Burnout-Syndrom, Quotenregelung, Gerechtigkeit

Jetzt haben Statistiker festgestellt, dass psychische Gründe eine Hauptursache für die Frühverrentung sind. Das sogenannte „Burnout-Syndrom“ hat in den Firmen Einzug gehalten. Dieses kann durch ein mannigfaltiges Spektrum ausgelöst sein, dass von gesetzlich reglementierten Lebensarbeitszeitverlängerungen bis zu privatgesetzlichen Zwangsproblemen reichen kann. An dieser Situation sind auch die Politiker nicht ganz schuldlos. Mit der Schaffung von unzumutbaren Lebensarbeitszeiten die noch zusätzlich mit erheblichen Rentenkürzungen einhergehen, sowie oft unverständlichen- und ungerechten Zuständigkeits- und Unterhaltsreglementierungen im privaten Bereich tragen Politiker subjektiv zu den psychischen Problemen der Menschen bei.

In den Firmen selbst prägen stets steigender Leistungsdruck und Ungerechtigkeiten die psychischen Zustände der Mitarbeiter. Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes, Zeitarbeitsverträge, schlechte Arbeitsplatzbedingungen (z. B. Großraumbüros), Mobbing, unfähige Vorgesetzte und das gesamte Arbeitsklima sind Belastungen für den einzelnen Arbeitnehmer. Bedingt durch gezwungene Einsparungen der Unternehmen erfolgen Umstrukturierungen, die Gewinner und Verlierer beinhalten. Hierbei wird bei der arbeitenden Masse nochmals der Leistungsdruck erhöht (hier erfolgen die Einsparungen) und bei den Führungskräften in unverantwortlicher Weise großzügig verfahren. Führungskräfte, die der neuen Unternehmensform nicht mehr entsprechen werden zwar ihren Stellen enthoben und auf irgendwelche Abschiebepositionen gestellt, jedoch ohne Gehaltseinbußen (arbeitsvertragliche Bestandsregelungen). Neue Führungskräfte, die dem Unternehmen wohlgesonnen sind, besetzen die alten Positionen in evtl. noch größerer Vielzahl mit evtl. noch größeren Gehältern. Ebenfalls ist in größeren Firmen häufig ein Seilschaftsprinzip anzutreffen, wobei innerhalb dieser Hierarchien besser bezahlte Stellenbesetzungen erfolgen. Diese gesamte Voraussetzungspalette kann bei einzelnen Mitarbeitern zu dem „Burnout-Effekt“ führen, wobei psychisch labile Menschen besonders anfällig sind.

Die Politiker streiten sich um Einführungen von Quotenzahlen für Frauen bei Stellenbesetzungen von Führungspositionen in Firmen, dabei sollten zunächst erst mal die vorgenannten Probleme beseitigt werden. Quotenregelungen beinhalten auch immer noch mehr Ungerechtigkeiten, die zurzeit in Firmen sowieso schon zuhauf bestehen. Mit Quotenregelungen sind keine Führungsprobleme zu lösen, sondern diese werden weiter verschärft. Es gilt vordergründig Seilschaftsprinzipe abzubauen und die psychologische Eignung einer Führungskraft höher zu bewerten. Die psychologische Eignung ist von fachlich anerkannten Instituten, die in keinerlei Verbindung zu der betreffenden Firma stehen, zu bewerten und nicht, wie heute üblich, von firmeninternen Prüfungskommissionen die zusätzlich auch noch Befangenheit ausüben. Quotenregelungen behindern ein objektives Ergebnis, es gilt wertungsfrei von dem Geschlecht von unabhängigen, von Befangenheit befreiten, fachlich- und psychologisch kompetenten Gremien die Eignung festzustellen. Nur sind Gremien mit diesen Voraussetzungen heutzutage schwer auffindbar, Begriffe wie „befreit von Befangenheit“ und „Unabhängigkeit“ sind nur noch bei wenigen Menschen findbar.

Lese dazu auch den Artikel „Firmen und ihre Mitarbeiter, alles ist menschlich“

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