Die Ansichten von Volksteilen zu den vermögenden Reichen

Die Politik hat sich im Rahmen der bevorstehenden Koalition der beiden sogenannten Volksparteien von der Reichensteuer verabschiedet. Alle die mehr haben, sollen auch mehr besitzen, dass ist die Logik der neuen Koalition. Also genau so weiter wie CDU/CSU und FDP, wie CDU/CSU und SPD davor und natürlich auch SPD/GRÜNE wiederum davor. Die politischen Volksvertreter sind froh, wenn die Reichen wenigstens ihr Vermögen überhaupt nach dem geltenden Recht in Deutschland versteuern, denn auch dieses vermeiden viele Reiche. Steuerflucht zu Steueroasen hat sich für diesen Standesdünkel zum Volkssport entwickelt. Aber z. B. auch ganz legale Abschreibungsgeschäfte erhöhen den Reichtum, sogar mit dem politischen Einverständnis. Geldwaschanlagen können halblegal betrieben werden weil die gesetzgebende Gewalt gerne die Augen verschließt, sei es zum Eigenvorteil oder auch nur die enge Verbundenheit zum Kapital.

Die große Mehrheit im Volk lehnt einen unverhältnismäßigen Reichtum ab, der oftmals nur durch ein Erbe entstand. Teilweise entstand Reichtum auch mit Glück, besonderen Talent, unrechtmäßigen Aneignungen oder sonstigen unsauberen Methoden, aber keinesfalls durch Arbeit. Also sind die Reichen im Regelfall nicht sehr beliebt und die Ausnahmen bilden nur die Personen, die sich sozial engagieren und große Teile ihres Vermögens freiwillig der Allgemeinheit zurückgeben. Also würde die Einführung einer Reichensteuer in Deutschland bei dem Durchschnittsvolk eine große Zustimmung bekommen. Die bestimmende Politik lehnt diese jedoch ab, um die Macht des Kapitals nicht einzudämmen. Profitieren denn in Deutschland so viele Politiker von der reichen Schicht? Bestimmt nicht alle, denn die meisten Politiker sind nur abstimmende Marionetten der Vorgaben ihrer Vordenker und diese sind wiederum dem Kapital hörig.

Aber die Volksmeinung über die Reichen kann auch teilweise lächerlich sein. Da gibt es im Fernsehen, bei RTL2, eine Serie über das Leben von Millionären die sinnlos ihr Geld verprassen. Diese Serie besitzt sogar einen Beliebtheitsgrad und hat auch ihre eigenen Fans, die mit Sicherheit nicht zu der reichen Schicht gehören. Aber das ein Fernsehsender eine Serie mit neureichen Millionären dreht, um zu zeigen wie reiche Menschen ihr Geld verprassen und diese Millionäre dafür auch noch bezahlt, kann nur weiteres Unverständnis für die Medienwelt auslösen. Die Zuschauer, die sich eigentlich höhere Abgaben für Millionäre wünschen und sich an dieser Serie erfreuen, sind ebenfalls nicht mehr zu retten. Aber dieses ist ein Beispiel, wie es so um die Volksmeinung bestellt ist und wie diese einzuordnen ist. Wenn man dieses einfache Beispiel weiter betrachten würde und mit einer Volksabstimmung in Verbindung bringen könnte, dann sollte man sich lieber nicht vorstellen wie das Ergebnis aussehen würde. Zwar sind Volksabstimmungen der demokratischste Weg in einer Demokratie, aber ist ein Volk dafür überhaupt geeignet? Die Volksmeinung lässt sich viel zu leicht von den Medien lenken und zwar dahin, wo es das Kapital möchte. Die Reichen verteufeln und die Millionäre im Fernsehen lieben, sagt dieses nicht ein bisschen über den Zustand von einem Teil des Volkes aus?

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