Bemerkenswertes zu Erstattungen

Das Pünktlichkeitsversprechen einiger Verkehrsbetriebe ist dem Namen nach eine gute Sache und wird über Marketingmaßnahmen entsprechend vermarktet. Nur ist es im Leben schwierig von anderen Geld zu bekommen, so ist dieses auch hier der Fall. Es handelt sich um sehr kleine Geldbeträge und der nachweisbare Umstand ist im Verhältnis zum Betrag viel zu aufwändig. Auch der zu berücksichtigende Zeitaufwand, schreiben oder anrufen, Nachweis erbringen, Weg zum Kundencenter um die Erstattung abzuholen, den alten Fahrschein nicht aus versehen wegzuwerfen oder zu verlegen, ist fast schon unzumutbar im Verhältnis zum Betrag. Vielleicht ist in der Kalkulation der Verkehrsbetriebe aber schon berücksichtigt, dass dieses Angebot kaum angenommen werden kann. Jedenfalls ist dieses mal wieder eine Marketingidee welches die Verkehrsbetriebe in einem positiven Erscheinungsbild setzen soll.

Mit der Erstattung von Geldbeträgen, auch wenn diese noch so gering sind, ist es im deutschen Beamtenstaat nie leicht. Weil der Aufwand im Verhältnis zum Betrag viel zu groß ist, wird im Allgemeinen auf Erstattungen verzichtet. So werden bei geringen Beträgen selbst Arbeitsmittel mit privaten Geld bezahlt, weil hier eine Rückerstattung durch den Arbeitgeber mit großen Aufwand zu betreiben ist. Es sind Formulare auszufüllen, mehrere Unterschriften einzuholen, der Betrag bei der Firmenkasse abzuholen, sodass z. B. für die Erstattung eines Euros ein halber Arbeitstag nur diese Beschäftigung findet. Doch hier müsste eigentlich der Arbeitgeber das Verhältnis von 4 Stunden Gehalt und 1 Euro Erstattung erkennen, doch der Vorschriftenwust blockiert auch bei Arbeitgebern das Denken.

Aber der Staat fördert auch gegen sich selber unverständliche Gesetze bezüglich Einnahmen. Ein schönes Beispiel ist das Parkvergehen, hier wird eine Einnahme von 5 EURO erzielt. Doch wie sieht die Ausgabenseite aus? Es werden zur Feststellung dieses Deliktes zwei Politessen benötigt, dann erfolgt die Halterfeststellung und die Formulierung des Anschreibens, wofür weitere Verwaltungsangestellte benötigt werden. Dem Anschreiben werden mehrere Seiten Belehrungstexte beigefügt und mit dem entsprechenden Porto versehen. Jetzt kann jeder überlegen, wie viel Staatseinnahmen hier verbleiben.

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