Italien will keine 39 Milliarden Euro aus dem ESM, sondern Eurobonds…

Italien verzichtet auf 39 Milliarden Euro aus dem ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus), nimmt aber gerne das europäische Kurzarbeitergeld (SURE) und die Unternehmenskredite der Europäischen Investitionsbank EIB in Anspruch. Ist Italien plötzlich so reich geworden um auf 39 Milliarden Euro zu verzichten? Nein, Italien ist ein Land das über Jahrzehnte über mafiöse Strukturen verfügt und Regierungen hatte die mit Mafia-Leuten durchzogen waren. Italiens Steuereinnahmen, die stets geringer waren als z.B. in Deutschland, flossen häufig in nicht nachvollziehbare dunkle Kanäle. Italien hat eine schlechte Kreditwürdigkeit, begrenzte Neuverschuldungsmöglichkeiten und die Zinsen sind bei einer schlechten Bonität höher. Zudem unterliegen Gelder aus dem ESM einer EU Kontrolle, auch wenn die EU für Kredite zum Gesundheitswesen derzeit geringe bis keine Maßstäbe anlegt. Dennoch könnten Tatsachen auftauchen, die Italien überhaupt nicht angenehm sind.

Italiens Regierung möchte einen anderen Weg, keine 39 Milliarden aus dem ESM, sondern die Eurobonds. Bei einer Vergemeinschaftlichung aller Schulden der Euro-Staaten haften alle Euro-Staaten, insbesondere Deutschland, für die italienischen Schulden. Auch gibt es keine Kontrollen, denn alle Euro-Staaten nehmen gemeinsam neue Schulden auf, selbst wenn nur Italien die neuen Geldmengen benötigen würde. Eurobonds sind ein Freibrief für unsolides Handeln der Eurostaaten, denn die Schuldenaufnahme bestimmen die Nationalstaaten und alle anderen Staaten stehen ohne ihren eigenen Einfluss in Haftung dafür. Insbesondere Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und Portugal wären die großen Nutznießer der Eurobonds. Deutschland jedoch der große Zahlmeister; ist Deutschland schon der größte EU-Nettoeinzahler, so wäre Deutschland bei den Eurobonds der Haftungsriese. Im Klartext haften die deutschen Sparer mit ihren Spareinlagen und privaten Altersabsicherungen. Gesteuert wird dies über Inflation und Negativzins, eine stetige Verteuerung der Lebenshaltungskosten und Strafzinsen auf die Spareinlagen sind die unabwendbaren Folgen der Vergemeinschaftlichung aller Schulden im Euroraum. Wer als in Deutschland lebender Bürger pro Eurobonds eingestellt ist, hat entweder Geld in Massen zur Verfügung (wozu die Politiker gehören), oder ist Hartz-4 bzw. Sozialhilfeempfänger, oder ist Schuldenkönig und hat bereits den Offenbarungseid geleistet, oder versteht überhaupt nichts, wovon es allerdings eine reichliche Anzahl von Personen gibt.

Der Euro war von Anfang an eine Fehlkonstruktion, weil er für wirtschaftlich ungleiche Staaten die gleiche Anwendung fand. Somit waren Ab- und Aufwertungen für die Nationalstaaten nicht mehr möglich, verteuerten die Waren- und Dienstleistungen in den europäischen Südstaaten auf Kosten der Konkurrenzfähigkeit. Die horrende Verschuldung war damit vorprogrammiert. Alle Politiker, die 1998 in Deutschland der Euro-Einführung zustimmten, sind leider nie zur Rechenschaft gezogen worden, so wie es bei Politikern stets üblich ist.

Überraschung – Italien sagt Nein zu 39 Milliarden der EU!

Wenn er Ja sagen würde, dann würde die Regierung in Rom platzen und der Weg wäre frei für Salvini und die Lega.

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