Und nochmal Politiker

Es ist in so manchen Kommentaren zu lesen, dass Politiker oft nicht die richtigen Entscheidungen treffen und praktisch überflüssig sind. Dieses ist nicht ganz so richtig, denn Politiker können nicht alle Fachwissen besitzen, die Qualität des Beraterstabes ist ausschlaggebend. Ein Politiker ist nur so gut wie seine Berater sind. Die Masse an Politiker wie sie in Deutschland vorhanden ist, ist bestimmt nicht erforderlich. Hier wäre mehr Qualität und weniger Quantität bestimmt die bessere Lösung. Doch dieses können die Politiker nur selber ändern und keiner sägt selbst an seinem Stuhl, auch die Parteienlandschaften sind bestrebt möglichst viele eigene Politiker zu besitzen. Die Gehälter von Politikern sind mit Sicherheit zu hoch, doch auch hier muss differenziert werden. Sollte es Spitzenpolitiker geben, die in Gemeinschaft mit den Beratern, gute Arbeit leisten, sollten diese auch gut entlohnt werden. Allerdings bei einem großen Teil der Bundes- und Landtagsabgeordneten ist es nicht erkennbar warum hier die Gehälter so hoch sind. Einige Abgeordnete sind wenigstens bemüht gute Arbeit zu leisten, andere erscheinen nur zu fraktionsmäßigen Pflichtabstimmungen und gehen sonst außerpolitischen Tätigkeiten nach. Diese Abgeordneten kassieren mehrere Gehälter im Monat und für die Alibifunktion werden die „Tantiemen“ gerne mitgenommen.

Aber Politik gibt es nicht nur bei den politischen Großverdienern, sondern auch auf der kommunalen Ebene, in zahlreichen Bezirksvertretungen und Ortsgruppenvereinen. Hier gibt es die unterschiedlichsten Hobbypolitiker, Leute die diese Ebenen als Sprungbrett zur großen Politik ansehen und Personen die gerne in der Öffentlichkeit bekannt werden wollen. Andere wiederum erhoffen sich von ihren politischen Aktivitäten Aufstiegschancen bei ihren Arbeitgebern. Gerne werden von diesen Politikern Versprechungen an Bürgern ausgegeben, die dann in politisch höheren Ebenen nicht haltbar sind. Oder es wird lautstark auf Stimmungen der Volksmeinung mitgeschwommen um sich entsprechend zu publizieren. Aber auch diese Hobbypolitiker üben ihren politischen Nebenjob nicht ganz umsonst aus, auch hier werden einige hundert Euro im Monat kassiert.

Es zeigt sich speziell bei der unteren politischen Schicht auf Kommunalebene, dass heute kaum noch ein Mensch etwas umsonst macht, sei es gewünschter politischer- oder beruflicher Aufstieg, oder nur die paar Euro Nebenverdienst im Monat. Die Zeiten, dass Menschen ohne materielle Interessen von einer Sache überzeugt waren, sind endgültig vorbei und deshalb fehlen dem Land wirkliche politische Größen.

Lese auch „Selbstbedienungsladen Bundestag“ mit Verlinkungen zu den unterschiedlichen Politikergehältern, und „Wie wird man Politiker“

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