Arbeitsleistung und Schwätzer

Die Politiker beklagen, dass es zukünftig zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte gibt. Dieser Mangel besteht bereits heute und wird sich in Zukunft noch weiter verschärfen, hier haben die Politiker recht. Es werden zukünftig qualifizierte akademische Berufe fehlen, aber besonders wird es an qualifizierten Handwerkern mangeln. Bei den akademischen Berufen werden besonders „arbeitende Ärzte und Ingeneure“ benötigt und keine „Schwätzenden“. Hochbezahlte akademische „Schwätzer“, die nichts Produktives leisten, haben wir heute schon viel zu viele und dieses wird noch weiter zunehmen wenn hier kein gesellschaftliches Umdenken stattfindet. Heute ist es immer noch so, dass fast jeder „noch arbeitende junge Ingenieur“ davon träumt in die gutbezahlte „Schwätzerriege“ aufsteigen zu können. Hier bedarf es dringend einen Gehaltsschnitt in die andere Richtung, der den arbeitenden Teil finanziell bevorzugt und in den Firmenhierarchien höher eingliedert.

In den Praxissituationen sind die üblichen Vorgehensweisen folgende: In unendlichen Besprechungsrunden und Geschäftsessen werden die unterschiedlichsten Positionen vor- und zurückgeredet, wobei private Themen zur Auflockerung natürlich nicht fehlen dürfen. Sollte dann Widererwarten tatsächlich ein Ergebnis dabei herausgekommen sein, wird der Arbeitsauftrag an den „arbeitenden Teil“ zur Ausführung übergeben. Stellt sich anschließend heraus, dass das mühsam erredete Ergebnis in anderen „Schwätzergremien“, z. B. der politische Raum, nicht auf die erhoffte Gegenliebe stößt wird der Arbeitsauftrag zurückgezogen und die unendlichen Gesprächsrunden gehen in die Wiederholung, mit ergebnisoffenen Ende. Somit findet jeder akademische „Schwätzer“ seine Berechtigung für die hohen Gehaltszahlungen, ohne irgendeine produktive Arbeitsleistung zu erbringen. Steht irgendwann dann mal ein Kompromissergebnis zur Verfügung, müssen die „ausführenden Ingeneure“ unter enormen Zeitdruck für die Umsetzung sorgen. Am Ende dieser Kette stehen die Handwerker, die unter dem entstandenen Termindruck, begründet in der „akademischen Redezeit“, nur noch „Fusch“ abliefern können.

Marketing ist ein Berufsfeld, dass bei Studieneinsteigern immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Es ist ein Beruf, der eigentlich keine wirklichen Arbeitsleistungen erfordert, sondern eher genetisch bedingte Fähigkeiten. In einer Konsumgesellschaft muss aus Sicht der Hersteller jeder Schwachsinn vermarktet werden. In einer Vielzahl von gleichen Produkten und Dienstleistungen verschiedener Anbieter liegt nur der Erfolg bei dem, der das beste Marketingkonzept besitzt. Marketingstrategen müssen Zielgruppen erkennen und ohne jede Rücksicht diese vereinnahmen. Im Prinzip ist ein Marketingfachmann nur ein Provisionsverkäufer im großen Stil, er kann jeden „Müll“ im Produkt- und Dienstleistungssektor anbieten, nur die Menschen müssen seine Visionen erkennen und mit Geld umsetzen. Auf die komplette Marketingberufsgruppe in allen Sparten, kann die Menschheit gut verzichten und es wäre nur von Vorteil, wenn dieses Berufsfeld ganz aus der Welt verschwinden würde.

Um zukünftig wirklich bedarfsgerecht auszubilden, sind fachspezifische Studiengänge der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Gebiete zu fördern und gesellschaftlich nicht benötigte Studiengänge nur gegen hohe Gebühren belegbar bleibend. In den Firmen sind die „arbeitenden Ingeneure“ finanziell den „Schwätzenden“ besser zustellen (umgekehrt der heutigen Verfahrensweise), denn Schwätzer gibt es in der Politik schon reichlich über dem Bedarf. Des Weiteren sind handwerkliche Berufe zu fördern und der gesellschaftliche Stellenwert ist merklich zu erhöhen.

Als Fazit bleibt die Feststellung, dass das Land mitdenkende und selbstständige Menschen benötigt und endlich von den unzähligen „Schwätzern“ befreit wird.

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