Mit der Rente in die Armut

Die Nachrichten melden, dass mittlerweile jeder zweite in Deutschland frühverrentet wird. Diese Leute möchten nicht vorzeitig in Rente gehen, doch sie schaffen die körperlichen Belastungen ihres Berufes nicht mehr und müssen erhebliche Abstriche von einer politisch gewollten Rente, die selbst nach 50 Beitragsjahren mit einer Rentenlücke versehen ist und weit unter dem letzten Nettoverdienst liegt, akzeptieren. Jedes vorzeitige Rentenjahr zu der gesetzlichen Altersgrenze bedeutet 3,6 Prozent Abzug. Hier wird die Altersarmut politisch gewollt vorprogrammiert. Das in einigen Berufssparten, z. B. das Baugewerbe, nicht bis zum 67. Lebensjahr gearbeitet werden kann, müsste eigentlich jedem kleinen Abgeordneten verständlich sein, auch wenn seine Arbeitsleistung nur aus dem fraktionsgerechten Abstimmen besteht und die Arbeitswelt relativ fremd ist. Jedem Abgeordneten steht nach acht Jahren MDB oder MDL eine Mindestrente von 1.700 Euro zu und damit bleibt für diese Personen die Altersarmut ein Fremdwort. Es wurden in der Vergangenheit massenhaft Politikfehler im Bezug des Rentenversicherungssystems durch kurzfristige und egoistische Vorgehensweisen verursacht, womit alle zukünftigen Generationen auf Dauer die Geschädigten bleiben.

Alle führenden Politiker haben sich in der Vergangenheit an den Rentenkassen bedient, anstatt diese Ausgaben von Steuern zu finanzieren, so wie es eigentlich ihr politischer Auftrag gewesen wäre. Doch die Politiker standen so in einem besseren Licht, als mit unbeliebten Steuererhöhungen. Alle wollten wiedergewählt werden und der demografische Wandel war ja noch so weit weg. Adenauer und Strauß bauten mit Gelder der Rentenkassen die Bundeswehr auf. Kohl und Blüm finanzierten nach der Wiedervereinigung aus der Rentenversicherung die ostdeutschen Renten. Schröder und Riester transferierten Gelder aus der Rentenversicherung in die private Versicherungswirtschaft. Dazu kam noch eine jahrzehntelange Frühverrentung, wobei sich auf Staatskosten die Unternehmen sanierten. Bei so vielen Politikfehlern, wie soll den dann noch ein System funktionieren. Mit Weitsicht hat noch nie ein Politiker gehandelt, sie können alle nur in einer Legislaturperiode denken.

Das einzigste was die Politiker jetzt noch machen können um überhaupt noch für alte Menschen ein einigermaßen würdiges Leben zu gewährleisten, ist die Steuerfinanzierung der Renten, so wie es bei den Beamten schon seit Bismarcks Zeiten geschieht. Wenn früher Politikerinteressen aus Sozialversicherungseinnahmen anstatt aus Steuern finanziert wurden, dann erfordert dieses heute zwingend ein Politikerumdenken in die andere Richtung und die Steuersenkungspartei FDP sollte endlich zur 3 Prozentpartei dauerhaft stagnieren, denn sie fördert mit ihren Vorstellungen nur den Reichtum des Kapitals und die Armut des Volkes.

Politiker und Wirtschaftsmanager müssten eigentlich persönlich für ihre Fehler haften, erst dann wären vernünftige und weitsichtige Entscheidungen von diesen Personen zu erwarten. Finanziell ist dieses für Spitzenpolitikern (besetzen nach ihrer Politkarriere oft selber Managerposten) und Managern ohne weiteres zumutbar.

Politiker- und Managerspruch früher:
Die Menschen sollen früher in Rente gehen, sie haben nach langer harter Arbeit den wohlverdienten Ruhestand verdient

Politiker- und Managerspruch heute:
Die Menschen sollen länger arbeiten, jung und dynamisch bleiben, wir brauchen ihre Erfahrungen und sie sollen an der aktiven Gesellschaft beteiligt bleiben.

Wissenswertes zur gesetzlichen Rente

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