Die Ansichten der Politiker, gute Bezahlung oder Bestechlichkeit

Einige Politiker sind der Auffassung, dass sie von dem Steuerzahler gut bezahlt werden müssen damit sie nicht bestechlich sind. Wie ist dieses zu deuten? Wenn das Einkommen zu gering ist, ist es eine Selbstverständlichkeit das Politiker korrupt sind? Oder wo soll die Einkommensgrenze bis zum Eintreten der Korruption liegen, bei einer Million jährlich oder vielleicht einer Milliarde? Berufspolitiker verdienen alle gut und Vorteilsnahmen werden trotzdem gerne entgegengenommen. Es sind in erster Linie die Charaktereigenschaften des Menschen, ob gebotene Vorteilsnahmen in Anspruch genommen werden. Viel oder wenig zu besitzen ist relativ, auch der Millionär oder Milliardär empfindet sich selber nicht als reich und möchte immer weiter seinen Besitz mehren.

Politiker besitzen Immunität, die sie sich selber erschaffen haben. Ebenfalls bestimmen sie ihre Gehälter und Ruhestandsabsicherung selber. Sie besitzen die Vorzüge, dass alles was sie von dem Steuerzahler bekommen eine Selbstbestimmtheit ist. Aufgrund ihrer Immunität, sind sie nicht für Vorteilsnahmen oder Korruption strafrechtlich zu verfolgen, wenn ihre Kollegen nicht bereit sind die Immunität aufzuheben. Nicht eine hohe Bezahlung schützt vor Korruption, nur der eigene Charakter und aufmerksame ehrliche Politiker, sofern sie vorhanden sind. Innerhalb der Politiker Gemeinschaft hilft nur die gegenseitige Wachsamkeit, kollegialer Neid und enormer Druck der Medien um Korruption zu verhindern. Ebenso ist die sofortige Aufhebung der Immunität bei einem bestehenden Verdacht zu vollziehen.

Es ist natürlich menschlich nachvollziehbar, dass ein Abgeordneter sich auch mal in der Glitzerwelt bewegen möchte um in Hochglanzzeitschriften mit sogenannten Prominenten abgebildet zu werden. Dieses kann bei einigen Bevölkerungsschichten evtl. sein Image steigern, doch 12.500 Euro Monatsgehalt sind für dieses Leben vielleicht nicht so ganz ausreichend und schon gar nicht standesgemäß.

Die Menschen haben sich in den letzten Jahrzehnten etwas verändert und als die Väter des Grundgesetzes die Position des Bundespräsidenten festlegten, aus geschichtlicher Erfahrung bewusst ohne Machtstellung, hatten sie an weise Personen mit Autorität und besonderen Verdiensten der Demokratie gedacht. Doch die Zeit hat auch diese Vorstellungen überholt. Relativ junge Politiker, die kein großes Interesse an realer Politik oder parteilicher Machtfunktion besitzen, drängen in diese Grußfunktion. Eine lebenslange garantierte Zahlung nach dem Amtsende von 200.000 Euro, Dienstwagen mit Fahrer, Mitarbeiter und Büroräume zum Nichtstun oder für persönlich einträgliche private Geschäfte sind ihm für immer und ewig sicher. Natürlich ist so etwas von jungen Politikern nicht mit Leistung erreichbar, es erfordert schon die entsprechenden „Ziehväter oder auch Ziehmütter“, sonst gibt es kein Platz an der Sonne und wie dieses zu erreichen ist, da kann sich dann jeder seine eigenen Gedanken drüber machen. Es ist vergleichbar mit dem „Treiben“ innerhalb der Hierarchien in Unternehmen, nichts geht ohne die „richtigen“ Kontakte verbunden mit wohlwollenden Fürsprachen, Intelligenz und Leistung ist immer nachfolgend gegliedert.

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