Die politischen und kirchlichen Moralapostel

Was haben Kirche und Politik gemeinsam? Die Personen, die für Geld in der Kirche tätig sind möchten andere Menschen bevormunden und den moralischen Zeigefinger erheben. Die Personen, die für Geld in der Politik tätig sind möchten ebenfalls andere Menschen bevormunden und auch gerne den moralischen Zeigefinger erheben. Was ist der Unterschied? Die bezahlten Kirchenleute schwätzen ohne rechtliche Grundlagen und können ihre Meinungen nicht in Gesetze zementieren. Wenn Personen an das „Geschwätz“ glauben, dann ist es ihr persönliches Problem und wenn sie dafür auch noch bezahlen, ist es ihre eigene Schuld, Dummheit oder Überzeugung, je nach Ansichtssache. Politiker hingegen können sehr wohl ihre Meinungen in Gesetze zementieren und dem Volk vorschreiben was es zu tun und zu lassen hat. Auch kann das Volk die Politikerbezahlung nicht verweigern, ihre Gehälter, finanziellen Absicherungen und Ruhegeldzahlungen haben die Politiker selbst festgelegt und in entsprechende Gesetze und Verordnungen zementiert. Es sind Teile von Steuerzahlungen, den sich kein Bürger entziehen kann (mit Ausnahme spezieller Großkapitalisten).

Das Politiker und Kirchenleute immer mal wieder moralische Fehler machen, zeigt das diese Wesen ebenfalls nur aus Menschen bestehen und keine „aufgezogenen Roboter“ sind, auch wenn das Marionettenverhalten unübersehbar ist. Die neuesten Fälle die an die Öffentlichkeit gelangten, waren jetzt Tebartzt van Elst (Kirche) und Edathy (Politik). Im Fall Edathy übertreffen sich jetzt die Politiker mit Heucheleien, welches früher nur der Kirche vorbehalten war. Mit Äußerungen wie nichts gewusst, nichts gesehen, nichts gehört, nichts gesagt und allen möglichen Windungen versuchen die betroffenen Politiker ihren Sessel zu behalten, obwohl bei einem Sesselverlust keine finanziellen Nachteile zu befürchten sind, denn abgesichert gegen alles haben sie sich ja selbst. Edathy ist schon öffentlich angeprangert, ein ehem. Innenminister nahm seinen Hut und für die restlichen beteiligten Politiker, die alle nichts gewusst und gesagt hatten, soll es nun genug sein. Schließlich gehört noch ein bisschen Macht auch zu der immer verbleibenden sicheren Geldzufuhr.

Politik muss sein, ob so wie in der derzeitigen Form bleibt erst mal dahingestellt, denn mehr Demokratie ist mit Sicherheit möglich. Weniger hochbezahlte „Marionettenabnicker“ und mehr Bürgerbeteiligung, z. B. in Form von Volksabstimmungen. Doch dieses wird immer an den Politikern scheitern, denn keiner gibt gerne Macht und viele hochdotierte Posten ab. Kirche muss mit Sicherheit nicht sein, doch ist dieses eine persönliche Entscheidung jedes einzelnen ob die „kirchlichen Predigten“ Benötigung finden sollen und deren Bezahlung rechtfertigen.

Doch Politiker und Kirchenfunktionäre befassen sich auch mit moralischen Themen, die für den mündigen Bürger eine Selbstbestimmung sein müssten. Denn jeder ist für sein Leben selbst verantwortlich und einer gesetzlichen Regelung bedarf nur die Schädigung gegenüber einem anderen. Kirchenfunktionäre gestalten keine Gesetze, sondern predigen nur Moral und versuchen Einfluss zur Politik auszuüben. Zum Glück hat die Kirche keine gesetzgebende Gewalt mehr, denn sie hat in ihrer Geschichte schon genug Unheil angerichtet. Die bestimmenden „Moralapostel“ sind heute alleinig Politiker und dieses sind Menschen mit allen moralischen Verfehlungen die jeder Mensch naturbedingt besitzt. Alle Politiker wären gut beraten, wenn sie die Gesetze die eine persönliche Selbstbestimmung einschränken gänzlich streichen. Hierbei muss auch die Lobbyistenpolitik gegenüber z. B. der Gesundheitsindustrie oder der Kirche gänzlich entfallen. Zur Selbstbestimmung eines jeden mündigen Bürgers gehört unter anderem insbesondere das Recht zu einer aktiven und passiven Sterbehilfe oder den Schwangerschaftsabbruch. Aber auch die freiwillige Prostitution, oder die Freigabe von Rauschmitteln mit der Änderung des Betäubungsmittelgesetzes. Wenn ein Mensch mit Rauschmitteln sein Leben beenden möchte ist es eine persönliche Entscheidung und nicht die Entscheidung von Politikern. So ganz nebenbei wäre dann ganzen Verbrecherorganisationen mit Mafiastruktur die Existenz zu nehmen.

Zurzeit sollen Abgeordnete darüber debattieren, ob die „Pille danach“ zur käuflichen Freigabe gelangt, oder nur auf Rezept. Es ist für den normaldenkenden Menschen eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass so etwas ohne Rezept erhältlich ist (die „normale Pille“ müsste es eigentlich selbstverständlich auch ohne Rezept geben). Wenn Abgeordnete nur einmal darüber nachdenken würden, was sie denn eigentlich sind, dann würden sie jede Debatte darüber ablehnen und sofort alle Gesetze die eine persönliche Selbstbestimmung widersprechen streichen. Sie müssten sich schämen, als „Moralapostel“ agieren zu müssen und für betroffene Menschen Entscheidungen herbeizuführen, die sie persönlich nie durchleben. Wenn Abgeordnete die Einsicht erlangen könnten, dass sie vollkommen ungeeignet sind ethische und moralische Bevormundungen für andere Menschen zu treffen, dann könnte sich das Bild von dem geldgierigen, marionettenhaften Gesetzesdurchwinker mit dem moralischen Zeigefinger bestimmt zu dem positiven Politiker wandeln.

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