Streik für den Inflationsausgleich, ungerechte Entlohnungen im Öffentlichen Dienst

Die Gewerkschaft Verdi bestreikt den Öffentlichen Dienst. Warnstreiks für den Ausgleich der Inflationsrate, die die öffentlichen Arbeitgeber den Beschäftigen verwehren. 3,3 % angebotene Gehaltssteigerung mit einer Laufzeit von 2 Jahren decken nicht die aktuelle Inflationsrate und schon gar nicht mit Blick in die Zukunft. Bedingt durch die europäische Schuldenpolitik und Unruhen im nahen Osten sind in der Folgezeit ständig steigende Inflationsraten zu erwarten, die Tarifvertragsabschlüsse mit langen Laufzeiten nicht zulassen. Verdi kündigt schon unbefristete Streiks an, wenn die öffentlichen Arbeitgeber nicht einlenken und bereit sind für ihre eigene Schuldenpolitik Verantwortung zu übernehmen. Die öffentlichen Arbeitgeber, in der Regel alles Politiker, wünschen sich einen langen Streik um ihre knappen Haushaltskassen zu schonen, denn jeder Streiktag bedeutet keine Zahlung von Gehältern. Das Jammern der Politiker, dass die Bürger in unverantwortlicher Weise unter einen Streik leiden müssen, gehört zu der verlogenen Politik mit dazu. Denn nur die öffentlichen Arbeitgeber sind die Gewinner eines langen Streiks. Politiker sind die größten Steuergeldverschwender und da kommt so ein Streik mal gerade recht um getätigte Fehlausgaben zu verschleiern. Wenn sich die öffentliche Arbeitgeberseite demnächst mal wieder selber ihre Diäten erhöht, dann wird die Steuergeldverschwendungssucht wieder einmal voll zu Tage treten. Eine beliebte Politikerbegründung für ihre eigenen „Gehaltserhöhungen“ ist der Hinweis auf Korruption, unter dem Motto „gebt uns genug, dann werden wir auch nicht korrupt“, dass ist eben Politikerlogik.

Jedoch herrscht im Öffentlichen Dienst auch viel Ungerechtigkeit bei der Entlohnung von Arbeitskräften. Leistungsgerechte Zahlungen sind im öffentlichen Dienst noch häufig eine Fehlanzeige. Als Beispiel die Nahverkehrsbetriebe: Hier sind in den letzten Jahren etliche Umstrukturierungen erfolgt, vom „militärisch“ geführten Betrieb zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen. Gehörten früher ehemalige Wehrmachtsmitglieder mit „dienstgradbestückten Uniformen“ zu den Führungsriegen, so sind es heute die „anzugtragenden Marketingexperten“. Jedoch sind die Betriebe früher wie heute steuerfinanziert und somit immer noch politisch. Bedingt durch ständige Umstrukturierungen und Austausch von Führungskräften sind viele überbezahlte Positionen geschaffen, die in keiner Weise die Entlohnung rechtfertigen. Abgesetzte Führungskräfte besetzen künstlich geschaffene „Abschiebepositionen“ im gleich gebliebenen Gehaltsgefüge. Weil immer mehr Ideen von den neu eingestellten sogenannten Marketingexperten einfließen, die nicht mehr als „zeitgetreue Modeerscheinungen“ wiederspiegeln, oder sinnlose Wünsche aus der Politik zu befriedigen sind, damit die Kommunalpolitiker Wählerstimmen ihrer Klienteln erhalten, ist bei den Beschäftigten im Fahrdienst und Werkstatt entsprechend einzusparen. Auch sitzen hochbezahlte Angestellte mit ihren Gehilfen in Großraumbüros zusammen, die den ganzen Tag nur kommunizieren (kann auch Comedy genannt werden) und sich den Feierabend entgegensehnen.

Weil im öffentlichen Dienst so gravierende Unterschiede bestehen, die der Außenstehende nicht kennen kann, ist häufig das Verständnis für einen Streik nicht vorhanden. Die Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst, die wirklich für die Öffentlichkeit erkennbare Dienstleistungen erbringen (Bus- und Straßenbahnfahrer, Krankenschwestern, Müllwerker, Werkstattarbeiter etc.) erhalten für ihre Arbeit zu wenig Gehalt und Anerkennung, hingegen die Marketingleute, sogenannte Strategen oder sonstige Sesselfurzer im Gehaltsgefüge viel zu hoch eingestuft sind.

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