Seenotpartys liegen im Trend und die Presse ist gleich mit dabei

Von Wolfgang Schlichting – Publizist + Buchautor

Kreuzfahrten mit Luxuslinern sind nur noch was für Rentner, Abenteuerreisen auf den altersschwachen „Rettungsbooten“ der deutschen Seenotsyndikate, die im Mittelmeer auf afrikanische Passagiere warten liegen hingegen voll im Trend, denn das freundschaftliche Zusammentreffen mit gefährlichen, libyschen Mafiosis, von denen die Afrikaner zu den „Rettungsbooten“ gebracht werden ist erheblich prickelnder als der Champagner, der auf den Kreuzfahrtschiffen in Strömen fließt und wenn dann auch noch die Reporter der „BILD“ Zeitung mit an Bord sind, die über die Bordpartys auf den „Rettungsbooten“ berichten und die gut gelaunten und mit der Besatzung fröhlich tanzenden Passagiere dabei über die Ticketpreise für den Transport von der libyschen Küste zu den deutschen „Seelenverkäufern“ befragen staunt man nicht schlecht, was sich hinter dem Begriff „Seenotrettung“ verbirgt.

Als ich vor ein paar Jahren als Matrose auf einem Frachtschiff anheuerte war ich der festen Überzeugung, dass es für uns nichts Schlimmeres gibt, als in Seenot zu geraten, ich stellte mir damals vor, dass ein Schiff in sturmgepeitschter See und haushohen Wellen einen Maschinenschaden hat, oder das Ruder ausfällt und es nur noch eine Frage von wenigen Minuten ist, bis das Schiff von den gewaltigen Monsterwellen zum Kentern gebracht wird und die Besatzung über Bord geht, dass die Übernahme von Passagieren bei Windstille und spiegelglatter See als „Seenotrettung“ bezeichnet wird, wäre mir damals garantiert nicht in den Sinn gekommen.

Sachlich betrachtet müssten alle Kreuzfahrtschiffe und Fähren ebenfalls als „Rettungsboote“ bezeichnet werden, denn sie machen ja nichts anderes, als die von den Medien und deutschen Politikern als „Rettungsboote“ bezeichneten Fährschiffe, sie bringen Passagiere gegen Entgeld zu europäischen Zielhäfen, von denen die Passagiere überwiegend nach Deutschland weiter reisen, außergewöhnlich ist dabei nur, dass die Weiterreise nach Deutschland, sowie auch ihr dortiger Aufenthalt im Regelfall bis zu ihrem Ableben vom deutschen Staat finanziert wird. Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn deutsche Besatzungsmitglieder aus echter Seenot gerettet werden, wir werden weder lebenslänglich vom Staat alimentiert noch bekommen wir eine Wohnung, oder je nach Familiengröße ein Haus, dessen Miete samt Nebenkosten vom Staat finanziert werden, wir müssen zusehen, dass wir sofort wieder auf einem anderen Dampfer anheuern können, damit wir unsere Lebenshaltungskosten und natürlich auch die Lohnsteuer und die Sozialabgaben bezahlen können und ich finde es ganz schön ungerecht, dass mit meiner Lohnsteuer und den von mir gezahlten Sozialabgaben die in „Seenot“ geratenen Afrikaner finanziert werden.

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