Wieder war der 3. Oktober

Wieder einmal war der 3. Oktober und wieder klopften sich die deutschen Politiker gegenseitig auf die Schulter über ihrer immensen Leistung die sie zur Wiedervereinigung vollzogen hatten. Doch warum kam diese Wiedervereinigung zustande? Damals zerbrach die UDSSR mit einem Staatsoberhaupt der sich der westlichen Welt öffnete. Der „kalte Krieg“ zwischen Ost und West neigte sich dem Ende, der Kommunismus zerbrach. Es war Gorbatschow der den Weg zur Wiedervereinigung ebnete. Mit den Problemen im eigenen Land und den nach Selbstständigkeit drängenden Satellitenstaaten der UDSSR gab Gorbatschow die DDR frei. Das Land war runtergewirtschaftet, marode und große Deviseneinnahmen waren für die Sowjetunion zukünftig nicht mehr zu erwarten. Aufgrund der eigenen innerpolitischen sowjetischen Probleme, die mit Abrüstung verbunden waren, verlor die DDR auch die strategische Wichtigkeit. Die einzigsten die noch an dem DDR-Staat festhielten waren die unbelehrbaren Politbüromitglieder, die aber ohne sowjetischen Rückhalt keine Macht mehr über das Volk besaßen. Im Prinzip war es nur eine Frage der Zeit, dass Deutschland wiedervereint wurde. Für die damaligen verantwortlichen deutschen Politiker war es eine gute Gelegenheit Wahlpropaganda zu betreiben und ihre eigene Machtstellung zu festigen bzw. zu erhöhen. Auch die westlichen Unternehmen profitierten ordentlich mit der Wiedervereinigung und fuhren die größten Gewinne ein.

Aber was war mit den Bürgern? Für die jungen Leute begann die Westflucht, im Westen gab es bedeutend mehr Arbeitsstellen und höhere Löhne. Die westlichen Bundesländer führten über den Länderfinanzausgleich große Summen an Gelder in die neuen Länder ab. Der Solidaritätszuschlag für alle wurde eingeführt und die Sozialversicherungsträger hatten mehr Menschen mit Kranken- und Rentenzahlungen zu versorgen. Es wurden 5 neue Bundesländer geschaffen mit natürlich wieder vielen Politikjobs und den neuen Politikern ging es schnell genau so gut wie den Politikern in den alten Ländern. Dann waren die Politiker mal wieder dem Volk weit voraus, mit Gehältern, Ruhegeldzahlungen und den üblichen Vorteilen eines Politikers gegenüber dem Normalbürger.

Es stellt sich wieder einmal die Frage: Warum loben sich die Politiker gerne und warum reden die soviel, ohne etwas zu sagen? Geht es bei einem Politiker schief passiert diesem doch nichts, außer den Verlust seiner Machtstellung. Er bekommt fürstliche Ruhegeldbezüge und wenn er möchte noch einen lukrativen Job in einem renommierten Unternehmen.

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