Die gerechte Reichensteuer in Frankreich und die jammernden Fußballvereine

Frankreich führt die Reichensteuer ein und die französischen Fußballvereine jammern. Ist eine Reichensteuer von 75 Prozent für die Reichen der Reichsten zuviel? Nein, es ist noch zu wenig. Es müssten 90 Prozent sein und das auf der ganzen Welt. Die Verhältnismäßigkeit ist total aus dem Ruder gelaufen, die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und der Rest dümpelt vor sich hin.

Warum jammern z. B. die Fußballvereine? Die Spieler werden so hoch bezahlt, dass mit der Leistung in keiner Weise zu rechtfertigen ist. Wenn ein Fußballspieler eine Million Euro im Monat bekommt, oder die sogenannten Superstars der Superlative 10 Millionen Euro monatlich erhalten, wo ist dann noch die Verhältnismäßigkeit. Bei einer Million Monatsgehalt verbleiben dem Spieler auch bei einer 75prozentigen Besteuerung immer noch 250.000 Euro, er kann sich also immer noch jeden Monat einen Ferrari kaufen. Bei 10 Millionen Euro monatlich verbleiben ihn 2,5 Millionen Euro, was jeden Monat einem hohen Lotto Gewinn gleich kommt. Bei dem Menschenhandel der Spieler wandern astronomische Geldsummen über die Tische. Wenn Hundert Millionen Euro Ablösesummen gezahlt werden, dann ist es nur Recht, wenn 75 Prozent davon an die Allgemeinheit fließen und nicht in die Taschen der vereinsbesitzenden Milliardäre, Oligarchen, Ölscheichs oder Konzernbesitzern. Doch wichtig ist, dass dieses alles weltweit geschieht, sonst gibt es indem Land wo diese gerechten Steuergesetze bestehen bald keinen Fußballverein mehr. Die Spieler spielen dann auch für weniger Nettogehalt, denn sie merken bei diesen Summen gar nicht, dass 75 Prozent versteuert werden und wissen, dass ihnen bei jedem anderen Job nur ein Prozent ihres Gehaltes gezahlt würde.

Wenn in einem kapitalistischen System das Vermögen bei wenigen Menschen unverhältnismäßig wächst und die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander driftet, dann muss mit der staatlichen Steuerkeule ein bisschen mehr Gerechtigkeit geschaffen werden. Dieses wäre eigentlich die Pflicht eines jedem Politikers. Aber die Politiker schützen im allgemeinen den Reichtum, sei es um ihren eigenen Vorteil oder des mangelnden Durchsetzungsvermögens, weil das Kapital die Politik steuert. Das bedeutet jedoch nicht, dass es in einem kommunistischen System besser ist, denn dort sind nur die Politiker die Reichen der Reichsten und alle anderen leben an der Armutsgrenze. Monarchie ist erst gar nicht zu nennen, denn dieses ist wohl zusammen mit einer Diktatur das schlimmste was je einem Volk passieren kann.

Der französische Staatspräsident Hollande bringt mit der Einführung einer 75prozentigen Reichensteuer mit Sicherheit die richtige Idee hinein, nur alle anderen Staaten müssten ihm darin folgen. Nur Staatenübergreifend macht die Reichensteuer wirklich Sinn, damit es keine Länderflucht der Reichen gibt und sichergestellt ist, dass diese zusätzlichen Steuereinnahmen der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Natürlich müssten alle Politiker auch lernen, Steuergelder richtig und gerecht einzusetzen, denn sonst gehen diese staatlichen Steuereinnahmen über Umwege wieder zurück zu den Reichen. Aber das Kapital steuert mit ihren populistischen Gehilfen die Politiker so, damit erst gar keine Reichensteuer zur Einführung gelangt, oder zumindest die Steuereinnahmen wieder dem Kapital zugeführt werden. Denn die Korruption ist sowohl für die Reichen als auch den Politikern das liebste Kind.

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One Reply to “Die gerechte Reichensteuer in Frankreich und die jammernden Fußballvereine”

  1. Geld und Religion

    „Die bisher im Interesse des Kapitalzinses künstlich gehemmte und eingeschnürte Volkswirtschaft wird sich also infolge der Freigeldreform erst voll und ganz entfalten, nun erst ihren natürlichen ungehinderten Verlauf nehmen können und das ganze Volk zu ungeahntem Wohlstand, zu allgemeiner Kultur und Bildung emporheben. Es gibt dann zwar keine Kapitalisten und Rentiers, keine „Geldkönige“, aber auch kein „Proletariat“ mehr, sondern nur noch Arbeiter, gleichviel, ob sie mit der Hand oder mit dem Hirn arbeiten, denn wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen. Aber diese Arbeiter werden keine besitzlosen Proletarier mehr sein, die es als eine Gnade ansehen müssen, überhaupt arbeiten, Güter und Reichtümer erzeugen zu dürfen, sondern sie werden, infolge ihres verdoppelten und verdreifachten Arbeitsertrages und der dadurch ermöglichten großen Ersparnisse, selbst die Geschäftsanteile der Betriebe erwerben können, in denen sie arbeiten. So werden sie allmählich in den Besitz der Produktionsmittel gelangen und am eigenen Leibe erfahren, dass das Eigentum an den Produktionsmitteln nicht die Ursache des „Mehrwertes“ und der „Ausbeutung“ ist, wie die Sozialisten und ihr Lehrer, Karl Marx, behaupten.“

    Georg Blumenthal (aus „Die Befreiung von der Geld- und Zinsherrschaft“, 1916)

    Die heutigen Sozialisten, die wenigstens schon eingesehen haben, dass eine Verstaatlichung der Produktionsmittel die Lage der arbeitenden Menschen nur noch hoffnungslos verschlimmern kann, glauben stattdessen an die Möglichkeit einer wie auch immer gearteten „Umfairteilung“, um die Zinsumverteilung, die sie nicht begreifen, irgendwie zu korrigieren oder zumindest abzumildern. Warum das unmöglich ist, sollte jetzt klar sein: Der „Mehrwert“ kann nicht besteuert werden, weil vorher das „liebe Geld“ streikt und die Warenproduktion unterbindet. Alle Steuern – auch „Reichensteuern“ – und Sozialabgaben werden immer von den Arbeitern bezahlt und niemals von den Kapitalisten, solange die Volkswirtschaft noch kapitalistisch ist, d. h. solange Zinsgeld verwendet wird. Tatsächlich ist eine „Umfairteilung“ das Gegenteil von „gerecht“, weil sie nur die echten Leistungsträger der Gesellschaft, also diejenigen, die aufgrund eigener Leistung ein hohes Arbeitseinkommen haben, überproportional bestraft, während die echten Parasiten, die „funktionslosen Investoren“, in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) nicht belangt werden können.

    Die Lösung der uralten Sozialen Frage ist nicht durch eine Abschaffung der Marktwirtschaft (die immer im Staatskapitalismus endet) und auch nicht durch beliebige planwirtschaftliche Zwangsmaßnahmen in einer kapitalistischen Marktwirtschaft, sondern nur durch die Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform möglich. Rein technisch betrachtet ist das relativ einfach;…

    Wohlstand für alle

    …nicht aber in psychologischer Hinsicht, weil der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation die Überwindung der Religion, den Erkenntnisprozess der Auferstehung, voraussetzt:

    Glaube Aberglaube Unglaube

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