Ein Kanzlerkandidat für ein aussichtsloses Rennen in einer gleichgeschalteten Politiklandschaft

Die SPD schickt Steinbrück in das Rennen um das Kanzleramt. Jetzt hatte es die SPD auf einmal sehr eilig es offiziell zu machen, was vor ein paar Tagen noch keiner sagen durfte. Der Vorsitzende Gabriel rechnet sich keine Chancen aus Kanzler zu werden und Steinmeier wollte nicht schon wieder verlieren. Die Chancen das Steinbrück Kanzler wird sind jedoch ebenfalls minimal, doch einer muss sich ja für das aussichtslose Rennen zur Verfügung stellen. Steinbrück hat bereits das Rentenalter erreicht und kann sich nach dem Wahlkampf zur Ruhe setzen, denn einen Ministerposten bei einer wahrscheinlichen großen Koalition im Kabinett Merkel möchte er ja nicht annehmen. Die rot/grüne Koalition, die angestrebt wird, wird es zum Glück nicht geben, denn es würde dann wieder eine neue Kürzungs- und Abgabenagenda nach Schröders Vorbild wahrscheinlich. Die Grünen würden zur Durchsetzung ihrer Interessen eine neue Abgabenwelle anzetteln und die SPD die Beitragssätze zur Renteversicherung erhöhen, aber die Renten kürzen und die private Versicherungswirtschaft steuerlich fördern, alles nach Schröders Vorbild. Beide Parteien benötigen mehr Steuereinnahmen um Europa und den Euro zu „retten“, damit vor dem Eurozerfall alle europäischen Euro-Staaten wenigstens gleich arm sind. Es ist hier nicht außer acht zu lassen, dass Steinbrück die Politik Schröders verfolgt und dort ansetzt, wo Schröder aufgehört hatte. Alles Handeln muss zum Wohle der mächtigen Industrie geschehen.

Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass es den Durchschnittsbürger bei einer schwarz/gelben Koalition besser ergehen würde. Der normale Bürger würde genau so geschröpft, nur die Nutznießer wären andere. Die FDP mit ihrer berühmten Klientelpolitik für wenige, muss der Durchschnittsverdiener bezahlen. Die FDP hat ihre teure Klientel und die Grünen ihren Öko-Wahn, dieses finanzielle Opfer muss der Bürger für die koalierenden Kleinparteien aufbringen. Die CDU/CSU freut sich, dass die SPD unter Schröder CDU Politik betrieben hat und den großen Einstieg in die soziale Kürzungsmaschine vollendete. Die CDU brauchte nur noch Stückchenweise kürzen und erschien somit sogar sozialer eingestellt als sie in Wirklichkeit ist. Aus diesem Zustand erntet bis heute Frau Merkel ihre Früchte. In der Europapolitik mit dem verbundenen „Rettungswahn“ sind beide Parteien gleich, die SPD unterstützt in der Opposition die CDU und keiner Partei kostet Europa zuviel. Beide Parteien wollen das Geld dazu von dem Durchschnittsbürger und verschonen die Banken, das Kapital und die Industrie. Beide Parteien führten Billiglohnjobs und Leiharbeit ein, senkten das Rentenniveau und erhöhten die Lebensarbeitszeit in genüsslicher Eintracht. Jetzt merken sie, dass mit den Billiglohnjobs gar keine ausreichenden Rentenanwartschaften zu erreichen sind und machen wieder unausgegorene, unzureichende Vorschläge um Sozialausgaben den Rentenkassen zu überlassen und dabei dem Rentner trotzdem nur Sozialhilfe zuzugestehen. Die Politik von CDU und SPD führt unweigerlich in die Armut des Volkes, schützt jedoch zugleich den Reichtum von wenigen.

Die Konstellation der Parteien wird wahrscheinlich, bei einer zu erwartenden Wahlbeteiligung um die 60 Prozent, nur eine Koalition von CDU/CSU und SPD zulassen. Mit dieser Option, womit die Parteien auch schon kalkulieren, gibt es parteilich keine Probleme, denn die Parteien und Politiker sind schon lange gleichgeschaltet. Nur die Herren Steinbrück, Steinmeier und Gabriel wollen nicht in das Kabinett Merkel (CDU/CSU wird wieder die stärkste Fraktion stellen), weil es ihre persönliche Eitelkeit nicht zulässt. An gegensätzlichen Vorstellungen liegt es bei diesen gleichgeschalteten Politikern bestimmt nicht. Warum sollten denn CDU Sympathisanten SPD, oder SPD Sympathisanten CDU wählen? Es bedeutet im Endeffekt die gleiche Situation, denn CDU/CSU und SPD, oder CDU/CSU und FDP, oder SPD und die Grünen werden den deutschen Durchschnittsbürger zur Kasse bitten, die sozialen Leistungen kürzen und die schleichende Armut weiter voran treiben. Denn nur wenn das Umverteilungsproblem von den Politikern angegangen wird, hat Deutschland noch eine Zukunft und daran sind alle o. g. Parteien im eigenen Interesse ihrer angehörenden Politiker nicht interessiert. Spitzenpolitiker möchten mit der Hilfe des bestimmenden Kapitals ihre Macht erreichen oder bestätigen, die einfachen Abgeordneten, oder besser die durchwinkenden Statisten, sehen nur ihre persönlichen Vorteile durch Geldzuwendungen in Form von Diäten mit verbundenen Zusatzeinkünften aus der kapitalistischen Gesellschaft. Wie sollen diese Politiker für eine gerechte Umverteilung der Vermögen Sorge tragen, wenn sie sich doch schon längst aus Eigeninteressen selber in die Abhängigkeit der kapitalträchtigen Gesellschaft begeben haben?

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