Leistung muss sich lohnen, doch nur welche Leistung meinen denn die Politiker?

Wenn Politiker immer von der Leistungshemmnis durch hohe Steuern reden, wäre der Begriff Leistung erst mal einer Definition zu unterziehen. Angefangen bei den Politikern selbst, den Abgeordneten. Diese Berufsart bekommt ihr relativ hohes Gehalt um nach der Vorgabe ihrer jeweiligen Führungspolitiker fraktionsgetreu bei Abstimmungen ihrer Partei die Mehrheit zu beschaffen. Dieses sind weder Gewissensentscheidungen noch die Vertretung der Interessen ihrer Wähler, sondern alleinig unterwürfiges Verhalten gegenüber den Parteiobrigen. Hier sind nur egoistische Maßnahmen gefragt, die der persönlichen Karriere dienen, bzw. ein weiteres Mandat über der laufenden Legislaturperiode hinaus sichern.

Der hochverdienende Industrie- oder Bankenmanager wird von der Vertretung der Aktionäre eingesetzt um das Kapital der Reichen und Superreichen stetig zu mehren. Bei der Ausübung dieser Tätigkeit werden durch Sanierungen Tausende oder gar Hunderttausende in die Armut gestürzt und der Manager dafür mit Millionen überschüttet. Erbrachte Leistung für ein paar Reiche und massenhaftes Elend für die Menschheit. Stellt sich widererwartend der gewünschte Erfolg bei den Aktionären nicht ein, so bleibt dem Manager jedoch eine Millionenschwere Abfindung gesichert.
Hier verschwindet das Geld vor den hilflosen (oder gewollt hilflosen) Augen der Politiker in Steuerparadiesen dieser Welt.

Für sogenannte leitende Angestellte, die unterhalb der Vorstandsebene angesiedelt sind, besteht die Hauptaufgabe darin, dass die Wünsche des Vorstandes bei ihrer hierarchiefolgenden Führungsriege ankommen und diese es den Belegschaften dann vermittelt. Das hohe Gehalt der „leitenden Angestellten“ ist begründet in unterwürfiger Loyalität gegenüber dem Vorstand, alleinig für ihr Eigeninteresse. Warum sollen diese Personen von hoher Steuerzahlung zu befreien sein?

Angestellte mit Führungsaufgaben, die den leitenden Angestellten unterstellt sind, sind häufig nur kleine Schwätzer, die durch aalglattes schmieriges Verhalten ihre Positionen bekamen. Sie sollen die Verantwortung für die geforderte Produktivität tragen und sind damit meistens hoffnungslos überfordert. Um diese Leute, die oftmals Lieblinge der höheren Hierarchien sind, nicht finanziell fallen zu lassen, bekommen sie bei Unfähigkeit eine sichere Abschiebeposition, ohne Aufgaben, im gleich hohen Gehaltsgefüge bis zum altersbedingten Ausscheiden. Auch hier stellt sich die Frage, warum für diese Personen keine hohe Steuerbelastung?

Freiberufliche Tätigkeiten unterliegen häufig einer Gebührenordnung, die mit Leistung wenig in Verbindung zu bringen ist. Ein Beispiel bilden die Rechtsanwaltskanzleien, hier entscheidet alleinig der Streitwert den Verdienst. Egal wie aufwändig bzw. arbeitsintensiv der gelagerte Fall auch ist. So besteht bei Rechtsanwälten nur Interesse an Mandanten mit hohen Streitwerten, alles andere wird möglichst abgelehnt oder zumindest nicht mit der nötigen Sorgfalt bearbeitet. Halbstaatliche Institutionen wie Schornsteinfeger, TÜV oder alle die mehr oder weniger sinnlose gesetzliche Abkassiermodelle bearbeiten dürfen, handeln nach Gebührenordnungen. Warum diese Personen und Institutionen nicht steuerlich hoch belasten, sie arbeiten nach Gebührenordnung und nicht nach dem Leistungsprinzip?

Massenhaft hochbezahlte Verwaltungsbeamte im Staats-, Land-, oder Gemeindedienst, sie werden alle, genau wie die Politiker, aus Steuergelder bezahlt. Diese Anzahl könnte, grob geschätzt, locker zumindest halbiert werden. Nebenbei ist der Beamtenstatus für alle mit nicht hoheitlichen Aufgaben belegten Tätigkeiten überflüssiger als ein Kropf. Naturbedingt kommen sich die meisten Menschen mit unwichtigen Aufgaben und hoher Bezahlung besonders wichtig vor und das Obrigkeitsdenken im Beamtenstatus trägt seit Bismarcks Zeiten seinen Anteil dazu bei. Wenn hier schon massenhaft Steuergelder mit Gehälter und Besamtenruhestandszahlungen zur Verschwendung gelangen, dann sollten wenigstens diese Personen mit hohen steuerlichen Abgaben zu belasten sein, damit wenigstens ein Teil der verschwendeten Steuergelder wieder auf der Einnahmeseite zu verbuchen ist.

Unternehmen die im eigenen Land tarifliche und unbefristete Arbeitsplätze schaffen sollten steuerliche Vergünstigungen erhalten, aber nur das Unternehmen und nicht ihre hochbezahlten Führungsangestellten. Die Gewinne müssen im Land verbleiben und ordentlich nachvollziehbar der Steuer unterliegen. Alle Unternehmen, die in das Ausland expandieren sind im Gegenzug mit Sondersteuern zu belegen. Um Insolvenzen vorzugreifen, wäre die Gründung einer GmbH mit höheren persönlich haftenden Geschäftseinlagen zu fordern, damit die Verluste bei Insolvenz für die Geschäftsführer auch noch merkbar bleiben und nicht ausnahmslos die Belegschaft zu den Betroffenen zählt.

Der Begriff Leistung ist zu definieren und bei etwas genaueren hinschauen, sind es gar nicht mehr so viele Leistungsträger innerhalb der Gesellschaft. Es sind vielmehr Egoisten, die nur ihr eigenes Wohl verfolgen und dabei möglichst den Staat, also die Allgemeinheit, schädigen möchten. Hochbezahlte Angestellte und Beamte, deren Leistung in keinem Verhältnis zu ihrem Gehalt steht, die keine Arbeitsplätze schaffen sondern eher noch wegrationalisieren, die nur ihr persönliches „Ich“ verfolgen, sollten steuerlich zur Kasse gebeten werden um zumindest einen kleinen Teil ihrer Daseinsberechtigung mal zu zeigen. Selbständige Unternehmer die nur ein Ziel verfolgen, ihren persönlichen Wohlstand zu steigern und dabei Menschen in den sozialen Abgrund schicken sollen steuerlich verschont bleiben, weil sie angeblich Arbeitsplätze schaffen? Sie transferieren ihre Gewinne in das Ausland oder schicken diese durch diverse Geldwaschanlagen und lassen anschließend ihre Firmen in die Insolvenz gehen und das alles mit einer politischen Genehmigung.

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