Schulden, Kredite, Staaten

Die meisten Staaten leben heute in einem Schuldensumpf. Die verantwortlichen Politiker gaben stetig mehr aus, als ihre Einnahmen es zuließen. Es wurden Geschenke an die Bevölkerung verteilt um auch die nächsten Wahlen zu überstehen. Ebenfalls wurde das Kapital und die Superreichen mit Steuerentlastungen beschenkt. Das Vermögen des Kapitals ist weit höher als die Schulden der Staaten. Die Staaten setzten voll auf Wachstumsraten, indem durch Steuererleichterungen des Kapitals die Aktionäre hohe Gewinne einfahren konnten. Wenn das Kapital lohnende Gewinne verspürt, ist es bereit zu investieren und es entstehen Arbeitsplätze, allerdings die meisten im Billiglohnsektor. Sind Arbeitsplätze vorhanden, gewähren Banken Kredite und somit wird das Wachstum mit Schulden gefördert. Diese Kette hält solange, bis die Ausgaben die Einnahmen überschreiten. Tritt eine Zahlungsunfähigkeit im großen Stil ein, bricht die Wirtschaft zusammen. Produkte werden nicht mehr abgesetzt, die Gewinne des Kapitals bleiben aus und die Rezession tritt ein. Dieses ist nur eine einfache Ausführung, die Wirklichkeit ist wesentlich komplizierter, doch das Prinzip ist das Gleiche.

Durch die Verflechtung der globalen Weltwirtschaft ist der Kapitalmarkt besonders sensibel. Leben Staaten weit über ihre Verhältnisse, werden die einigermaßen vernünftig wirtschaftenden Staaten in die Krise hineingezogen. Um die globale Gesamtwirtschaft zu stützen zahlen Staaten in Fonds um Rezessionen künstlich entgegenzuwirken. Diese Zahlungen sind jedoch ebenfalls mit Krediten gestützt und können somit als Schuldenumverteilung angesehen werden.

In der europäischen Gemeinschaft herrschen unterschiedliche finanzielle Kräfte, von einer Gleichheit aller Staaten ist der europäische Gedanke noch weit entfernt. Die verantwortlichen Politiker der unterschiedlichen Länder möchten verständlicher Weise ihren Bürgern die Heranführung an die alten europäischen Industriestaaten bieten. Nur sie überschätzten ihre zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Es passt z. B. bei den Ländern Spanien und Italien nicht zusammen, dass diese hoch verschuldet sind, jedoch sich die teuersten Fußballprofis Europas leisten. Hier ist die Schiene Staat, Kapital, Bevölkerung total aus dem Ruder gelaufen.

Die spielende Rolle der massenhaften und teuren Europaabgeordneten wird in Krisenzeiten immer unklarer. Mit Problemlösungen Europas kommt diese Politikerart nicht zurecht und ist restlos überfordert. Leisten sich die europäischen Staaten überbezahlte Abgeordnete nur zum formulieren unverständlicher Richtlinien, oder gibt es in den Ländern eventuell zu wenig hochbezahlte Politikpöstchen?

In der Zeit der Schuldenkrisen kommt auf die verantwortlichen, führenden Politiker eine besondere Verantwortung zu. Hier ist nur zu hoffen, dass sie sich die richtigen kompetenten Fachleute als Beraterstab zulegen, denn den Politikern fehlt die nötige Kompetenz. Alle Entscheidungen im Staat müssen die parteiführenden Politiker in Regierungsverantwortung treffen, denn alle parlamentarischen Abstimmungen unterliegen anschließend dem Fraktionszwang. Dieses ist das System der meisten demokratischen Staaten, im Prinzip eine demokratische Diktatur. Den eigentlichen demokratischen Gedanken leben nur die Staaten, die Volksabstimmungen durchführen lassen.

Wie Sinnvoll und für das Volk verständlich die Entscheidungen der Politiker waren, entscheiden frühestens die nächsten Wahlen.

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