Politiker fordern den freiwilligen Verzicht des Ehrensolds von Herrn Wulff, was wird denn da gefordert?

Was verlangen denn da einige Abgeordnete von Herrn Wulff? Herr Wulff soll auf seinem gesetzlich zustehenden Ehrensold und alle weiteren Vorzüge in einem Gesamtwert von jährlich ca. 480.000 Euro freiwillig verzichten? Es ist ein junger dynamischer Mann, der noch eine Lebenserwartung von 40 bis 50 Jahren hat. Das sind ca. 24 Millionen Euro, die er von dem Steuerzahler geschenkt bekommt. Da davon auszugehen ist, dass auch hier entsprechende Erhöhungen aufgrund von Inflationsraten bestehen, können auch die 100 Millionen Euro und mehr erreicht werden. Sollte seine Gattin mal länger leben, erhält sie immerhin noch 60 % der jährlichen Zahlungen weiter geschenkt. Wie soll denn ein Mensch auf so viele gütige Geschenke freiwillig verzichten können, soviel Charakter überschreitet jegliches Vorstellungsvermögen.

Wenn die Politiker schon glauben, dass eine „Ober Grußfunktion“ dem Staat erhalten bleiben muss, dann sollten sie zuerst bei der Auswahl dieser Person auf alle parteiüblichen Scharmützel verzichten und eine ältere geachtete Persönlichkeit, die vor allem diese Funktion nicht nur aus finanziellen Gründen ausüben möchte, suchen. Dieses ist zwar ein fast aussichtsloses Unterfangen, aber zwei bis drei Leute sind bestimmt noch irgendwo in dem „Vorteilsnahmen freundlichen Deutschland“ ausfindig zu machen.

Politiker denken bei allem zuerst an ihre eigene finanzielle Zukunft und Absicherung, möchten, wenn kein Machtinteresse besteht, selbst gerne diesen super abgesicherten „Grußjob“ besitzen und deshalb wollte auch kein Politiker an dem Ehrensoldgesetz rütteln. Doch durch die „Affäre Wulff“ und die gegenschlagende öffentliche Meinung über unverhältnismäßig hohe Zahlungen an junge „Politrentner“, hat einige Politiker jetzt wach geschreckt. Doch das Traurige ist, dass Politiker nicht glaubwürdig sind und Aussagen die sich gegen den Ehrensold richten zunächst nur ihr eigenes Image innerhalb der Bevölkerung erhöhen sollen. Selbst ein Herr Wulff hatte sich am Anfang seiner „Präsidentenkarriere“ negativ über den Ehrensold geäußert.

Der Fall Wulff deckt nur die Sorglosigkeit der Politiker aus, mit denen sie zu ihren eigenen Vorteilen ihre Gehälter und Altersabsicherungen bestimmen. So gesehen sind Politiker für sich selbst die größten Steuergeldverschwender. Um hier mehr Gerechtigkeit und Transparenz zu erlangen, dieses gilt nicht nur für den Ehrensold sondern für sämtliche Zahlungen an Politikern, muss der Druck von außen enorm stark werden und das Volk sich gegen die Selbstbedienungsmentalität der Parlamente erheben.

In einer Zeit, wo Politiker ständig von dem demagogischen Wandel reden, Lebensarbeitszeiten verlängern und Renten kürzen, jeder für seine eigene Vorsorge selber zuständig sein soll, passen alle Gesetze die die Zahlungen und Vorsorge der Politiker regeln nicht mehr mit der Gesetzgebung der Politiker für das Volk überein. Politiker entwickeln sich durch ihr Verhalten zu einem Staat im Staat und dieses ist nur mit entgegengesetztem Wählerverhalten oder sogar nur mit einer außerparlamentarischen Opposition zu verhindern.

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