Zugunfall in Sachsen-Anhalt

Das schwere Zugunglück in Sachsen-Anhalt ist eine Tragödie, mit vielen Toten und Verletzten. Es wirft viele Fragen auf, doch wer hat dieses Zugunglück wirklich zu verantworten? Hier kann man sich das natürlich einfach machen, indem der Lokführer des Güterzuges wegen fahrlässiger Tötung angeklagt wird und schon ist der Schuldige gefunden. Er hat ein Vorsignal ignoriert und ein Halt zeigendes Hauptsignal überfahren. Die Gründe warum 2 Signale überfahren wurden, sind allerdings noch zu untersuchen.

Doch die eigentlich Verantwortlichen für dieses Drama sitzen in den Führungsgremien der Bahn und der Politik. Es sind jahrelang Sicherheitssysteme bekannt, die einen Zug bei überfahrenden Haltsignal notbremsen. Warum sind diese Systeme noch nicht flächendeckend eingebaut? Es sollen bei der Bahn Vorschriften existieren die besagen, dass solche Sicherheitssysteme erst bei Strecken für Geschwindigkeiten von über 100 km/h zwingend vorzusehen sind, bei Strecken mit zulässigen Höchstgeschwindigkeiten bis 100 km/h sei dieses nicht zwingend erforderlich? Wer erlässt solche Vorschriften? Ist es bei der Bahn nicht bekannt, welche Kräfte bei einen Frontalzusammenstoß zweier Züge mit je 100 km/h wirken? Wo sind denn hier die Sicherheitsexperten, die sonst behaupten das schon 10 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung in verkehrsberuhigten Zonen eine lebensgefährliche Bedrohung ist. Es werden im Straßenverkehr so viele Verordnungen von Politikern erlassen, die Sicherheitsexperten denen vorgeben, dass hier schon der Überblick verloren geht und aufgrund der Masse der teilweise sinnlosen und nicht überwachbaren Verordnungen nur eine reine „Staatskassen Auffüllung“ erkennbar ist. Nur warum werden bei der DB die Sicherheitsvorschriften so großzügig ausgelegt? Hat dieses etwa den Grund, dass die Bahn an die Börse gehen wollte? Geht hier Profit vor Sicherheit? Haben die Politiker, die sich ja so gerne redend in der Öffentlichkeit präsentieren, nichts davon gewusst?

Hier trägt eigentlich die Führung der Bahn und die zuständigen Politiker die Verantwortung, denn das Gleisnetz und die sicherheitstechnischen Anlagen sind immer noch im Besitz des Bundes. Doch wie sieht es denn mit der Verantwortung von Managern und Politikern aus? Erst mal wird versucht mit allen zur Verfügung stehenden rhetorischen Mitteln die Verantwortung von sich zu weisen. Wird der Druck von außen zu groß, dann wird zurückgetreten und das war es dann. Manche Manager und Politiker fühlen sich an ihrem Ego etwas angeknackst aber mit ihren fürstlichen Abfindungen und Renten kommen sie dann gut damit zurecht. Wenn sie dann noch etwas Lust für eine Tätigkeit verspüren, bekommen diese Leute hochdotierte Positionen in lukrativen und renommierten Unternehmen. Genau hier geht das demokratische Verständnis verloren, dem Normalbürger trifft die ganze Härte der Gesetze (von Politikern erschaffen) und den Verantwortlichen in den Führungsetagen der Firmen, sowie den Politikern passiert im Grunde nichts. Es müsste dringend eine Verantwortungshaftung für Manager und Politiker eingeführt werden, die diese Leute finanziell wirklich merken. Manager dürften keine Abfindungen erhalten und Berufsverbot bekommen, Politikern müssten ausnahmslos die Ruhegeldzahlungen gestrichen werden. Doch wer soll solche Verordnungen erlassen? Politiker wollen sich doch nicht selber bestrafen und Manager kommen nicht selten aus der politischen Szene.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.