Warum ein Klimarechner den Nobelpreis erhielt

Von Gastautor Albrecht Künstle

– An die Ergebnisse von Rechenprogrammen muss man glauben

– Hasselmann und Manabe erhielten dafür den Physik-Nobelpreis

Die Fachwelt wundert sich, weil der Medizin-Nobelpreis nicht an die Erfinder des RNA-Impfstoffes ging. Lassen sich die Vor- und Nachteile dieser Impfungen doch noch nicht absehen? Nicht anders ist die Verwunderung hinsichtlich des Physik-Nobelpreises an einen Forscher, der eigentlich das Geheimnis der Turbulenzprobleme lüften wollte, was echt schwierig ist. Dazu sein Fachkollege Hans von Storch zu Klaus Hasselmann: „Vor die Frage gestellt, am Turbulenzproblem wahnsinnig zu werden oder das Klimaproblem zu lösen, hat er das Klimaproblem gewählt. Aber im Ernst: Klaus Hasselmann hat unterschiedliche Fächer wie Ozeanografie, Meteorologie und Geologie zur modernen Klimaforschung zusammengeführt, als Erster in Deutschland, auch das ist sein Verdienst.“ Quelle. Er entwickelte also ein Klimamodell mit einigen Unbekannten.

Klaus Hasselmann wurde zusammen mit einem Fachkollegen als Modellentwickler ausgezeichnet. Kein Modell, dessen Praxistauglichkeit man überprüfen kann. Denn es fliegt nicht, fährt nicht und schwimmt nicht. Er entwickelte viel mehr, „ein Modell zur Vorhersage des Klimawandels“, verkündeten die Medien landauf landab. Ich kenne mich zwar auf diesem Gebiet nicht so gut aus, ich weiß aber, dass man aus dem Interpolieren von bisherigen Daten wissenschaftlich fundiert nicht bedenkenlos in die Zukunft extrapolieren darf. Wer trotzdem an zuverlässige Prognosen glaubt, ist ein gläubiger Mensch mit akademischem Fundus.

Welche Alternative gibt es zum Glauben ohne Wissen? Man muss einfach an die Richtigkeit von Berechnungen glauben – insbesondere, wenn es die eigenen sind. Es gibt keinen glaubwürdigeren Glauben, und davon braucht es viel, sehr viel. Ich kenne aus eigener Praxis über die ich hier plaudern will, dass man umso mehr an die Richtigkeit solcher Berechnungen glaubt, desto länger und tiefer man sich in einen Formelsalat hineinstürzt. Und das tat ich, obwohl ich kein Mathematiker bin, bekam aber von meinem Sohn einiges beigebracht, der im Gymnasium „d‘ Mathe“ tituliert wurde. Auch hatte ich einen richtigen Mathematiker zur Seite. Nun zur Sache:

Das künftige Klima wird von den Nobelpreisträgern so selbstverständlich berechnet, wie ich es eine Zeit lang mit Schallpegeln tat. Ich z.B. glaube an die Ergebnisse meiner Schallberechnungen – weil es keine bessere Methode gibt. Und weil es niemanden gibt, der die gelieferten Ergebnisse widerlegen kann. Nicht anders scheint es im Fall der Klimarechner zu sein, wobei es auch andere Experten gibt, die Fehler in der Weltklimaformel des Nobelpreisträgers ausgemacht haben wollen. Aber zuerst zu der von mir beherrschten Wissenschaft der Lärmberechnung, mit der ich mich bei den Bürgerinitiativen gegen Schienenlärm am Oberrhein einbrachte. Diese steht Pate für Klimaberechnungen – mit Abstrichen.

Auch Verkehrslärm für geplante Projekte muss vorausberechnet werden, weil es schlechterdings nicht möglich ist, künftigen Lärm zu messen. Schienenlärm soll als Beispiel dienen: Aus der Zuggattung, der Länge dieser Züge bzw. neuerdings den Achszahlen, der Bremstechnik und der Geschwindigkeit wird der Emissionspegel je Zug berechnet. Aus der Anzahl dieser verschiedenen Züge je Stunde wird ein A-bewerteter Mittelungspegel als Grad der Lästigkeit für die Anwohner berechnet. Schon hier liegt ein Problem, denn dieser Mittelungspegel ist eine theoretische Größe, den man nicht hören kann; es sind die jeweiligen Vorbeifahrpegel, die man hört. Als Vergleich zum Ausgangsthema sei hier die CO2 Emission genannt, die so einfach auch nicht quantifiziert werden kann.

Wie die Wirkung der CO2-Emissionen auf das Klima, geht es hier um die Schallausbreitung, den Weg des Lärms zu den Immissionspunkten, den Anwohnern. In die Näherungsformeln im Gesetz und dessen Verordnung unter Berücksichtigung von Technischen Normen gingen ein: Ist es eine Punkt-, Linienschallquelle oder flächenbezogene Lärmquelle? Wie weit ist der zu berechnenden Immissionspunkt/Standort entfernt? Wie hoch liegt dieser, für welches Stockwerk? Welche Reflexionen gibt es auf dem Ausbreitungsweg? Wie lang und hoch ist die abgestufte Lärmschutzwand? Und wie weit steht sie von den einzelnen Gleisen entfernt?

Über eine komplexe Formel wird der Umweg über die Beugekante (Oberkante der Lärmschutzwand) gegenüber dem direkten Weg als „Schirmwert“ berechnet. Das alles unter Berücksichtigung der meteorologischen Schallkrümmung durch die Temperaturen und Luftfeuchtigkeit, der jahresdurchschnittlichen Bodenbeschaffenheit und einer unterstellten Windrichtung von 3m/sek mit Näherungsformeln.

Hierbei ist der Glaube an die Aussagekraft solcher Berechnungen gefragt. Und dieser Glaube an die Richtigkeit eigener Berechnungen wird fast unerschütterlich, wenn ein Rechenergebnis anhand eines von diesem Mathematiker erstellten Rechenprogramms auf ein Dezibel genau übereinstimmt mit den Ergebnissen der beauftragten schalltechnischen Gutachten der Bahnplaner. Alle glauben umso mehr an die berechnete Zukunft, je besser die Berechnungen übereinstimmen – was kein Wunder ist bei gleichen Formeln.

Die Gutgläubigen solcher Schallprognosen sind alle, der zahlende Bund, die planende Bahn, das genehmigende Eisenbahn-Bundesamt und auch ich, weil ich an die Korrektheit der schwindelerregenden Formeln glaube. Aber stimmen die angenommenen Parameter der Formeln? Erfüllt sich die heutige Theorie in 25 Jahren, wenn ein Projekt gebaut ist?

Noch mehr Zweifel wären angebracht bei den gehandelten Klimamodellen. Welches Gewicht hat CO2 oder spielen auch andere Klimagase wie Methan eine Rolle? Ist die Speicherfähigkeit der Luft und Ozeane ein Fixum? Wie wirkt sich die kalte Verbrennung der Verrottung aus, wenn Wälder sich selbst überlassen werden? Ist der Ausstoß der Vulkane und die hierdurch verursachte Verdreckung der Atmosphäre gut oder schlecht? Wird sich die Sonne benehmen und ohne größere Eruptionen solide vor sich hin brutzeln oder auch einmal streiken? Wollen wir immer mehr Menschen aus Ländern mit kleinem ökologischen „Fußabdruck“ in Länder mit großem Trampelpfad holen?

Es bestehen ernsthafte Zweifel, dass sich das „Klima“ auf unserer Erde auf ein Grad Celsius genau vorausberechnen lässt. Es war schon nicht leicht zu belegen, dass die Temperaturen des letzten Jahrhunderts ein halbes Grad zunahmen. Keine Zweifel bestehen jedoch darin, dass die Ressourcen der Erde abnehmen, das ist Wissen! Deshalb sollte Energiesparen eine Selbstverständlichkeit sein. Ob sich das dann auch auf das Klima auswirkt, ist eher Glaubenssache, zumal sich 200 Jahre Industrialisierung kaum auf die Erdtemperatur auswirkten. In früheren Epochen ohne Menschen gab es größere Temperaturschwankungen.

Bleibt zu hoffen, dass die Klimaformel-Akrobaten dieselben Zweifel plagen wie mich bei schalltechnischen Berechnungen, und dass die dafür erforderlichen Annahmen und Parameter allen gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen.

Bei fehlgeschlagenen Prognosen der Schallberechnung besteht ein Nachbesserungsanspruch bis zu 30 Jahren. Schwieriger wird es mit einer falsch kalkulierten CO2-Strategie. Ein Land, das total dem Primat des vermeintlichen „Klimaschutzes“ unterworfen wird, kann in 30 Jahren ruiniert sein. Nobelkomitee noch politischer? Berlin noch grüner, Wirtschaft noch schwärzer? Welt retten, Deutschland kaputt?

Dieser Artikel ist zuerst auf der Webseite des Autors erschienen

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One Reply to “Warum ein Klimarechner den Nobelpreis erhielt”

  1. Wie von Albrecht Künstle klar und deutlich analysiert, scheint sich die sogenannte Wissenschaft, auch was die Verleihung der Nobelpreise angeht, voll in den Dienst der Klima-Mafia und der ihr hörigen Politik zu begeben. Auffällig daran ist jedoch, dass sowohl die für die Auswahl der Nobelpreiskandidaten zuständigen Personen als auch das Klima-Gretchen in Schweden beheimatet sind und deshalb der Schluss naheliegt, dass hier eine Interessenverquickung in beiderseitigem Einvernehmen vorliegt und deren Hintermänner wohl auch ihren Einfluss spielen ließen.
    Modellrechnungen gibt es schon seit vielen Jahrzehnten und auch ich wurde rein berufsmäßig mit einer ganzen Reihe von Modellrechnungen vertraut. Mit dem Unterschied, dass sich jede Modellrechnung einem praktischen Tauglichkeitstest zu unterziehen hat und dann längst nicht alles so rosig aussieht, wie im stillen Kämmerlein konzipiert. Denn in den meisten Fällen erfolgen Modellrechnungen erst im Nachhinein anhand vorliegender experimenteller Daten und man iteriert dann so lange daran herum, bis Modell und Wirklichkeit mit einender in Einklang zu bringen sind. So wie auch in der Quantenphysik/Quantenchemie geschehen, wobei sich grundlegende Erkenntnisse wie z. B. das Bohr’sche Atommodell oder die quantenmechanische Schrödinger-Gleichung zuerst einmal an der experimentellen Beobachtung orientierten, also keinesfalls als „ab initio“ Berechnungen zu betrachten sind. Nichtsdestotrotz erwiesen sie sich oft genug z. B. bei der Vorhersage chemischer Reaktionen oder möglicher Strukturen als durchaus nützlich, vorausgesetzt, man ist auch in der Lage, die Ergebnisse auch richtig zu interpretieren und sich an die wissenschaftlichen Spielregeln zu halten. Aber auch oft versagen solche Modellrechnungen, insbesondere wenn es sich um sehr komplexe Systeme mit einer Vielzahl an Variablen handelt. Und um ein solch komplexes System mit vielen Variablen handelt es sich gerade auch beim Klima.
    Deshalb sind, wie es Albrecht Künstle formuliert, Zweifel an den Klimamodellen mehr als angebracht. Nur leider wird ihnen das Mäntelchen eines Glaubenssatzes übergestreift und nur zu oft werden rationale Gesichtspunkte völlig ausgeklammert, während man sich dann urplötzlich auf dem Terrain einer rein ideologischen Sicht der Dinge bewegt. Es sind viel zu viele Parameter zu berücksichtigen, die man in einem derartigen „Multikomponentensystem“ auch mit dem besten mathematischen Modell nicht in den Griff bekommen wird. Denn dreht man an der einen Schraube, muss auch an der anderen und dann wieder an der anderen gedreht werden und so geht es weiter und weiter. Mit wirklicher Wissenschaft, welche auf seriösen Messungen und Analysen beruht hat das nur wenig zu tun, sondern weit eher mit (noch) nicht bewiesenen Voraussagen und Mutmaßungen.
    Dazu nur ein Beispiel unter unzähligen, was völlig falsche Voraussagen anbetrifft: In den 80-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts redete man von einem dramatischen Waldsterben, welches innerhalb weniger Jahrzehnte unsere ganzen Wälder dahinraffen würde. Und was beobachten wir knapp 40 Jahre später: Der Wald wächst und gedeiht wie eh und je und hat der „Theorie“ ein ganz gehöriges Schnippchen geschlagen.
    Anstatt sich mit ehrlicher und wertfreier Wissenschaft zu beschäftigen, stürzt man sich in das Abenteuer der Vorhersagen und Weissagungen. Das ist nicht nur weniger aufwendig sondern innerhalb weniger Jahrzehnte auch nicht beweisbar.

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