Kinder auf Griechenlands Inseln ohne Eltern auf Tour?

Von Gastautor Albrecht Künstle

– Sie sind nicht unbekleidet, wahrscheinlich auch nicht unbegleitet

– Die Eltern werden „gefunden“, sobald die Kinder in Deutschland sind

In der Osterzeit machten sich jedes Jahr Heerscharen von Pilgern auf den Weg nach Nahost ins „Heilige Land“, aber nicht nur dorthin. Viele verbanden ihre Pilgerreise mit einem Abstecher nach Syrien, das neben dem heutigen Israel als Wiege der Christenheit gilt. Solche Reisen bedürfen einer guten Planung und Organisation. Deshalb bucht man diese am besten bei einschlägig erfahrenen Reisebüros. Nur wenige Pilger sind in der Lage, solche Reisen auf eigene Faust durchzuführen, selbst wenn sie schon mehrfach dort waren.

Aber dieses Jahr ist alles anders. Der Pilgerstrom ins Morgenland ist ausgeblieben. Nicht nur Israel hat die Grenzen wegen Corona dicht gemacht, zahlreiche andere Länder ebenfalls. Auch in diesem Jahr hält der „Pilgerstrom“ an, allerdings in umgekehrte Richtung ins gelobte Merkel-Land. Es wird von Migranten aller Herren Länder gelobt, weil dessen Kanzlerin als die neue Mutter Teresa der Welt gilt und liebevoll Mutti genannt wird. Sie erlaubte die letzten fünf Jahre nicht weniger als 8,5 Mio. Zuzüge nach Deutschland.

Allerdings klappt die Übersiedlung aus den Herkunftsländern ins Herz Europas nach Deutschland nicht immer auf dem direkten Weg, z.B. über den bequemen Familiennachzug. Viele pumpen ihre Verwandten an, um teure Schlepper zahlen zu können, wenn sie selbst nicht wohlhabend genug sind. Oder sie verkaufen ihr Haus für das Glück in der Ferne. Nein, Glück ist es eigentlich nicht, denn sie wissen was sie tun; dass sie bei uns ein Recht auf Unterbringung in Heimen, Wohnungen und ganzen Häusern haben, Verpflegung sowie Familiennachzug erhalten.

Unter den Migranten sind alle Altersklassen vertreten. Darunter sollen sich 1.500 Kinder aus Nahost auf griechische Inseln durchgeschlagen haben. Ohne Eltern, Onkeln oder Tanten – unbegleitet! Eine solche Annahme widerspricht jeder Ratio. Kinder mit zehn Jahren sollen alleine von z.B. der Rebellenhochburg Idlib nahe der türkischen Grenze (wo sonst) sich zum 2.460 km entfernte München aufgemacht haben? Auf dem Landweg sind es über 3.000 km, aus dem irakischen Mossul wären es noch 500 km mehr. Und über die Zwischenstation Ägäis noch weiter. Im Kindesalter sprechen sie noch kein Englisch, das für eine solche Reise auf eigene Faust durch mindestens sieben fremde Länder unumgänglich ist. Apropos „Faust“: Womit sollen sich diese Kinder den Platz in einem Schlauchboot erkämpft haben?

Den Deutschlandfunk mit solchen Fragen konfrontiert, meinte der Sender am 2.3.2020, die Eltern dieser Kinder würden schon bei uns leben: „Sie müssen lange warten; zehn, zwölf Monate oder auch länger, bis sie aufs Festland können oder nach Europa, um zu ihren Familien zu gelangen. Viele Kinder verlieren ihre Lebenslust, wollen Selbstmord begehen… Da müsste die EU eine Lösung finden“, fordert daher der DLF. Jedenfalls das europäische Deutschland hat diese Lösung schon – den Familiennachzug, von dem hunderttausendfacher Gebrauch gemacht wird.

Folgende Fragen stellen sich: Sind die Eltern tatsächlich schon in Deutschland, und weshalb haben sie ihre Kinder nicht mitgenommen? Warum holen sie ihre Kinder nicht in Griechenland ab? Insbesondere stellt sich aber die Frage, sind diese Kinder wirklich alleine auf Tour? Ich wollte jede Wette abschließen, die Eltern dieser „unbegleiteten“ Kinder haben ihre Sprösslinge auf die Reise sehr wohl mitgenommen, halten sich aber auf den griechischen Inseln im Hintergrund. Sobald diese Kinder im gelobten Land sind, macht eines der UN-Hilfswerke plötzlich die Eltern in Griechenland ausfindig. Aber dann wird nicht etwa das Kind aus Deutschland zurückgeholt und in Griechenland oder Bulgarien mit den Eltern zusammengeführt, sondern die Eltern werden nach hier geholt.

So jedenfalls lief das Geschachere unter dem Namen „Familienzusammenführung“ bisher immer: Die ganze Familie zieht zu dem einen Familienmitglied und nicht, was einfacher und logischer wäre, das Kind zur Familie. Was fast so ist, als würden die Astronomen statt den Erdtrabanten um die Erde, unseren Planeten um den Mond kreisen lassen wollen.

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