Arbeitsgruppen für den Alterungsprozess

In der Diskussion über längere Lebensarbeitszeiten versuchen größere Firmen die Problematik einer immer älter werdenden Belegschaft einzudämmen. Der genetisch bedingte Alterungsprozess bleibt und steht der von Politikern beschlossenen Lebensarbeitszeitverlängerung gegenüber. Das bedeutet, dass die Firmen die Kosten der altersbedingten Ausfallzeiten tragen müssen, für die der Rentenversicherungsträger nicht mehr aufkommen muss.

Mancher Arbeitgeber macht sich also Gedanken, wie er dieses entgegen steuern kann. Er bildet Arbeitsgruppen aus hoch bezahlten Führungskräften, Betriebsräten sowie Psychologen und Medizinern. Diese Arbeitsgruppen sollen Konzepte entwickeln, wie der genetisch bedingte Alterungsprozess bis in das politisch gewollte höhere Renteneintrittsalter verzögert werden kann. Eigentlich ist dieses eine unlösbare Aufgabe, denn die Natur der Gegebenheiten lässt sich nicht mit geschriebenen Konzepten und Protokollen ändern. Vielleicht soll es für die Arbeitsgruppen auch nur eine Beschäftigungstherapie sein, weil für diese Personen keine Verwendbarkeiten innerhalb der Firmenhierarchien zu finden sind.

Zweifelsohne haben die Politiker mit ihrer geschaffenen Lebensarbeitszeitverlängerung Probleme für Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschaffen. Es sind finanzielle Mehrbelastungen für Unternehmen und finanzielle Einbußen bei Beschäftigten. Die Unternehmen müssen alte Menschen mit hohen Ausfallzeiten und geringerer Leistungsfähigkeit länger beschäftigen und Arbeitnehmer müssen hohe Rentenabschläge akzeptieren wenn der Körper die hohen Arbeitsbelastungen bis zum Renteneintrittsalter nicht mehr mitmacht.

Welche Lösungen könnten denn diese Arbeitsgruppen theoretisch finden? Auf jedem Fall können dieses nur Lösungen sein, die dem Arbeitgeber zusätzliche Kosten bescheren und dem Arbeitnehmer finanzielle Einbußen. Denkbar wären Modelle der Schaffung künstlicher Stellen, die zwar nicht unbedingt erforderlich sind, aber keiner körperlichen und/oder geistigen Anstrengung unterliegen. Dieses kostet den Arbeitgebern die Gelder, die bei den Rentenversicherungsträgern eingespart werden. Vielleicht finden sich für solche Beschäftigungsarten zukünftig staatliche Förderprogramme, denn bei der Rente ist ja von den Politikern gespart worden. Oder die Arbeitsgruppen finden heraus, dass ältere Menschen nicht mehr soviel Geld benötigen und deshalb die künstlich geschaffenen Stellen nur noch in Teilzeit zu belegen sind und sich somit die Kosten paritätisch mit den Arbeitgebern teilen. Oder es kommen dabei nur so simple Ideen heraus, wie z. B. irgendwelchen Gesundheitssport oder Ernährungsberatung in der Freizeit auf Firmenkosten. Vielleicht auch noch Vorschläge wie Enthaltsamkeit beim rauchen und Alkohol trinken. Je nachdem was für ein Armutszeugnis die Arbeitsgruppen sich ausstellen wollen.

So wie die Politiker einzuschätzen sind, werden zukünftig steuersubventionierte Förderprogramme für Firmen die ältere Arbeitnehmer beschäftigen ins Leben gerufen, damit Anreize der Beschäftigung von Älteren überhaupt bestehen. Nur wo liegt dann noch der politische Sinn einer Lebensarbeitszeitverlängerung? Aber wahrscheinlich subventionieren Politiker lieber Firmen als Rentner, denn die Arbeitgeberlobby ist innerhalb der Politik wesentlich höher eingestuft.

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