Abwahl des Duisburger Oberbürgermeister durch die Bürger der Stadt

Jetzt hat es mal endlich einen Politiker getroffen, der aus finanziellen Gründen an seinem Stuhl klebte. Die Duisburger Bevölkerung hat ihren Oberbürgermeister abgewählt. In einem zum erstenmal angewendeten demokratischen Verfahren konnten die Bürger ihr Stadtoberhaupt abwählen. Auch wenn dem Oberbürgermeister nur eine indirekte Schuld der Loveparade Katastrophe zuzuschreiben ist, ist es aber ein Sieg der Demokratie. Die Loveparade musste durchgeführt werden, um der Geschäftswelt der Stadt sichere Einnahmen zu gewähren und Politiker sind nun mal ihre Erfüllungsgehilfen.

Das der Oberbürgermeister bis zur Abwahl der Bürger an seinem Amt festhielt, immer in der Hoffnung das die benötigte Wahlbeteiligung nicht erreicht wird, kann nur aus finanziellen Gründen bestehen. Nach einem Rücktritt und jetzt nach der Abwahl, werden seine Ruhgeldzahlungen nicht im vollen Umfang erreicht und für einen Seiteneinstieg zu einer gut dotierten Position in der befreundeten Industrie ist das Image leider auch nicht mehr ideal. Aber Mitleid benötigt dieser Mann nicht, ihm wird es immer noch besser ergehen als der Mehrheit in dieser Republik.

Politiker sind gegen alles Immun, sie kleben solange an ihre Pöstchen bis ihnen der finanzielle Vorteil winkt. Steht dieser nicht in Aussicht, dann wird es „ausgesessen“ bis die finanziellen Ziele erreicht sind. Im Fall des Duisburger Oberbürgermeisters hat es jetzt mal nicht funktioniert und so mancher Politiker bekommt Angst, dass es ihm mal genau so ergehen könnte. Allein diese Tatsache ist ein großer Sieg der Demokratie und es sollten gleichgelagerte Abwahlverfahren auch bei Landes- und Bundespolitikern möglich sein. Aber solche rein demokratischen Verfahren werden alle Politiker parteiübergreifend mit all ihrer zur Verfügung stehenden Macht unterbinden, sie möchten lieber ihre Immunität noch weiter ausbauen damit der Zugriff des Volkes auf Politiker ein unüberwindliches Hindernis bleibt.

Lese dazu auch den Artikel vom 18. Oktober 2011 „Bürgermeister, Politiker, Wahlen, immer leidige Themen“

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