirus. Global gesehen geben lediglich 14 Prozent der Befragten Corona als eine der größten Besorgnisse im eigenen Land an, auch wenn sich dieser Wert im Vergleich zum Vormonat wieder leicht erhöht hat (+2). Nur in Japan (28%) ist der Anteil derer, die sich große Sorgen wegen einer möglichen Corona-Infektion machen, knapp größer als in Deutschland. In Schweden, Kolumbien und Argentinien besorgt das Coronavirus dagegen nur noch die Wenigsten (jeweils 3%).

Inflation führt Sorgenskala unverändert an
Die mit Abstand größte Sorge der Deutschen bleibt aber weiterhin die Inflation. Wie schon im Juni geben 42 Prozent aller Bundesbürger an, dass ihnen die steigenden Preise große Sorgen bereiten. Dahinter folgt die Sorge vor Armut und sozialer Ungleichheit, die für jeden dritten Deutschen (33%) eine große Rolle spielt. Auch global ist Inflation das Sorgenthema Nummer eins. Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Inflationssorgen sogar nur im Mittelfeld. Am häufigsten sorgen sich momentan Befragte in Argentinien (65%), Polen (59%), Chile (54%) und der Türkei (53%) vor Preissteigerungen.

Deutsche Sorgen unterscheiden sich stark von globalen Sorgen
Auffällig ist, dass viele deutsche Sorgenwerte stark vom weltweiten Durchschnitt abweichen. Vor allem das Coronavirus (+13 Prozentpunkte im Vgl. zum globalen Durchschnitt), militärische Konflikte (+19) oder auch der Klimawandel (+10) lösen hierzulande deutlich mehr Besorgnis aus als in den meisten anderen Ländern der Welt.
Im Umkehrschluss gibt es auch einige Themen, die zwar in anderen Nationen große Sorgen auslösen, in Deutschland allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Angst vor Arbeitslosigkeit und Korruption (je 8%) ist hierzulande beispielsweise deutlich geringer als im weltweiten Durchschnitt (27% bzw. 23%).

Methode
Die Ergebnisse stammen aus der Ipsos Global Advisor-Studie »What Worries the World«. Bei der Online-Umfrage wurden zwischen dem 24. Juni und dem 8. Juli 2022 20.022 Personen aus 27 Ländern über das Ipsos Online Panel-System interviewt. In Israel, Kanada, Malaysia, Südafrika, der Türkei und den USA waren die Befragten zwischen 18 und 74 Jahren alt und in allen anderen Ländern zwischen 16 und 74 Jahren.

Der „Globale Länderdurchschnitt“ spiegelt das durchschnittliche Ergebnis für alle 27 Nationen wider, in denen die Umfrage durchgeführt wurde. Er wurde nicht an die Bevölkerungsgröße der einzelnen Länder angepasst.

In Australien, Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien, Kanada, Japan, Mexiko, Schweden, Spanien und den USA umfasste die Stichprobe etwa 1.000 Personen. In Argentinien, Chile, Indien, Kolumbien, Malaysia, den Niederlanden, Peru, Polen, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, der Türkei und Ungarn wurden jeweils etwa 500 Personen befragt.

In 16 von 27 Ländern ist die Internetdurchdringung ausreichend hoch, um die Stichproben als repräsentativ für die breitere Bevölkerung in den abgedeckten Altersgruppen zu betrachten: Argentinien, Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Südkorea, Ungarn und USA. Die Stichproben in Brasilien, Chile, Indien, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Peru, Saudi-Arabien, Südafrika und der Türkei sind städtischer, gebildeter und/oder wohlhabender als die Allgemeinbevölkerung und sollten so betrachtet werden, dass sie die Ansichten der stärker „vernetzten“ Bevölkerungsgruppe widerspiegelt.

Die Daten werden so gewichtet, dass die Stichprobenzusammensetzung jedes Marktes das demografische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den neuesten Volkszählungsdaten am besten widerspiegelt.

Wenn die Ergebnisse sich nicht auf 100 aufsummieren, liegt das an Rundungen durch die computer-basierte Zählung, erlaubte Mehrfachnennungen oder dem Ausschluss von „weiß nicht/keine Angabe“ Nennungen. 

Ipsos
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Unsere Forschungsexperten, Analysten und Wissenschaftler verfügen über das breite Know-How von Multi-Spezialisten, das tiefe Insights in Handlungen, Meinungen und Motivationen von Bürgern, Konsumenten, Patienten, Käufern oder Mitarbeitenden ermöglicht. Wir haben die große Bandbreite unserer Lösungsansätze in 18 Service Lines zusammengefasst und unterstützen damit über 5.000 Kunden weltweit.

1975 in Paris gegründet, wird Ipsos bis heute von Forschern geführt. In Deutschland sind wir mit ca. 600 Mitarbeitenden an fünf Standorten präsent: Hamburg, Berlin, München, Frankfurt und Nürnberg.

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www.ipsos.de | www.ipsos.com

Kontakt:
Dr. Johannes Kaiser
Ipsos Politik- und Sozialforschung
johannes.kaiser@ipsos.com
Fon: +49 30 3030645 7250

Auszug aus dem Fragebogen:

Welche der drei folgenden Themen machen Ihnen in Ihrem Land die größten Sorgen? (Bitte nur bis zu drei Antworten)
Arbeitslosigkeit
Armut und soziale Ungleichheit
Bildung
Coronavirus/COVID-19
Einwanderungskontrolle
Erhaltung von Sozialprogrammen
Finanzielle/politische Korruption und Skandale
Gefährdung der Umwelt
Gesundheitswesen
Inflation
Klimawandel
Kriminalität und Gewalt
Militärische Konflikte zwischen Nationen
Moralischer Verfall
Steuern
Terrorismus
Übergewicht bei Kindern
Zugang zu Krediten
Zunahme des Extremismus

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