Immer mehr Bauern verkaufen ihr Land an die Großkonzerne

Von Wolfgang Schlichting – Publizist + Buchautor

Es soll ja Leute geben, die sich nicht nur für Windmühlen und E-Autos, sondern auch für Veränderungen in Deutschland interessieren, die nichts mit Flüchtlingen, sondern mit dem Land zu tun haben und deshalb schreibe ich einmal darüber, was mit dem deutschen Grund und Boden passiert.

Immer mehr Bauern machen sich im wahrsten Sinne des Wortes vom Acker, weil das bäuerliche Handwerk tatsächlich goldenen Boden hat, derzeit liegt der Preis in Sachsen bei 16.000,00 Euro pro Hektar Ackerboden und es gibt sogar noch einige Bundesländer, in denen erheblich mehr für einen Hektar bezahlt wird und je mehr Land die Bauern verkaufen, umso höher steigt der Bodenpreis, weil schon ca. 70% der Äcker nicht mehr den Bauern gehören, von denen sie bewirtschaftet werden.

Die Investoren (Aldi und andere Supermarktkonzerne lassen grüßen) kaufen keine Äcker, sondern 95% der „Bäuerlichen Betriebe mit Land“ wodurch die ja nicht unerhebliche Grunderwerbssteuer wegfällt. Da die Eigentümerwechsel nicht bei Behörden gemeldet werden müssen, sondern nur im Handelsregister eingetragen werden, erfahren nur Insider, dass der Bauer nicht mehr „Panschüppenschewski“, sondern „Schnappi GmbH & Co KG“ heißt.

Wenn man bedenkt, dass die Grundstückspreise für Ackerland in den letzten 10 Jahren um rund 150% gestiegen sind, machen die neuen „Futterkrippenbesitzer“ nichts falsch, wenn sie sich nicht mit den GRÜNEN, sondern mit Grünkohl beschäftigen, denn bei den GRÜNEN steigert sich nicht der Wert, sondern nur der Wahnsinn. Die Übernahme der Bauernhöfe hat jedoch auch sein Gutes, denn welcher Supermarktkonzern kauft seine Landwirtschaftserzeugnisse noch im Ausland, wenn er sie vom eigenen Acker erheblich günstiger bekommt, womit ich allerdings nicht sagen will, dass sich selbiges positiv auf den Verkaufspreis auswirkt.

Nicht alle Bauern freuen sich darüber dass Großkonzerne immer mehr die Macht über die landwirtschaftliche Erzeugnisse übernehmen, denn wenn sie ihre Kartoffeln bei den Lebensmittelkonzernen los werden wollen dürfen die natürlich nicht teurer sein, als die in Eigenregie produzierten Erdäpfel. Wenn man einmal darüber nachdenkt, dass ein Kleinbauer für 100 Hektar Ackerland mindestens 1,6 Millionen Euro erhält und keine Probleme mehr mit Missernten, oder immer höheren Steuern und Abgaben hat kann man schon verstehen, dass ihm die 1,6 Millionen „Käsch in de Täsch“ lieber sind, als darauf zu warten, dass ihm die GRÜNEN vorschreiben, wie er seine Produkte unter neuen Umweltschutzbedingungen anzubauen hat. Wer jetzt seinen Acker verkauft, kann über die nächste dunkelgrüne Düngerverordnung nur noch herzlich lachen.

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