Die politischen Vorstellungen der Arbeitszukunft in Deutschland, mal abstrakt gedacht

Alle Menschen sollen lange lernen und ein Studium besitzen. Alle Menschen sollen einen Arbeitsplatz mit hoher Qualifikation bekommen. Quotenregelungen sollen die Gleichheit der Geschlechter sicherstellen. Bis hierhin eine nachvollziehbare politische Denkensweise. Doch wer soll denn noch arbeiten, wer soll denn noch an Nachwuchs denken? Eine hochqualifizierte Gesellschaft, die nicht mehr arbeiten möchte sondern nur noch arbeiten lassen. Man stelle sich vor: Politische Vordenker, betriebliche Führungsriegen, qualifizierte Ideengeber, gebildete Arbeitskreise, unendliche Besprechungsrunden und ein endlich herbeigeredetes Ergebnis. Doch jetzt die Frage: Wer setzt das Ergebnis um? Es gibt keine Arbeitskräfte mehr, an diese hat die Politik nicht gedacht. Eine Zukunftsvision, die Wirklichkeit werden könnte nach der vorherrschenden politischen Denkensweise, die allerdings immer wie die Fahne im Wind ist.

Ja und der Nachwuchs? Gleichberechtigte Partner in hochqualifizierten Stellungen. Keiner möchte zurückstecken, keiner auf Einkommen und gesellschaftlichen Status verzichten. Aber zum Glück gibt es ja die Kitas, also den Nachwuchs mal schnell dorthin. Doch welche Personen sollen denn in den Kitas beschäftigt sein? Eine hochqualifizierte deutsche Gesellschaft möchte doch nicht mehr in den tiefen Abgründen des Arbeitslebens ihre Tätigkeiten nachgehen. Wenn denn dort überhaupt eine Tätigkeit, dann doch wohl nur in einer entsprechenden Führungs- bzw. Leiterfunktion.

Dieses gilt ebenfalls für viele andere Dienstleistungsberufe, die in der Gesellschaft nach der heutigen Auffassung einen niedrigen Stellenwert besitzen aber enorm wichtig für ein funktionierendes System sind.

Soll denn etwa das deutsche Klassendenken wieder einsetzen? Für die Deutschen nur hochbezahlte Traumjobs mit geringer Arbeitsleistung und für alle anderen Tätigkeiten Arbeitskräfte aus Südeuropa, die dann möglichst noch zu besonderen Niedriglöhnen alle Arbeiten verrichten sollen die das System aufrecht erhalten?

Die sogenannte bessere Gesellschaftsschicht (die es eigentlich nicht geben dürfte, denn alle Menschen sollen angeblich gleich sein?), wozu die Politikergeneration ebenfalls gehört, leisten sich persönliches Dienstpersonal. Diener für Menschen zu sein, war schon seit jeher eine äußerst diskriminierende Tätigkeit und war in den früheren Zeiten in der Sklaverei zu finden. Doch gerade Politiker, die nie aufhören das Wohl für das Volk zu predigen, die Gleichheit und Gerechtigkeit für alle prognostizieren, leisten sich „Diener“, die auch nicht selten aus den ärmeren Ländern stammen.

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