Meine persönliche Meinung zur Dissertation von Herrn Dr. Drosten:

Von Carsten Leimert

Fall 1:

Veröffentlicht hat Herr Dr. Drosten 3 Artikel zu seinem Dissertationsthema. Zwar gibt es laut Katalog angeblich auch eine Monographie von 2001. Jedoch wurde diese wohl nicht veröffentlicht, was indiziert, dass ihr im Vergleich zu den 3 Artikeln keine weitere, eigenständige, wesentliche wissenschaftliche Bedeutung zukommt, sodass eine Veröffentlichung nicht notwendig war. Bedeutsam für seine Promotion wären damit allein die 3 Artikel. Die 3 Artikel hat Herr Dr. Drosten aber (entgegen dem Wortlaut des § 6 der Promotionsordnung des Fachbereichs Medizin der Uni Frankfurt von 1997) nicht allein, d.h. nicht „selbstständig“, verfasst, sondern nur als Mitautor. Eine wissenschaftliche Leistung kann ihm nicht individuell zugeordnet werden. Wie soll man bei einer solchen Gemeinschaftsleistung wissen können, welcher Anteil daran Herrn Dr. Drosten zukommt und ob dieser Anteil für die Erlangung einer Dissertation ausreicht?! Im Gegensatz zur neueren Prüfungsordnung steht in der (für Herrn Dr. Drosten relevanten) älteren Prüfungsordnung auch nicht, dass eine Gemeinschaftsleistung als Mitautor ausreichend ist. Hinzu kommt, dass der Korrektor/Prüfer seiner Doktorarbeit Mitautor der 3 Artikel war, was meiner persönlichen Ansicht nach einen wesentlichen Verfahrensfehler darstellt und was erst (m.E. unzulässigerweise) in der neuen Prüfungsordnung explizit erlaubt und nicht aber schon in der älteren (für Herrn Dr. Drosten relevanten) Prüfungsordnung explizit erlaubt war.

Fall 2:

Denkbar ist zwar auch, dass die Monographie von 2001 im Vergleich zu den 3 Gemeinschaftsartikeln eine zusätzliche, eigenständige (selbstständige, individuelle) und eine wissenschaftlich bedeutsame Leistung enthält. Doch fehlt es dann an einer Veröffentlichung dieser wissenschaftlichen Leistung. Abgesehen davon, dass die Nichtveröffentlichung dieser Monographie indiziert, dass sie im Vergleich zu den 3 Artikeln gerade keine weitere, bedeutsame (publizierenswerte) wissenschaftliche Leistung enthält. Zumal selbst dann, wenn die Monographie wesentliche Forschungsergebnisse enthält, die nicht in den 3 Artikeln stehen, fraglich ist, ob diese nur von Herrn Dr. Drosten stammen oder nicht auch von seinem Mitautor und Korrektor Herrn X stammen. Für letzteres spricht, dass ja auch die 3 Artikel nicht allein von Herrn Dr. Drosten stammen, sondern auch von Herrn X.

In beiden Fällen liegen die Voraussetzungen für das Führen eines Doktortitels nach meinem Geschmack nicht vor.

Merkwürdig ist auch, dass die Monographie nicht in der deutschen Bibliothek auftaucht, wo eigentlich alle Publikationen in deutscher Sprache auftauchen.

Unklar ist mir ferner, wie Herr Dr. Drosten es schaffen konnte, trotz nach meinem Geschmackunwirksamer Dissertation und fehlender Habilitation Professor zu werden.

Dieser Artikel ist auch weniger rechtlich als rechtspolitisch zu verstehen. Seine Dissertation mag ja möglicherweise trotz allem noch legal und wirksam sein nach herrschender Ansicht auf Grundlage des beschissenen Promotionsrechts des Fachbereichs Medizin der Uni Frankfurt. Ich würde als Normengeber die Promotionsordnung jedoch so gestalten, dass man nicht mit einem nicht abgegrenzten, unklaren, unbekannten Anteil/ Beitrag an einem Gemeinschaftsartikel einen Doktortitel erlangen kann. Und ich würde es so regeln, dass nicht jemand, der zusammen mit dem Doktoranden geforscht hat, später über dessen Forschungsbeitrag als Prüfer urteilen kann.

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