Eine Partnerschaft mit Russland war den USA schon immer ein Dorn im Auge

Vergleichen wir mal die heutige Situation in der Welt mit einer Ehe, auch wenn dieser Vergleich sehr hinkt und im höchsten Maß hypothetisch ist. Mit der Neuordnung der Welt nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Welt in zwei Blöcke gespalten, in einem westlichen und östlichen Teil. Natürlich hielt sich der Westen von Anfang an als die Verkörperung des Guten, obwohl es stets nur um die Bereicherung der Eliten ging. Der östliche Teil war aus Sicht des Westens böse, nur das der Osten es nicht einsehen wollte und sich selbst für das Gute hielt. Der kapitalistische Westen brachte seiner Bevölkerung allerdings Wohlstand, hingegen der östliche Teil der Bevölkerung keinen Wohlstand einbrachte und lediglich mit dem Westen im Punkt Hochrüstung mithalten konnte. Auf dem Höchststand des Kalten Krieges steigerte der damalige US Präsident Ronald Reagan die Rüstung nochmals und zwang den östlichen Teil damit in die Knie und hatte Anfang der 90er Jahre die Auflösung der UDSSR zur Folge.

Es war wieder eine Weltneuordnung, die diesmal ohne großen Krieg gestaltet wurde. Zwischen den USA und der alten Bundesrepublik bestand seit Jahren eine Ehe, wobei die USA stets den bestimmenden und dominanten Partner spielten. Mit der Wiedervereinigung und der Öffnung des Ostens gegenüber dem Westen bestand die Ehe zwar immer noch, doch ein Fremdgehen mit dem östlichen Teil setzte ein. Darüber war der dominante Partner gar nicht erfreut und erhielt über die NATO schnell neue Partner mit den Ländern der ehem. UDSSR und den Staaten die unter dem sowjetischen Einfluss standen. Der Warschauer Pakt war aufgelöst und die ehem. sowjetischen Einflussstaaten wechselten die Seiten und wurden schnell willige Gefolgsstaaten der USA und NATO.

Deutschland begann Beziehungen zu Russland aufzubauen, betrieb Handel und nutzte die vielen Rohstoffe die Russland dem Westen bereitstellte. Es setzte sich langsam die Erkenntnis durch, dass der wachsende Wohlstand und der Frieden nur mit Russland und niemals gegen Russland zu erreichen ist. Dem dominanten Ehepartner USA passte diese Vorgehensweise gar nicht, weil zum einem die USA selbst Russland ausbeuten wollten und zum anderen ihre weitaus teureren Rohstoffe an Deutschland liefern wollten. Mit den östlichen NATO und EU Staaten hatten die USA leichteres Spiel, nur mit diesen Ländern waren nicht die großen Gewinne zu erwarten.

Einen weiteren Ehepartner Deutschlands duldeten die USA nicht, somit war von Anfang an klar gestellt, dass eine Beziehung zu Russland für Deutschland nie zustande kommen kann. Deutschland hat keinen Friedensvertrag und die USA sind immer noch Besatzungsmacht, die ihr atomares Kriegsmaterial hier lagern. Ohne Friedensvertrag ist streng genommen das ehem. DDR Gebiet heute noch russisches Besatzungsgebiet, das Russland den USA jedoch friedlich übergeben hat.

Eigentlich müsste Deutschland heute neutral sein, denn es besteht kein Friedensvertrag und die russische Besatzungsmacht im Osten ist abgezogen. Die USA jedoch nicht und hielt an ihren Besatzungsrechten fest. Die beiden anderen westlichen Besatzungsmächte, England und Frankreich, verzichten auf ihr Recht und haben sich aus Deutschland weitestgehend zurückgezogen. Für die USA bleibt Deutschland trotz gewaltiger NATO Osterweiterung ein wichtiger Standort, von wo aus die atomare Verteidigung oder Angriff, wie man es sehen will, gestartet wird. Als industrielles Herzstück Europas wird Deutschland auch der Schwerpunkt einer atomaren Vernichtung sein.

Deutschland beteiligte sich bereitwillig an die völkerrechtswidrigen NATO Kriege, auch an dem direkt vor der Haustür abspielenden Jugoslawien Krieg. Am Irak Krieg beteiligte sich Deutschland nicht, aber dafür bereits die Ukraine in der Hoffnung bald in der NATO aufgenommen zu werden.

Im Prinzip ist der von Russland geführte Ukraine Krieg nichts anderes als die NATO Kriege, nur diesmal ist es nicht die NATO sondern Russland. Für keinen Krieg gibt es eine Entschuldigung, entweder ist dieser absolut gewollt oder ein extremes Versagen der Politik und Diplomatie. Der Krieg in der Ukraine ist nicht erst 2022 ausgebrochen und nicht vom Himmel gefallen, er begann bereits 2014 mit dem von den USA und EU unterstützen Maidan Aufstand. Dieser jetzige heiße Krieg mit dem Potential eines dritten Weltkrieges ist eindeutig ein Versagen der Politik und Diplomatie, wo mit starrköpfigen Verhalten und einer katastrophalen Sanktionspolitik von Seiten des Wertewestens, aber auch Russlands, die Voraussetzung zur Eskalation gegeben wurde. Warum wurden den Ukrainern vom Westen haltlose Versprechungen gemacht, die alle zu einem dritten Weltkrieg führen würden? Heute fordert die Ukraine die Versprechungen ein, die allesamt unmissverständlich zu einem dritten Weltkrieg führen. Warum wurde die Ukraine nicht in einem russischen und ukrainischen Teil geteilt, wenn sich die Volksgruppen nicht vertragen, und anschließend beide Teile zur absoluten Neutralität verpflichtet? Warum wurde die Krim nicht als Teil Russlands anerkannt, wenn die dortige Bevölkerung fast ausschließlich russisch ist? Das alles sind Fragen die keine Beantwortung fanden und gleichzeitig die Grundlage zu einer friedlichen Lösung sind. Der jetzige Krieg zerstört alles, die Ukraine, Russland und Europa. Die Folgen sind in keiner Weise abschätzbar und können sogar in einem nuklearen Inferno enden. Für alle wäre die Teilung der Ukraine, die zugesicherte Neutralität und die Anerkennung der Krim die weitaus bessere Lösung gewesen, nur nicht für die USA.

Die Ehe mit den USA scheint für Deutschland wieder hergestellt, doch für eine weitere Ehe ist kein Platz, dies ist für Deutschland die bittere Erkenntnis. Für die USA ein großer Vorteil, denn sie sind die großen Gewinner von diesem Konflikt. Deutschland trägt großen Schaden, die Wirtschaft leidet stark und das Volk wird zumindest mit erheblicher Wohlstandminderung rechnen müssen. Das Verhältnis von Gehalt zu den Preisen wird ausufern, Sparguthaben und Altersabsicherungen gehen verloren. Dazu ist eine permanente Energieknappheit vorhanden, die jedoch nicht nur dem Ukraine Konflikt zuzurechnen ist, sondern ebenso dem jahrelangen systematischen Versagen der deutschen Energiepolitik. Die Sanktionen schaden beiden Seiten, sowohl der Deutschen als auch der Russischen. Russland bleibt auf seinen vielen Rohstoffen sitzen, deren Verkauf das Land dringend benötigt und Deutschland bekommt die Rohstoffe nicht, die dessen Wirtschaft und Volk dringend benötigen.

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One Reply to “Eine Partnerschaft mit Russland war den USA schon immer ein Dorn im Auge”

  1. Der halbe Konflikt geht nicht gegen Russland sondern gegen Deutschland, das wieder „auf Linie“ gebracht werden muß. Mit unserer Ampelregierung, bestehend aus transatlantischen Schoßhündchen, die über jedes Stöckchen springen, das Onkel Shlomo hinhält, sicher eine leichte Übung.

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