Das Wissen und das Verstehen

Mehr Wissen für Alle, freies Wissen für Jeden, dass ist eine Hauptforderung der Piratenpartei. Mehr und kostenloses Wissen für Jeden ist ein wichtiger Faktor im Leben der Menschen. Jedoch genau so wichtig wie das Wissen ist das Verstehen und hierzu wird weitsichtiges Denken, gemerkte Erfahrung und Interesse benötigt, welches gleichzeitig aus einem Teil der persönlichen Eigenschaften besteht.

Reines Wissen reicht evtl. für gezielte Aufgabenstellungen bei bestimmten Prüfungen zum beruflichen Werdegang aus, jedoch nicht zur Lösung von Problemstellungen. Wissen wie etwas funktioniert bedeutet noch nicht, warum es funktioniert. Ein einfaches Beispiel ist das Autofahren, denn jeder Fahrer weiß wie sein Auto fährt (Bedienung der erforderlichen Elemente), doch warum das Auto fährt wissen erheblich weniger (erfordert einen tieferen Einblick in die KFZ-Technik). Zum „Warum“ gehört meistens „das Verstehen“ und ggf. weniger Wissen. Erlerntes Wissen ohne Verstehen bedeutet Kurzzeitwissen und ist bestenfalls für anstehende gezielte Prüfungen anwendbar. Diese Art Wissen, dass ein reines Auswendiglernen voran gegangen ist, verbleibt nicht dem Langzeitgedächtnis enthalten und erweist sich als unbrauchbar, bis auf eine evtl. bestandene Prüfung, weitere Aufgaben oder Problemstellungen zu lösen. Personen die in einem Unternehmen nur mit „erlernten Wissen“ Führungspositionen einnehmen, entwickeln sich selbst zum Problemfall. Denn sie haben nie verstanden was sie eigentlich machen und sind bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Zum „Verstehen“ gehört „Interesse“ und damit ist der Wille verbunden, dass erworbene „Wissen“ zu begreifen.

Verstandenes Wissen berührt jedoch die unterschiedlichen Eigenschaften der Menschen und somit ist auch das „Wissen“ auslegbar, denn das „Wissen“ kann falsch oder richtig sein, je nachdem wie es auszulegen ist. In unterschiedlichen Medien wird das „Wissen“ zur Meinungsbildung bestimmter Bevölkerungsgruppen angewandt, sei es um politische oder wirtschaftliche Themen als auch der Vermarktung gezielter Produkte und Dienstleistungen. Somit wird auch der alte Satz „Wissen ist Macht“ verständlich.

In der deutschen Parteienlandschaft haben jedoch einzelne Politiker ihr persönliches „Wissen“, welches vielleicht auch „Verstanden“ ist, der Partei und ihren Führungsmitgliedern unterzuordnen. Dem Ansehen der Partei ist als oberstes Gebot jeglicher Schaden fernzuhalten. Bei Kapitalgesellschaften haben Vorstände und leitende Angestellte ihr „Wissen“ nur dem Wachstum und Wohl der Anteilseigner unterzuordnen. Hier ist jedes „Wissen“ immer auslegbar, ob verstanden oder nicht.

Wenn die Piratenpartei jetzt noch den Schlüssel dazu findet, dass jeder Bürger alles „Wissen“ auch versteht, dann braucht sich keiner mehr Gedanken um die Intelligenz der Menschen in Deutschland zu machen.

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