Medien und Politik

Warum haben die Medien den Bundespräsidenten zum Abschuss freigegeben? Was möchte die Politik damit bezwecken? Zwei Gründe die es wert sind zu hinterfragen. Was dem Bundespräsidenten vorgehalten wird kann nicht der Grund sein, dann könnten fast alle Politiker zurücktreten. Eine weitverbreitete Verflechtung zwischen Kapital, Wirtschaft, Medien und der Politik ist in diesem Land vorhanden und weil die Menschen so veranlagt sind, dass jeder für sich den persönlichen Profit steigern möchte sind kleine korrupttonale Verhaltensweisen durchaus als normal zu bezeichnen. Kann hier vielleicht der Grund vorliegen, dass die Medien von der Problempolitik im Sinn der Regierung ablenken möchten? Von den Milliardengeschenken an die Banken, die bedingungslose Stützung des Euros, Milliardenkredite die der Steuerzahler und Rentner alle zahlen muss, oder einfach nur von den ganzen Politikfehlern der Vergangenheit? Wenn ein Politiker stürzen soll, dann geschieht es meistens im Einvernehmen seiner eigenen Parteifreunde. Die Medien besitzen im Land eine Machtstellung und können das Volk im Sinn ihres befreundeten Kapitals und der Politik in die gewünschte Richtung lenken. Es ist jedoch ein demokratischer Gewinn, dass die Medien das Fehlverhalten von Politikern aufdecken und entsprechend berichten. Jedoch sollte auch zu dem aktuellen und in der Vergangenheit liegenden Fehlverhalten der Politik eine genauere Berichterstattung erfolgen, z. B. über Milliardengeschenke an die Banken, über die Aushöhlung der Sozialversicherungssysteme zu Gunsten der Privatwirtschaft, über die zukünftigen Mehrbelastungen des Volkes durch politisches Fehlverhalten wäre wünschenswert.

Das Berufsbild eines Politikers ist sehr angeschlagen und sollte eigentlich mit den Wörtern „Vertrauenswürdig“, „Vorbildfunktion“, „Volksnah“ behaftet sein. Stattdessen kommt immer mehr ein negativer Wortschatz zum tragen, mit denen Politiker umgehen müssen, z. B. „Geldgier“, „Korruption“, „Verschleierung“ oder ähnliches. Wenn sich die Verhaltensweisen der Politiker, die immer noch eine Vorbildfunktion aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung besitzen, nicht grundlegend ändern sollten, dann darf sich keiner wundern wenn Korruptions- und Betrugsdelikte innerhalb der Bevölkerung immer mehr zunehmen und als „Kavaliersdelikte“ abgehandelt werden.

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