Die Neujahrsrede der Kanzlerin

Die Neujahresrede der Kanzlerin? Was wollte sie denn eigentlich sagen? Das Deutschland unter einer CDU/FDP Regierung den Sonnenschein im tiefsten Winter entgegen geht? Wie können sich Politiker und ihre Parteien nur immer so loben? Politiker machen ihren Job für Geld und nichts anderes, dabei werden Fehler unter den Tisch gekehrt und ein bisschen positives in Reden groß herausgestellt. Dieses macht aber nicht nur die Kanzlerin, sondern alle Politiker.

Wie stellt sich denn die Kanzlerin ein starkes Europa vor? Indem die Europapolitiker massenweise Richtlinien erlassen und Deutschland sich freut, diese als erstes Land Europas in geltendes Recht umzusetzen? Egal ob diese schwachsinnig oder gut sind, Hauptsache Deutschland ist Europakonform und darf wieder Vorreiter sein? Oder das Deutschland wieder Millionen von Steuergeldern in die EG reinpumpen darf?

Ja, die Deutschen sind ein fleißiges Volk und arbeiten wahrscheinlich von allen Bürgern in den EG-Staaten am meisten, da hat Frau Merkel vollkommen recht. Aber das ist nicht erst seitdem Frau Merkel Kanzlerin ist, dass war schon immer so. Als Dankeschön dafür haben die Politiker dem Deutschen Volk das Rentenalter auf 67 Jahre hochgesetzt. Auch hier nimmt Deutschland mal wieder eine Vorreiterrolle innerhalb der europäischen Gemeinschaft ein und dieses sogar ohne eine EG-Richtlinie als Vorlage.

Mit dem Politikerlob, dass die Arbeitslosenzahl auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren ist, ist in erster Linie mal wieder Polemik. Hier werden alle Arbeitstellen gewertet und es sind massenhaft Stellen die nur knapp über den Hartz 4 Sätzen angesiedelt sind, also zum Leben zu wenig und zum Sterben zuviel. Auch sind Zeitarbeitsplätze eingerechnet, wo die Beschäftigten nicht wissen ob der Arbeitsplatz noch morgen existent ist. Des Weiteren besitzen einige Leute drei 400 Euro Jobs, so können hier auch drei Arbeitsplätze gezählt werden.

Wie soll denn der weitere Schuldenabbau finanziert werden? Das Kapital muss von Abgaben verschont bleiben, sonst wandern noch mehr Industriezweige nach Billiglohnländern ab. Dem Firmenmittelstand und das Handwerk dürfen ebenfalls keine neuen Abgaben aufgebürdet werden, sonst melden die GmbH`s wieder Insolvenzen an mit dem GmbH freundlichen Insolvenzrecht. Die Beschäftigten sind arbeitslos und die „Geschäftsführer“ zahlen gerne ihre Geschäftseinlagen zurück und führen von ihren erwirtschafteten Gewinnen ein schönes Leben. Also ist die gesamte Last des staatlichen Schuldenabbaus von der arbeitenden Bevölkerung und den Rentnern zu übernehmen. Mit der „Gesundheitsreform“ wurde bereits der Anfang gemacht und in 2011 werden die Politiker mit noch mehr solchen „Überraschungen“ aufwarten. Der Sozialabbau mit eingehenden Abgabenerhöhungen wird weiter fortschreiten. Hingegen Industrie, mittelständische Betriebe und Großverdiener mit Steuererleichterungen rechnen können. Die neu entstehenden Arbeitsplätze werden zumeist Zeitarbeiten sein, die an der unteren Gehaltsgrenze angesiedelt sind und schon in eine Art „moderner Sklaverei“ ausarten können.

Wie stellt sich die Kanzlerin die Bildungspolitik vor? CDU und FDP haben Studiengebühren eingeführt, SPD und Grüne Länderregierungen schaffen diese wieder ab. Aber vielleicht hat hier die Kanzlerin jetzt die richtigen Ideen? Studienplätze sollten nach Eignung für die Sparte vergeben werden und nicht nach dem Einfluss und Reichtum der Eltern.

Wenn die Politiker in Deutschland der Meinung sind, dass deutsche Soldaten in Auslandseinsätze der Nato beteiligt werden müssen, dann ist eine Wehrpflicht fehl am Platz. Die Wehrpflicht wurde in Zeiten des „kalten Krieges“ zum Schutz des eigenen Landes eingeführt, jedoch dieses haben einige der heutigen Politiker schon vergessen. Somit ist die Abschaffung der Wehrpflicht dringend erforderlich, denn zu Auslandeinsätzen der Nato bedarf es der Freiwilligkeit, in der heutigen Zeit ist Soldat nur als Beruf zu sehen. Aber wenn der Staat nicht in so großen finanziellen Schwierigkeiten gewesen wäre, hätte er sich von der heiligen Kuh „Wehrpflicht“ nie getrennt.

Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat in Südafrika ein gutes Turnier gespielt. Jedoch sollte hier nicht außer acht gelassen bleiben, dass die Spieler alle Profis sind und in erster Linie für Geld Fußball spielen. Sie zeigen Einsatz um ihren persönlichen Marktwert zu steigern, um verbesserte Verträge in ihren Vereinen zu bekommen oder einen Verein im Ausland zu finden um das ganz „große Geld“ zu verdienen. Allerdings ist hier für die Spieler die fürstliche Turnierprämie des DFB nur Nebensache, dass Entscheidende ist die Steigerung des internationalen Marktwertes. Mit Sicherheit ist bei einigen Spielern auch eine Portion Nationalstolz vorhanden, doch dieses ist nicht vergleichbar mit der 54er Weltmeisterschaftsmannschaft. Damals stand der Nationalstolz im Vordergrund und nicht die vergleichsweise geringe Bezahlung. Die Spieler waren keine Multimillionäre, so wie sie es heute alle sind.

Die Kanzlerin kommt aus einem kommunistischen Staat und hat den Kapitalismus nach der Wende richtig kennen gelernt. Der Kapitalismus ist eine Ellenbogengesellschaft, indem jeder nur sich selber sieht. In kommunistischen Ländern ist der Zusammenhalt der Bürger ausgeprägter. Dieses ist aber nur darin begründet, weil jeder gleich wenig hat. In sofern ist dieses auch nur ein „Zwangszusammenhalt“ der Gemeinschaft. Nur die Politiker heben sich in einer kommunistischen Diktatur von dem Volk ab, dieses ist noch wesentlich ausgeprägter als in einer kapitalistischen Demokratie. Politbüro-Mitglieder hatten immer alles im Überfluss. Nach der reinen Lehre von Marx und Engels ist der Kommunismus als gut zu bezeichnen, er stellt alle Menschen gleich. Doch die Menschen sind nicht so, denn jeder möchte mehr als der andere sein und noch mehr Besitz an sich nehmen.

Print Friendly, PDF & Email