Neujahr und weiter…….

Das Jahr neigt sich dem Ende und man schaut auf das zurückliegende des Jahres, so ist es jedes Jahr. Fernsehsender erinnern noch mal an Geschehnisse des Jahres. Die Industrie zählt ihre Gewinne und die Politiker klopfen sich gegenseitig auf die Schulter wie viel Gutes sie mal wieder vollbracht hatten. Der Bundespräsident hält seine Neujahrsansprache und die Kirchen ihre Neujahrspredigen.

Doch es gab in dem zurückliegenden Jahr auch wieder viele Einzelschicksale, die von der Politik und den Kirchen unberührt blieben. Menschen die mit ihren Problemen nicht zurechtkamen und den Suizid suchten. Oder Menschen die ihre Arbeit verloren und zum Sozialfall wurden. Wieder andere erlitten schwere Krankheiten und das Leben, wie sie es bis dahin geführt hatten, geht nicht mehr so weiter. Auch waren viele Menschen von der Einsamkeit befallen und bekamen schwere Depressionen. Hier könnten noch etliche Beispiele aufgeführt werden, denn nicht jedem Menschen geht es hier im Staat gut. Auch wenn keiner mehr verhungern muss, so gibt es doch in diesem Land noch jede Menge Ungerechtigkeit aufzuarbeiten. Die Schiene zwischen Reichtum und Armut wird immer größer und die Politiker bekommen dieses nicht in den Griff, weil das Kapital daran auch kein Interesse hat. Die verantwortlichen Politiker müssten hier eigentlich mal ausnahmsweise ein bisschen Wachsam sein, damit hier keine brasilianischen Verhältnisse entstehen, wo es nur ganz oben oder ganz unten gibt und dazwischen nur Leere besteht.

Wie wird das neue Jahr aussehen? Eine Prognose ist für so etwas schwer abzugeben, aber wahrscheinlich wird das Neue nicht viel anders als das abgelaufene. Es ist auch immer damit zu rechnen, dass außerpolitische Probleme das Land treffen und diese sind nie kalkulierbar. Deutschland wird wieder Unsummen an die EG abführen, als extrem Europafreundlich gelten wollen und in allem gerne die Vorreiterrolle spielen. Innerpolitisch sagen die Wirtschaftsprognosen ein Wachstum voraus, was aber des öfteren dann mal korrigiert werden kann. Doch von einem Wachstum profitiert in erster Linie das Kapital, nicht der kleine Bürger. Die Gewinne der Konzerne steigen, die Anteilseigner schleppen noch mehr Millionen ins Ausland und wenn in dem Konzern investiert wird, dann mit Standorte im Ausland, in den sogenannten Billiglohnländern. Es geht bei einem Wirtschaftswachstum natürlich auch die Arbeitslosenzahl zurück, womit sich dann die Politiker profilieren können, obwohl diese das wenigste dazu beigetragen haben. Doch was für Arbeitsplätze sind das denn, die dann neu geschaffen werden? Es sind in erster Linie Jobs auf Leiharbeiterbasis, die mit geringen Löhnen abgegolten werden und keinen Kündigungsschutz besitzen. Diese Menschen können mit ihrem Einkommen kein schönes Leben führen, nur sie fallen dem Staat nicht mehr zur Last und bescheren den Konzernen nochmals höhere Gewinne. Die Politiker können mit diesem System ihre Bilanzen schön reden und natürlich immer wieder auf ihre Leistung verweisen. Den Betroffenen geht es oft nicht besser als vorher, nur sie müssen jetzt arbeiten.

Es ist in diesem System kaum möglich eine gute und dauerhafte Arbeitsstelle zu bekommen, mit einigermaßen gerechter Entlohnung, einen guten Betriebsklima und Festanstellung ohne Zeitvertrag. Selbst Absolventen einer FH haben es hier schwer, es geht fast nur über Fürsprache Dritter. Auch fehlen den Beurteilern bei der Einstellung oft die psychologischen Fähigkeiten die betreffende Person richtig zu beurteilen, sodass es hier zu Fehleinschätzungen und Fehlbelegungen der Stellen kommt. Denn einen guten Mitarbeiter zeichnet nicht das „Auswendiggelernte“ aus, sondern in erster Linie persönliche Fähigkeiten der Integration, Motivationsbereitschaft, Entscheidungsbereitschaft, Selbstständigkeit und Zielstrebigkeit. „Auswendiglerner“ sind später nicht in der Lage die einfachsten Entscheidungen zu treffen.

Ein weiterer Punkt wird die Bürger im neuen Jahr ebenfalls treffen, es sind die enormen Abgabeerhöhungen. Es ist damit zu rechnen, dass die Mieten, Energie, Krankenkassen und vor allem auch die Abgaben an die maroden Kommunen stark steigen werden. Energiekonzerne, Vermieter und Kommunen wollen doch endlich auch ihren Anteil an dem „Wirtschaftsaufschwung“. Der Staat, die Länder und Kommunen sind derart verschuldet (was aber alles deren Politiker selber zu verantworten haben, denn diese haben die Schulden gemacht und nicht der Bürger), dass hier zukünftig mit Gebührenerhöhungen (man könnte es auch Steuern nennen, doch die Politiker möchten ja ihre „Steuerlügen“ nicht aufzeigen) auf breiter Front gerechnet werden muss. So können Politiker im nächsten Jahr wieder global reden, was sich folgendermaßen anhören könnte: „Wir haben die Arbeitslosigkeit gesenkt, es gibt wieder mehr Beschäftigung und Wohlstand und gehen einer positiven Zukunft entgegen“. Das einzigste was dann hier stimmt, ist die positive Zukunft der Politiker und dem Kapital. Der einzelne Normalbürger wird unterm Strich weniger haben als im vergangenen Jahr. Denn evtl. Zugewinne durch Lohnerhöhungen, stehen die Abgabenerhöhungen gegenüber und diese werden keine Gehaltserhöhungen auffangen können.

Als Fazit bleibt jedoch, dass auch im neuen Jahr hier keiner verhungern muss und das es uns, verglichen an der Weltlage, noch relativ gut gehen wird. Es wäre nur sehr wünschenswert, dass Politiker nicht immer so viel dummes Zeug quatschen, welches nur auf Profilierung von einzelnen Personen und Parteien ausgerichtet ist. Es wäre auch mal schön, wenn Politiker Fehler eingestehen könnten. Dieses ist für Politiker noch nicht mal risikohaft, sie haben doch schon die beste Absicherung und fallen immer weich.

Print Friendly, PDF & Email