Merkels Kanzlerschaft weltweit positiv bewertet

Pressemitteilung

Von IPSOS

Hamburg, 15. September 2021 – Zwei Drittel der Deutschen sehen positiv auf die Kanzlerschaft von Angela Merkel zurück. Auch global ist die Bilanz gut. Mehr als jeder zweite Befragte aus 28 Ländern hat eine positive Meinung von der scheidenden deutschen Bundeskanzlerin, so eine Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos über das internationale Ansehen von Angela Merkel und den wahrgenommenen Einfluss ihrer Politik auf einzelne Länder, Europa und die Welt, die anlässlich des Endes der 16-jährigen politischen Ära der deutschen Kanzlerin durchgeführt wurde.
Angela Merkel genießt hohes internationales Ansehen

Mehr als die Hälfte (58%) aller Befragten geben an, eine insgesamt positive Meinung von Angela Merkel zu haben, nur jeder Fünfte (20%) hat ein sehr oder eher negatives Bild. In Deutschland haben sogar mehr als zwei Drittel (67%) eine positive Meinung von ihrer Regierungschefin, bei drei von zehn (30%) Bundesbürgern ist das Gegenteil der Fall. Die Länder mit den höchsten Zustimmungsraten für Merkel sind die europäischen Nachbarstaaten die Niederlande (77%), Frankreich (75%) und Belgien (75%).

Den niedrigsten Zuspruch verzeichnet Merkel in Japan (42%), den USA (41%) und Malaysia (37%), was jedoch in erster Linie daran liegt, dass in diesen Ländern besonders viele Menschen angeben, Angela Merkel nicht zu kennen. Bemerkenswert ist auch, dass in keinem einzigen Land die Kritik an Merkel überwiegt (+38 weltweit). Lediglich in Italien (+13), Polen (+10) und Ungarn (+5) halten sich positive und negative Meinungen in etwa die Waage.
Deutschland unter Merkel ein „vertrauenswürdiger Partner“

Im Durchschnitt der elf untersuchten europäischen Länder (ohne Deutschland) stimmt mehr als die Hälfte der Befragten (53%) der Aussage zu, dass die Bundesrepublik unter Kanzlerin Merkel für das eigene Land in europäischen Fragen ein vertrauenswürdiger Partner war, nur ein Viertel (25%) sieht das nicht so. Vor allem in den Niederlanden (71%), Frankreich (64%) und Schweden (63%) wurde Deutschland zuletzt von den meisten Menschen als verlässlicher Partner in europäischen Fragen wahrgenommen, in Großbritannien (44%), Polen (44%) und Ungarn (39%) ist das weitaus seltener der Fall.

In den anderen 16 befragten Ländern außerhalb Europas ist das Vertrauen im Durchschnitt sogar noch etwas größer. 55 Prozent glauben, dass Deutschland in den letzten 16 Jahren ein vertrauenswürdiger Partner in globalen Fragen war. Am größten ist das Vertrauen in Indien (71%) und China (67%), besonders misstrauisch zeigen sich die US-Amerikaner (45%) und Japaner (39%).
Geteilte Meinungen über Deutschlands Rolle in Europa

Danach gefragt, ob sich die Politik von Angela Merkel eher positiv oder negativ auf das eigene Land ausgewirkt hat, sind die Menschen in Europa geteilter Meinung. Durchschnittlich vier von zehn Bürgern (40%) in elf europäischen Nationen denken, dass Merkels Arbeit als Bundeskanzlerin hauptsächlich positive Auswirkungen auf ihr Land hatte, für jeden Dritten (31%) überwiegt das Negative. Erneut ist die Anerkennung für Merkels Politik in den Niederlanden (57%) besonders groß, ebenso in Spanien (52%) und in Frankreich (46%). In vier von elf Ländern überwiegen für die Menschen allerdings die negativen Auswirkungen, darunter Italien, Russland, Ungarn und Großbritannien.

Ein ähnliches Antwortverhalten zeigt sich auch bei der Frage, ob die Zukunft Europas von einer starken deutschen Führung abhängt. Vier von zehn Europäern (40%) stimmen dieser Aussage zu, während ein Drittel (33%) der Befragten der gegenteiligen Meinung ist. Am ehesten sind die Spanier (52%), Franzosen (45%) und Niederländer (45%) von einer hohen Bedeutung der deutschen Führungsrolle für Europa überzeugt, am niedrigsten ist die Zustimmung erneut in Großbritannien (36%), Ungarn (31%) und Polen (29%).

Mehrheit setzt auf mehr Politikerinnen in Führungspositionen

Neben den globalen Ansichten über Angela Merkel und die Rolle Deutschlands in Europa und der Welt untersucht die Ipsos-Studie auch die Einstellungen der Menschen zum Thema politische Führung im Allgemeinen. So zeigt sich unter anderem eine hohe Unterstützung für weibliche politische Führungskräfte. Mehr als die Hälfte aller Befragten (54%) stimmt zum Beispiel der Aussage zu, dass die Welt friedlicher und erfolgreicher wäre, wenn es mehr weibliche Führungsfiguren in der Politik geben würde; weniger als zwei von drei Personen (28%) widersprechen dieser These.

In 18 von 28 untersuchten Ländern wird diese Ansicht mehrheitlich vertreten, vor allem in Brasilien (72%), Peru (70%) und Kolumbien (70%). US-Amerikaner (42%), Russen (41%) und Südkoreaner (33%) sind am seltensten von den Vorzügen weiblicher Führung überzeugt. In Deutschland, das bekanntlich seit 16 Jahren von einer Frau regiert wird, vertritt weniger als die Hälfte (46%) der Erwachsenen die Ansicht, dass weibliche Politikerinnen in Führungspositionen die Welt friedlicher und erfolgreicher machen würden; fast jeder Dritte (32%) ist anderer Meinung. In allen Ländern liegt der Zustimmungswert der Frauen deutlich höher als bei den Männern (mit einer durchschnittlichen Differenz von 13 Prozentpunkten).
Wunsch nach starken Führungsfiguren, aber auch Begrenzung der Macht

Mehr als vier von fünf Erwachsenen (81%) sind außerdem der Überzeugung, dass die Welt starke Führungskräfte braucht, um globale Herausforderungen zu lösen. Am häufigsten pflichten Chinesen (90%), Australier (88%) und Russen (87%) dieser Behauptung bei, am niedrigsten ist die Zustimmung in Südkorea (68%), Japan (67%) und Italien (67%).

Darüber hinaus glauben klare Mehrheiten in 27 von 28 untersuchten Ländern, dass es wichtig ist, dass politische Führer regelmäßig ersetzt werden, damit sie nicht zu mächtig werden. Am häufigsten wird diese Meinung in lateinamerikanischen Staaten wie Kolumbien (87%), Chile (82%), Peru (81%) oder Brasilien (81%) sowie in Südafrika (83%) und den USA (81%) vertreten. Aber auch in Deutschland befürworten mehr als drei Viertel (77%) der Bürger eine zeitliche Begrenzung von politischer Macht.
Methode

Die Umfrage wurde in 28 Ländern weltweit über das Ipsos Online Panel-System durchgeführt. Zu den untersuchten Ländern gehören Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Peru, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Ungarn und die USA.

Zwischen dem 23. Juli und dem 06. August 2021 wurden 19.514 Interviews mit Erwachsenen im Alter von 18 bis 74 Jahren in Kanada, Malaysia, Südafrika, der Türkei und den USA und zwischen 16 und 74 Jahren in allen anderen Ländern durchgeführt. Die Daten wurden gewichtet, um dem Profil der Bevölkerung zu entsprechen.

In 16 der 28 untersuchten Länder ist die Internetdurchdringung ausreichend hoch, um die Stichproben als repräsentativ für die breitere Bevölkerung in den abgedeckten Altersgruppen zu betrachten: Argentinien, Australien, Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Polen, Schweden, Spanien, Südkorea, Ungarn und USA.

Die verbleibenden 12 untersuchten Länder weisen eine geringere Internetdurchdringung auf. Die Stichprobe dieser Länder repräsentiert eher die wohlhabende und vernetzte Bevölkerung. Diese Bevölkerungsgruppe hat eine wichtige gesellschaftliche Rolle und verkörpert die aufstrebende Mittelschicht.

Für diese Studie gab es keine externen Sponsoren oder Partner. Sie wurde von Ipsos mit der Absicht initiiert und durchgeführt, etwas zum tieferen Verständnis der Welt, in der wir leben und der Gefühle der Menschen auf dieser Welt beizutragen.
Ipsos

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