Verhandlungsergebnis Tarifstreit Öffentlicher Dienst und das beliebte Politikerwohlsein

Die Verhandlungskommissionen der Tarifparteien haben sich geeinigt, 6,3% Gehaltzuwachs, auf 2 Jahre verteilt 2012 – 3,5% und 2013 – 2x 1,4%, soll es für den Öffentlichen Dienst geben. Die Tarifkommission hat dieses Ergebnis, wie nicht anders zu erwarten, bereits zugestimmt. Die Mitglieder der Tarifkommission stimmen genau so wie ihre politischen, monatlich 10.000 Euro teuren, Abgeordneten-Kollegen immer alles das zu, was ihre „Chefs“ vorgeben. Eine soziale Komponente für die unteren Gehaltsklassen konnte von der Gewerkschaft nicht durchgesetzt werden und das bedeutet, dass der Mitarbeiter an der „Dienstleistungsfront“ in 2012 ca. 70 Euro monatlich Brutto mehr erhält und sein „schwätzender“ Kollege aus dem „Wasserkopfbereich“ je nach Einstufung ca. 140 bis 300 Euro monatlich mehr an Bruttogehalt geschenkt bekommt. Besonders motivierend kann so ein Abschluss nicht wirken, der arbeitende Teil, der für die Gewerkschaft auch noch streiken soll, wird mit 35 Euro Netto abgespeist und die „dummschwätzenden“ vermeintlichen Ideengeber, Strategen, Arbeitsstundenabsitzer und alle Entscheidungsunfähigen erhalten mal wieder ein dickes Gehaltsplus, zudem sie teilweise gar keiner Gewerkschaft angehören um die Beiträge zu sparen. Bei diesem Abschluss ist jedoch ebenfalls zu bedenken, dass der Staat, Länder und Kommunen sich mehr als die Hälfte der zusätzlichen Ausgaben mit Steuerprogressionen und Abgaben wieder zurückholen, sodass ein „Jammern“ von politischer Seite vollkommen überflüssig ist.

Zur Verständigung warum Gehaltszahlungen im Öffentlichen Dienst so ungerecht verteilt sind:

Auf der einen Seite sind Busfahrer, Straßenbahnfahrer, Müllwerker, Krankenschwestern, Sicherheitsbedienstete und weitere Mitarbeiter, die der Öffentlichkeit ausgesetzt sind und Dienste an den Bürgern leisten. Auch die Mitarbeiter der Werkstätten gehören dazu, damit ein ordentlicher Betrieb aufrecht zu erhalten ist. Diese Personen bekommen je nach Entgeldgruppe und Stufe zwischen ca. 2.000 und 2.700 Euro Brutto. Dazu kommen noch ggf. Zuschläge für Sonntags- und Schichtarbeit. Diese Beschäftigungsgruppe verrichtet die eigentlichen und primären Aufgaben für die kommunalen Arbeitgeber.
Natürlich gehören auch Verwaltungsangestellte zu einem reibungslosen Arbeitsablauf dazu und ist bei vielen öffentlichen Arbeitgebern auch entsprechend dem Bedarf eingeteilt. Die Entgeltzahlungen je nach Aufgabengebiet, Ausbildungsstand und Hierarchiestellung sind ebenfalls nach Entgeltgruppen und Stufen geregelt und belaufen sich zwischen ca. 2.300 und 6.500 Euro Brutto.
Dann gibt es jedoch leider im Öffentlichen Dienst in manchen Betrieben nicht nachvollziehbare Praktiken, die an den Verstand der Führungskräfte sowie an den Mitarbeitern zweifeln lassen und kaum glaubhaft ist, dass so etwas von Firmenleitungen gewünscht sein kann. In Großraumbüros, die den Charakter von Aufenthaltsräumen einnehmen, sitzen hochbezahlte Angestellte mit Gehälter bis zu 5.000 Euro Brutto, die immer noch nach dem Stand der 70er Jahre ihre Arbeit verrichten, neue Technologien fremd sind, ständig Hilfe anderer benötigen, keine Entscheidungen treffen können und den ganzen Tag nur kommunizieren. Sie erhalten abwechselnd von den umliegenden Büros Besuche und quatschen von Dienstanfang bis Dienstende. Selbst sollte mal der Versuch eines dortigen Mitarbeiters gestartet werden seiner Arbeit nachzukommen, ist dieses ein hoffnungsloses unterfangen innerhalb des ständigen mit abwechselnden Besuchern lauten und wirren Redeschwalls. Es könnte natürlich die Meinung aufkommen, dass dieses Comedy-Theater ein angenehmes Betriebsklima beherbergt, doch Comedy ist anstrengender als arbeiten und deshalb werden Künstler auch so gut bezahlt. Also Leistung kann in solchen Betriebsabteilungen natürlich nicht verlangt werden und wenn der öffentliche Arbeitgeber es so möchte, dann gleicht dieses schon der Steuergeldverschwendung nach politischer Art.

Es ist die Ungerechtigkeit im Kleinen, für das „doofe Volk“. In anderen Dimensionen leben die Politiker und segnen per Gesetz ihr eigenes Wohl ab. Genetisch bedingt denkt jeder Mensch zuerst an sich selbst und somit sind diese Verhaltensweisen auch nachvollziehbar, nur das verlogene Gequatsche „sich für die Menschen einzusetzen und für das Wohl des Volkes zuständig zu sein“, sollte besser unterbleiben. Politiker üben nur einen Beruf aus, wobei einige Wenige die Richtung vorgeben und die Masse nur brav dieses in „demokratischen Abstimmungen“ zu folgen hat. Ein „Abstimmer“ mit ca. 10.000 Euro Monatsgehalt kann wohl als „Arbeitsplatz an der Sonne“ bezeichnet werden.

Als Politiker Gardebeispiel bleibt Herr Wulff zu sehen. Es ist von Journalisten reichlich erkenntlich gezeigt, dass dieser gerne alles mitnimmt was er nur geboten bekommt. So nutzt er auch alle ihm per „Präsidentengesetz“ zustehenden Möglichkeiten aus. Als Jungrentner nimmt er neben seiner 200.000 Euro Rente auch gerne eine Arbeitswohnung, mehrere Mitarbeiter, gepanzerte Limousine mit Fahrer und sonstige Annehmlichkeiten die ihm vom „doofen“ Steuerzahler geboten werden gerne in Anspruch. Die Frage ist hier nur, was macht er mit diesem Allen? War er schon als Präsident ziemlich nutzlos, so braucht er sich heute nur noch selbst. Aber er ist noch relativ jung und seine Rente nicht ausreichend, so kann doch noch eine lukrative Beschäftigung nachgegangen werden und die Arbeitsräume und Mitarbeiter sind schon mal kostenneutral vorhanden. Auch wird er nicht nur Freunde haben und somit ist ebenfalls ein gepanzertes Auto ggf. von Vorteil.

Politiker die Steuergeldverschwender! Millionen für vorgezogene Präsidentenwahlen, Millionen für vorgezogene Neuwahlen, politische Castingshows zur Volksverdummung. Unerträgliche Kopfplakate in den Straßenzügen, Werbung für ihre eigene Person als Politiker, für das eigene Geld die Stimmen der Bürger. Immunität und Selbstbestimmung durch Wählerstimmen. Haben die NRW Abgeordneten erst kürzlich ihre Altersabsicherung um 500 Euro monatlich erhöht, so wird nach den Wahlen erst mal eine kräftige Diätenerhöhung folgen, damit auch keiner korrupt werden muss. Heutige Politiker sehen sich nur selbst und ihre eigene Absicherung, haften für das was sie anrichten müssen sie sowieso nicht. Ein demokratischer Staat braucht eine Regierung und eine starke Opposition, aber keine selbstherrlichen und nur an sich selbst denkenden Politiker.

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