Der Schutz der Biodiversität ist entscheidend für die Bekämpfung des Hungers – IFAD fordert mehr Investitionen vor dem Weltnaturschutzkongress

Pressemitteilung

Von IFAD

Rom, 3. September 2021 –  Wenn wir nicht mehr in den Schutz der biologischen Vielfalt investieren, kann die Entwicklung nicht nachhaltig sein, wir werden den Hunger nicht beseitigen oder die Ziele für nachhaltige Entwicklung nicht erreichen, sagte der Präsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) im Vorfeld seiner Teilnahme beim IUCN World Conservation Congress, der heute in Marseille beginnt.

„Biodiversität ist ein Eckpfeiler gesunder und nachhaltiger Ernährungssysteme“, sagte Gilbert F. Houngbo, Präsident des IFAD. „Vom Schutz der Bestäuber über die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit bis hin zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels ist Biodiversität von grundlegender Bedeutung, um den globalen Hunger zu bekämpfen. Aber die Uhr tickt. Wir müssen unsere Investitionen zum Schutz der Biodiversität erhöhen, bevor es zu spät ist. Unsere Zukunft hängt davon ab.“

Als Teil seiner eigenen Erhöhung der Biodiversitätsinvestitionen kündigt der IFAD heute an, bis 2030 30 Prozent seiner Klimafinanzierung darauf zu konzentrieren, naturbasierte Lösungen in der ländlichen kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu unterstützen. Naturbasierte Lösungen fördern die proaktive Erhaltung, Bewirtschaftung und Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme und biologischer Vielfalt, um zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels, der Ernährungs- und Wassersicherheit sowie der menschlichen Gesundheit beizutragen.

„Ländliche Gemeinschaften und Kleinbauern spielen eine entscheidende Rolle. Sie sind von der Biodiversität abhängig, aber auch wichtige Hüter dieser, indem sie ein breiteres Arten- und Sortenspektrum anbauen als Großbetriebe“, sagte Houngbo.

Die Investitionen des IFAD in naturbasierte Lösungen zielen darauf ab, eine gesunde Biosphäre zu fördern, die Produktivität zu steigern und die Ernährungssicherheit, Ernährung und Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel zu verbessern. Die Verbesserung der landwirtschaftlichen Biodiversität auf kleinbäuerlichen Betrieben führt zu gesunden, produktiven Böden, die mehr Kohlenstoff speichern. Damit kann auch kumulativ ein wichtiger Beitrag zur Kohlenstoffspeicherung geleistet werden.

Der IUCN World Conservation Congress bringt Regierungen, Zivilgesellschaft, indigene Völker, Wissenschaftler und Unternehmen zusammen, um Initiativen zu den dringendsten Umwelt- und Nachhaltigkeitsherausforderungen wie der Biodiversitäts- und Klimakrise im Zusammenhang mit der Erholung von der COVID-19-Pandemie zu fördern. Houngbo wird das Investitionsengagement des IFAD beim hochrangigen Runden Tisch zum Thema „Finanzierung der Biodiversität“ bekannt geben, wo er zusammen mit Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Hauptredner ist.

Acht von zehn der ärmsten Menschen der Welt leben in ländlichen Gebieten und die meisten sind für ihren Lebensunterhalt von der Landwirtschaft abhängig. Ironischerweise sind sie diejenigen, die am wahrscheinlichsten hungern. Im Jahr 2020 gab es einen dramatischen Anstieg des weltweiten Hungers mit bis zu 811 Millionen hungernden Menschen. 

IFAD investiert in die ländliche Bevölkerung und befähigt sie, Armut zu reduzieren, die Ernährungssicherheit zu erhöhen, die Ernährung zu verbessern und die Widerstandsfähigkeit zu stärken. Seit 1978 haben wir 23,2 Milliarden US-Dollar an Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen für Projekte bereitgestellt, die schätzungsweise 518 Millionen Menschen erreicht haben. IFAD ist eine internationale Finanzinstitution und eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Rom – dem Lebensmittel- und Landwirtschaftszentrum der Vereinten Nationen.

Originaltext

Protecting biodiversity is crucial to fighting hunger – IFAD calls for increased investments ahead of World Conservation Congress

Rome, 3 September 2021 – If we do not invest more in protecting biodiversity, development cannot be sustainable and we will not eradicate hunger or achieve the Sustainable Development Goals, said the President of the International Fund for Agricultural Development (IFAD) ahead of his participation in the IUCN World Conservation Congress that begins in Marseille today.

„Biodiversity is a cornerstone of healthy and sustainable food systems,“ said Gilbert F. Houngbo, President of IFAD. „From protecting pollinators, to improving soil fertility and building resilience to the effects of climate change, biodiversity is fundamental to addressing global hunger. But the clock is ticking. We need to increase our investments to protect biodiversity before it is too late. Our future depends on it.“

As part of its own increase in biodiversity investments, IFAD is today announcing a commitment to focus 30 percent of its climate finance to support nature-based solutions in rural small-scale agriculture by 2030. Nature-based solutions promote the proactive conservation, management and restoration of natural ecosystems and biodiversity to contribute to addressing the challenges of climate change, food and water security, and human health.

„Rural communities and small-scale farmers have a vital role to play. They are dependent on biodiversity, but are also important custodians of it, growing a wider range of species and varieties than large-scale farms,“ said Houngbo.

IFAD’s investments in nature-based solutions aim to promote a healthy biosphere, increasing productivity and improving food security, nutrition and resilience to climate change. Improving agricultural biodiversity on small-scale farms results in healthy, productive soils which sequester more carbon. This therefore can also make an important cumulative contribution to carbon storage.

The IUCN World Conservation Congress brings together governments, civil society, Indigenous Peoples, scientists and business to promote initiatives on the most urgent environmental and sustainability challenges, such as the biodiversity and climate crises in the context of the recovery from the COVID-19 pandemic. Houngbo will announce IFAD’s investment commitment at the high-level roundtable on ‚Financing for Biodiversity‘ where he is a keynote speaker along with the Christine Lagarde, President of the European Central Bank.

Eight out of 10 of the world’s poorest people live in rural areas, and most depend on agriculture for their livelihoods. Ironically, they are the ones most likely to go hungry. There was a dramatic increase in global hunger in 2020, with up to 811 million hungry people.

IFAD invests in rural people, empowering them to reduce poverty, increase food security, improve nutrition and strengthen resilience. Since 1978, we have provided US$23.2 billion in grants and low-interest loans to projects that have reached an estimated 518 million people. IFAD is an international financial institution and a United Nations specialized agency based in Rome – the United Nations food and agriculture hub.

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