Das Gespür der Kanzlerin für Volksmeinungen

Warum steht die Bundeskanzlerin derzeit bei der Volksmeinung im positiven Licht? Warum wird der prozentuale Vorsprung der CDU gegenüber der SPD wieder größer? Die Kanzlerin hat ein Gespür für die mehrheitlichen Volksmeinungen und die SPD eben nicht. Die CDU zeigt, zumindest medienwirksam, dass Griechenland nicht bis zu dem Unendlichen zu stützen ist und damit trifft die Kanzlerin die mehrheitliche Volksmeinung. Die SPD und die Grünen möchten Eurobonds, einen fast Freibrief für die Schuldenländer und führen somit eine Politik gegen die Volksmeinung. Zwar sind beide Parteien an der damaligen Euroeinführung zum Wohle der Industrie und aus Freundschaft zu Frankreich in Gleicherweise beteiligt, sowie an der Unfähigkeit der Überwachung aufgestellter Stabilitätskriterien und ebenfalls gesteht keine der beiden Parteien politische Fehler ein. Nur die CDU versucht jetzt mit Hilfe der Medienberichterstattung den Eindruck zu vermitteln, dass ihre zögerlichere Haltung bei Kreditvergaben an Schuldenländer den Bürger vor zusätzliche Abgaben verschont. Dabei ist es mit dem „Verschonen“ allerdings nur eine Glaubenssache und wie glaubwürdig sind schon Politiker. Bekommen die staatlichen Banken ihr Geld nicht zurück, haftet der Staat und der Staat sind bekanntlich die Bürger. Das Heilmittel der SPD sind Eurobonds, dabei steigen die Zinsen der Kredite für alle Länder gleich, ob hochverschuldet oder weniger verschuldet, es ist egal. Also zahlt der Staat für geliehenes Geld einen höheren Zins, sodass zwangsläufig die Belastungen der Bürger steigen müssen. Dieses alles bliebe uns erspart, wenn unsere damaligen Volksvertreter bei der Euroeinführung mit Verstand und Weitsicht gehandelt hätten und dabei die Volksmeinung nicht in unverantwortlicher Weise missachtet hätten. Denn das Volk hatte schon damals in der Mehrzahl das Gefühl, dass der Euro in der globalen Gemeinschaft nie die Stabilität der DM erreichen, bzw. einhalten kann.

Das Gespür für die Volksmeinung hatte die Kanzlerin schon nach der Fukushima Katastrophe bewiesen, sie änderte einfach mit ihrer Richtlinienkompetenz die Denkweise ihrer Partei. Sie wurde über Nacht von einer Atombefürworterin zu einer Atomgegnerin, sie wollte die Atomwende aufgrund der Volksmeinung. Alles was immer parteilich richtig war, war plötzlich falsch. Nur ohne einer gesamteuropäischen Atomlösung ist der Atomausstieg sinnlos, es gibt nur kurzfristige Wählerstimmen und kostet dem Bürger viel Geld, denn für die Energieindustrie wird es kostenneutral bleiben. Nutznießer des alleinigen deutschen Atomausstieges ist wie beim Euro der Franzose. Der Sicherheitsgedanke ist gering, bei 20 französischen AKWs und vorherrschenden Westwinden bleibt die Gefahr einer atomaren Verseuchung immer bestehen.

Bei dem Gespür der Kanzlerin für Volksmeinungen, wäre vielleicht 2002 noch nicht einmal der Euro eingeführt, wenn sie in den 90er Jahren schon an der Spitze gestanden hätte. Volksmeinungen können Politiker beliebt machen und davon kann sogar noch ein Bundespräsident profitieren.

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