Überbeschäftigte und total ausgelastete Abgeordnete benötigen mehr Geld

Politiker der Bundesebene haben sich ihre Gehälter erhöht, mal wieder. Landespolitiker stehen ihnen natürlich in nichts nach, sie hatten schon erhöht. Abgeordnete des Bundes gleichen sich gehaltsmäßig den Bundesrichtern an und erhalten zukünftig automatische Gehaltserhöhungen, gleichgeschaltet mit den Bundesrichtern. Sogenannte Experten behaupten, hochbezahlte Politiker gewährleisten eine gute Politik und minimieren die Korruptionsanfälligkeit. Abgeordnete behaupten von sich selbst, sie wären überbeschäftigt und voll ausgelastet, korrupt sowieso nicht. Nur wie soll ein normaldenkender Bürger dieses noch nachvollziehen können?

Viele Abgeordnete üben noch hochdotierte Nebentätigkeiten aus, oder sind in nicht politischen Ausschüssen präsent, z. B. in Aufsichtsräten und einige sind selbständige Unternehmer. Wo bleibt hier eine Überbeschäftigung oder „totale Auslastung“ der Abgeordnetentätigkeit? Hier ist nur Geldgier und Egoismus erkennbar und sonst nichts. Menschen, dazu gehören auch Politiker, verfallen oft in den Fehler sich selbst wichtiger zu nehmen als sie überhaupt sind. Mit der steigenden Selbstannahme der Wichtigkeit fällt im gleichen Maße die wirkliche Benötigung des Menschen. Ob hochgestellter Politiker oder einfacher Abgeordneter, alle Personen dieser Gattung reden gerne. Bei den hochgestellten Politikern ist es die Hauptaufgabe von ihrem Beraterstab ausgearbeitete Reden unter dem Volk zu verbreiten. Hingegen die Hauptaufgabe der einfachen Abgeordneten die Aufrechterhaltung des demokratischen Anschein ist. Oder anders ausgedrückt, dass fraktionsgerechte abstimmen nach Vorgabe bei parlamentarischen Abstimmungen (durchwinken der Gesetzesvorlagen). Wahrscheinlich ist mit dieser auf ein paar Stunden begrenzten Pflichtaufgabe (es ist die Einzige) die „Überbeschäftigung mit totaler Auslastung“ gemeint. So sind Redezeiten für den einfachen Abgeordneten doch relativ begrenzt und es bleibt für die Abgeordneten zur Tilgung ihrer Redelust oft nur ihr Wahlkreis, wo jedoch von ihren dort präsenten paar wenigen Parteianhängern der frenetische Applaus sicher ist. Denn wer möchte sonst schon Politiker reden hören? Das Geschwätz besitzt so wenig Glaubwürdigkeitseffekt, sodass viele Politiker daran selber nicht glauben können. Voraussetzung dazu ist jedoch ein bisschen über das eigene Handeln nachzudenken, soweit das gelernte Marionettenverhalten und die überzeugte Selbstüberschätzung dieses im Gehirn überhaupt noch zulassen. Es ist ihr hochbezahlter Job, den sie versuchen auszuüben, es ist nicht mehr und nicht weniger. Politikerverantwortung ist ebenfalls eine Fehlanzeige, denn ein Rücktritt wird mit hohen Ruhestandszahlungen versüßt, oder ggf. lockt als „Belohnung“ ein gutdotierter Posten in der Wirtschaft, beim Staatsfernsehen oder im öffentlichen Dienst.

Politikerverhalten lässt sich jedoch auch auf Arbeitsverhältnisse herunterbrechen, insbesondere im öffentlichen Dienst. Dieser ist größtenteils steuerfinanziert und deshalb dem Politikerverhalten ähnlich. In den Strukturen sind die Hierarchien oft doppelt besetzt und selbst noch die dritte oder vierte Hierarchie ist ausschließlich nur damit beschäftigt die Wünsche der ersten Hierarchie zu verbreiten. So ist es nicht verwunderlich, dass hochbezahlte Angestellte den ganzen Arbeitstag damit verbringen „dummes Zeug zu quatschen“, zu essen und aus dem Fenster zu schauen, diese nicht mehr fähig sind selbstständig eine Leistung zu erbringen oder nur zwei zusammenhängende Sätze zu schreiben. Auch hier ist die Verantwortung gleich null. Doch wenn tatsächlich mal einer auf die Idee kommen würde diese „Arbeitskräfte“ nach ihrer Arbeitsleistung zu fragen, dann sind sie natürlich überbeschäftigt und „voll ausgelastet“, genau deckend mit den Aussagen der Abgeordneten. Wer im öffentlichen Dienst ehrliche Leistung erbringt wird ausgenützt und schlecht bezahlt, dazu gehören alle Dienstleister an der Bürgerfront die täglich sichtbar den Müll entfernen, Menschen befördern oder auf die Kinder der „hochbezahlten, überforderten und total ausgelasteten“ Elitepersonen der Nation aufpassen müssen.

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