Würdenträger Politiker?

Es lohnt sich ja nicht mehr über das höchste deutsche Staatsamt noch irgendetwas zu bemerken, denn die Berichterstattung ist in allen Versionen füllend. Vielleicht verbleibt noch, dass dieses ein hochbezahltes Amt ist, dessen Inhaber im Grunde nichts zu sagen hat und mit ca. 240.000 Euro jährlich dotiert wird. Diese Zahlungen folgen auch noch nach dem Amtsende bis zum Tod, plus Unterhaltszahlungen für die Kinder bis zum 25. Lebensjahr. Diese Zahlungen erhalten auch alle Amtsvorgänger, die noch nicht gestorben sind, von dem Volk geschenkt. Wenn ein Spitzenpolitiker aus Amt und Würden zurücktritt, dann ist dieses nicht mit einem Normalbürger zu vergleichen der keine Lust mehr hat in seiner Firma zu arbeiten. Der Normalbürger erhält, aber nur wenn keine Besitzstände vorliegen, evtl. Sozialhilfe. Der Spitzenpolitiker oder Spitzenbeamte wird jedoch weiter reichlich aus der Steuerkasse bedient. Wenn sich jetzt ein Spitzenpolitiker aus der anderen Partei für seinen Kollegen einsetzt und es damit begründet, dass ein weiterer Rücktritt eines Bundespräsidenten die Würde des Amtes schadet, können doch eigentlich nur die üppig anfallenden Ruhegeldkosten eines jungen Amtsinhabers gemeint sein, weil doch irgendwann mal eine Schuldenbremse greifen soll und unnötige lange „Rentenzahlungen“ zu vermeiden sind. Wenn bedacht wird, dass die Politiker es verkünden müssen das alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, ist der Ausdruck „Würde“ sowieso nicht angebracht. Außerdem wäre vielleicht mal über ein Austausch des Wortes „Würde“ gegen „Geldgier“ nachzudenken, dieses passt viel besser in die politische Welt. Wenn hohe Staatsbeamte sich geldwerte Vorteile verschaffen, nicht zu vergessen bei hohen Einkommen, sollte das Wort eines „Würdenträgers“ schnell in den Keller verschwinden. Denn bei jedem kleinen Angestellten würde hier die fristlose Kündigung folgen, wohlgemerkt ohne Rentenzahlung.

Die Politiker haben für sich selber eine Altersabsicherung geschaffen die ihres Gleichen sucht und ein Hohn für alle jetzigen und zukünftigen Rentenempfänger ist. Lebenslange Rentenzahlungen nach zwei Legislaturperioden für jeden Abgeordneten (Fraktionsstimmer), hohe Pensionen für alle ranghohen Staatsbeamte in den politischen Ebenen, auch bei der Aufgabe ihrer Position und Wechsel in gutdotierte Wirtschaftsfunktionen sowie weitere Vorteile. Aber alle diese Vorzüge reichen einigen Politikern immer noch nicht, der Hang zur Glitzerwelt ist zu stark und wohlgesonnene Gönner im eigenen Vorteilsempfinden stehen immer bereit. Politiker, die Vorbilder und Würdenträger!

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