Intelligenz und Führung

Warum sind Menschen unterschiedlich? Psychologen und Wissenschaftler versuchen schon seit Jahren diese Frage zu beantworten und erzielen dabei die unterschiedlichsten Ergebnisse. Zu beantworten ist sie eigentlich nicht, weil nur Elemente der Erbanlagen oder Kindheitserinnerungen bestimmend nachzuverfolgen sind. Die grundlegenden Faktoren der Charaktereigenschaften gehen aus den Erbanlagen hervor. Diese können sich in die entsprechende körperliche Widerstandsfähigkeit und geistiges Vermögen niederschlagen.

Bestimmend für die Entwicklung eines Menschen ist der Werdegang seines Lebens. Dazu bildet das Aufwachsen in der familiären Umgebung eine Hauptverantwortung, sowie das soziale Verhalten in Kindergärten, Schulen und weiteren Ausbildungsstätten. Für den späteren beruflichen Werdegang werden hier die geistigen und sozialen Fähigkeiten festgelegt. Hier entscheidet sich meistens, welche genetisch bedingten Voraussetzungen gegeben sind. Eventuell auch schon, ob spätere Führungsaufgaben innerhalb der Möglichkeiten liegen.

Die Erbanlagen sind innerhalb des Lernprozesses erkennbar, Aufgabenstellungen erfordern unterschiedliche Lernprozesse. Für einige ohne großen Lernaufwand zu bewerkstelligen und für andere nur durch mühseliges und hartes geistiges Arbeiten erlernbar. Zwar benötigt das Lernen eine gewisse Eigeninitiative, jedoch die Auffassungsgabe ist genetisch bedingt. Die Auffassungsgabe ist auch als natürliche Intelligenz zu bezeichnen.

Jedoch hat Intelligenz wenig mit Führungsverhalten zu tun. Führungsverhalten ist nie richtig erlernbar und hauptbestimmend der genetischen Voraussetzungen. Firmen begehen häufig die Fehler, Führung gleich mit Intelligenz zu setzen und positionieren die falschen Personen in verantwortliche Stellen. Sie versuchen durch innerbetriebliche Prüfungen soziales Verhalten festzustellen, welches ein unmögliches Unterfangen gleichkommt. Für intelligente Menschen ist das Erlernen von sich immer gleichenden Fragen kein unlösbares Problem und die von den Firmen eingesetzten internen Prüfer besitzen kaum psychologische Fähigkeiten um hier soziales Verhalten feststellen zu können. Um die Fehlbesetzung von Führungsstellen zu rechtfertigen, werden Führungskräfte auf unzählige externe Seminare entsandt um hier Fähigkeiten zu erlernen, die nicht erlernbar sind. Diese Kosten, die für Unternehmen steuerlich absetzbar sind, ist verbranntes Geld und der Steuerzahler muss dieses auch noch finanzieren.

Innerhalb Großunternehmen bestimmen außer Intelligenz und Führungsverhalten noch andere Faktoren die Besetzung von Führungspositionen. Hier entscheidet nicht selten externer Einfluss, gerne werden Stellen mit Personen aus dem politischen Umfeld besetzt. Hier erhoffen Firmen durch die politischen Kontakte dieser Personen entsprechende wettbewerbsbedingte Vorteile. Sei es die Auftragserweiterung oder die Bevorzugung bei der Zuteilung von staatlichen Förderprogrammen.

Es bleibt jedoch zu bedenken, dass Intelligenz und Führungsverhalten alleine in den seltensten Fällen zu hochdotierten Positionen ausreicht. Ausschlaggebend sind immer bestehende Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten. Vielleicht ist dieses der Grund, dass den Beruf des Politikers so erstebenwert erscheinen lässt.

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