Wohlstand ist selbstverständlich und Schulden die Normalität

Unsere heutigen Menschen halten sich persönlich für sehr schlau und sehen in der bereits seit Jahrzehnten fehlgeleiteten Politik eine positive Entwicklung. Viele Menschen die in den 70er, 80er und 90er Jahren geboren sind, brauchten auf nichts zu verzichten. Bekamen als Kinder oftmals alles geschenkt, egal was sie sich wünschten. Wurden mit dem Auto der Eltern zur Schule und allen Freizeitvergnügen gefahren. Konnten eine lange Schulzeit mit anschließenden Studium absolvieren, ohne große finanzielle Einbußen zu erleiden. Staat, Eltern und Großeltern unterstützten sie dabei mit allen finanziellen Kräften. Bei diesen Generationen ging allerdings das Verständnis verloren, dass jeder Erfolg und Besitz hart zu erarbeiten ist und auch eiserne Disziplin, Enthaltsamkeit und Verzicht beinhaltet. Die Nachkriegsgenerationen, in den 50er Jahren geboren, fanden diese Voraussetzungen nur selten vor und waren größtenteils sich selbst überlassen. Wer dennoch nach oben kommen wollte, dem gelang es häufig nur über den zweiten Bildungsweg in Verbindung mit Abendschulen. Tagsüber musste für den Lebensunterhalt gearbeitet werden und abends gebüffelt. Die heutigen jungen Generationen kennen diese Zustände nicht mehr und wenn, dann nur über Erzählungen der Großeltern. Deshalb weiß heute die FFF Jugend nicht mehr, dass Wohlstand zu erarbeiten ist und nicht vom Himmel fällt. Wem Überwohlstand schon in die Wiege gelegt wurde, der meint alles Angenehme ist selbstverständlich und steht jedem zu, auch ohne etwas dafür zu leisten. Alles geht automatisch, das Geld kommt aus dem Automaten, der Strom aus der Steckdose und schließlich sind die Eltern und der Staat für mich verantwortlich. Eine gefährliche Denkensweise, die hier entstanden ist.

Früher galt Sparen als Voraussetzung für den persönlichen Wohlstand, erst etwas erarbeiten, dann bei Seite legen und anschließend den Wunsch erfüllen. So ist es normal und funktionierte lange Zeit gut. Auch der Staat hielt früher die Staatsverschuldung niedrig und explodierte erst ab den 90er Jahren. Für die Politik ist Schuldenmachen die wahltaktisch beste Lösung, denn hierbei zahlt das Volk erst später, Steuererhöhungen hingegen sofort. Vom Sparen halten Politiker wenig, denn ihre Wahlklientel und ihre Ideologien sind vordergründig zu bedienen. Mit der Euroeinführung kam das richtige Dilemma, denn ab diesem Zeitpunkt bestimmte die EZB die Finanzpolitik der Eurostaaten. Mit immer niedriger werdenden Zinsen, heute bereits Negativzins, und immer größer werdenden Geldmengen finanziert sie die Schulden der Eurostaaten. Mit der jetzt geschaffenen und erlogenen Corona „Schuldengemeinschaft“ muss Deutschland zusätzlich die Schulden der anderen Eurostaaten finanzieren. Hierbei auch die höheren Renten (als in Deutschland) der hochverschuldeten Staaten Italien, Griechenland oder Frankreich. Heute ist Schuldenmachen der Normalfall und nicht das Sparen. Das Gleiche gilt für den Privatbereich, größere Anschaffungen werden nicht mehr erspart, sondern finanziert. Waren früher Verschuldungen fast ausnahmslos Hypotheken für den Erwerb eines Eigenheims, so sind es heute Finanzierungen aller Art. Auto, Möbel, Elektronik, Kleidung und sogar die Urlaubsreise werden über Kredite angeschafft. Die Autohersteller nennen heute in ihrer Werbung nur noch die monatlichen Raten und nicht mehr den Endpreis. So wie der Staat lebt heute auch das Volk größtenteils auf Pump. Es ist eine insgesamt gefährliche Entwicklung, dessen Ausmaß erst ersichtlich wird wenn die Kredite nicht mehr zu bedienen sind. Dann geraten Banken in Schieflage und Insolvenzen drohen. Die EZB kann heute nicht mehr so reagieren wie bei der Bankenkrise 2010, denn sie hat bereits mit dem Erreichen des Negativzins ihr Pulver verschossen. Staaten gehen nicht Pleite, die retten sich zunächst über Hyperinflation und Steuererhöhungen. Anschließend werden die privaten Spareinlagen herangezogen und Zwangshypotheken auferlegt. Erst wenn alles weg ist kommt die Währungsreform und alle, bis auf die Eliten, fangen wieder bei Null an.

Über die lauernden Gefahren dieser Schuldenpolitik sind sich jedoch die wenigsten bewusst. Deshalb wählen sie heute Parteien die immer mehr Schulden möchten und dies auch noch offen sagen. Die GRÜNEN, speziell bei der Jugend und den Frauen höchst beliebt, schreiben in ihrem Wahlprogramm 500 Milliarden Euro neue Schulden zu machen und dies nur zum ausleben ihrer kruden Ideologien. Zusätzlich angestrebt wird die Vergemeinschaftlichung aller Schulden im Euroraum, sodass Deutschland für alles haftet was andere Regierungen an Wohltaten für ihre Völker erbringen. Das die Schulden auch jemand bezahlen muss, interessiert kaum jemand in diesem Land. Und damit sind wir wieder bei dem Schlusssatz des ersten Kapitels: Alles geht automatisch, das Geld kommt aus dem Automaten, der Strom aus der Steckdose und schließlich sind die Eltern und der Staat für mich verantwortlich.

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