Der EURO, den Politikern liebstes Kind

Bei den ganzen EURO Diskussionen die jetzt bei den Politikern geführt werden, sollten die heutigen Politiker mal an ihre Vorgänger denken. Die damaligen Politiker aller Parteien (außer der ehemaligen PDS und heutigen Linke) waren für eine Euroeinführung. Bei dieser Entscheidung fragte keiner nach der Meinung des Volkes und es wurde mit großen und teuren Marketingmaßnahmen (die der Steuerzahler auch noch bezahlen musste) der Euro publiziert. Zudem war Frankreich die Zinspolitik der deutschen Zentralbank ein Dorn im Auge und als „europatreue“ Politiker wollten sie Frankreich beruhigen. Bei einer damaligen Volksabstimmung hätten die Politiker ein Fiasko erlebt. Der Euro wurde am Volk vorbei eingeführt. Der Euro ist das beste Beispiel warum die Masse der deutschen Politiker Volksabstimmungen ablehnt und somit den demokratischen Gedanken untergräbt. Die damaligen politischen Euro Gegner wurden von der Politik und den Medien bewusst unterdrückt, damit die Volksstimmung nicht noch weiter gegen den Euro expandierte. In Umfragen vor der Euro Einführung erwarteten gerade mal 7 % persönliche Vorteile, aber 41 % Nachteile. Das Kapital erhoffte sich durch barrierefreies Handeln, ohne die marktüblichen Währungsschwankungen, große Gewinne. Der Durchschnittsbürger merkte keine Vorteile, für ihn wurden viele Produkte teurer. Das Gastronomiegewerbe schlug besonders zu, praktisch 1=1, für 10 DM Speisen wurden 10 Euro erhoben. Durch Expansionen vieler Unternehmen wurden zwar auch neue Arbeitsplätze geschaffen, doch fast ausnahmslos im Billiglohnsektor. Die Gehälter lagen knapp über den Sozialhilfesätzen und somit sparten die Politiker Sozialhilfezahlungen. Doch für die Unternehmen waren diese Gehaltssätze auch noch zu hoch und lagerten Produktionsstätten in andere europäische Staaten mit geringen Gehaltsgefüge aus. Somit entstanden im europäischen Ausland immer mehr Arbeitsplätze. Durch die Industrialisierung der Staaten musste die Infrastruktur entsprechend ausgebaut werden und für diese Vorhaben liehen sich die Länder Gelder von den Banken der reicheren Euroländer. Die Staaten verschuldeten sich und das Kapital wurde reicher und reicher.

Für die Rettung der Verschuldung der Staaten sollen jetzt Eurobonds eingeführt werden, die von den Bürgern der seriösen und sparsamen Staaten mit höheren Abgaben und entfallenden Sozialleistungen finanziert werden sollen. Hierbei verlangen die Politiker von den Bürgern Abgaben, die eigentlich das Kapital (Industrie) von ihren hohen Gewinnen zahlen müsste. Die Gewinne, die irgendwo im Ausland lagern und von der Politik in keiner Weise greifbar sind. Von dem in Deutschland verbliebenen Kapital geht zurzeit durch die Börseneinbrüche zwar etwas verloren, aber wenn Menschen die Hunderte von Millionen oder Milliarden besitzen ein paar Millionen verlieren, tut dieses keinem weh. Die Politiker, die alles für das Kapital machen, haben jedoch keine Chancen auch nur einen Cent für die Haushaltssanierung von dem Kapital zu bekommen. Also ist es das gesamte Volk, dass für die Fehler der Politik aufkommen muss.

Die Einführung des Euros, ohne wirtschaftliche Angleichung der Staaten, ist als Fehler zu bezeichnen. Es bedarf eines europäischen Kontrollorgans und keines Richtlinienerstellendes Parlament, an deren Umsetzung der Ideen nur die deutschen Politiker Interesse zeigen. Was können denn jetzt die Politiker in der Eurokrise überhaupt noch bewirken. Bei der Einführung von Eurobonds erhalten die Banken ihr Geld in langsamen Schritten nicht zurück. Bei der Aufgabe des Euros und die Rückführung zu Landeswährungen erhalten die Banken sofort ihr geliehenes Geld nicht mehr zurück. Das Volk muss in beiden Fällen zahlen, nur hier ist abzuwägen was der richtige Schritt ist. Aber die Politik wird hier so verfahren wie es sich das Kapital und die Unternehmen wünschen, in welcher zukünftigen Währungsart die größten Gewinne zu erwarten sind. Die im Ausland angelegten Gewinne sind bestimmt nicht in der Eurowährung. Oder?

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