Umstrukturierung

In der heutigen Zeit strukturieren Firmen sehr gerne um, dieses geschieht ca. in einem zwei bis fünf Jahres Rhythmus, je nachdem wie das Unternehmen es gerade braucht. Dieses kann unterschiedliche Gründe besitzen, der schlechteste davon ist eine Unternehmensredzierung über betriebsbedingte Kündigungen. In dieser Form stößt sich das Unternehmen auf Kosten der Belegschaft gesund. Aber es gibt noch andere Möglichkeiten und wenn hier, z. B. bei einer Aktiengesellschaft, nur dem Aufsichtrat eine Kostensenkung glaubhaft erklärt werden soll, die vielleicht in den Bilanzen noch irgendwo zu finden ist, jedoch in Wirklichkeit nicht existiert.

Vielleicht sollen auch nur ein paar unpassende leitende Angestellte ihrer Ämter enthoben werden und da kommt so eine Umstrukturierung gerade mal recht. Dabei werden dann gleichzeitig in der Hierarchie weiter unten angesiedelte Führungskräfte ebenfalls ausgetauscht. Diese „abgesetzten“ Führungskräfte geht es jedoch meistens genauso wie unbeliebten Politikern, sie fallen alle weich. Es werden für diese „ehemaligen“ Führungskräfte, egal in welcher Hierarchie sie standen, irgendwelche Stellenbezeichnungen geschaffen die ihre bestehenden Gehälter rechtfertigen sollen. Allerdings besitzen sie dann keine Weisungsbefugnisse mehr und irgendeine Verantwortung, ihrer Gehälter entsprechend, ist auch nicht mehr vorhanden. Weil dieses aber nun mal alles Menschen sind, und diese unterschiedlich sind, kommt der eine gut mit der neuen Situation zurecht und dem anderen fehlt natürlich seine ehemalige Machtstellung weil er sich eigentlich bewogen fühlt andere Menschen „zu leiten“ mal vorsichtig ausgedrückt.

Natürlich sind die ehemaligen „Führungskräfte“ nicht eingespart, denn sie sind durch andere ersetzt worden, evtl. in einer noch größeren Häufigkeit mit noch „dickeren“ Gehältern. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wer soll dieses alles finanzieren? Denn es sollen ja Kosten reduziert werden und nicht erhöht. Es wird, so wie es in unserer deutschen Gesellschaft üblich ist, bei der eigentlich arbeitenden Belegschaft gespart, denn nur die Masse bringt den Gewinn. Die Mitarbeiter, die in dem Gehaltsgefüge sowieso unten sind und eigentlich den Hauptbeitrag für den Firmenerfolg tragen, werden noch mal Einsparungen abverlangt. Denen wird von oben erzählt, wenn sie nicht bereit sind zu Verzichten dann sind ihre Arbeitsplätze gefährdet und die Arbeitslosigkeit droht. Hierbei sollten die „Erzähler“ aber auch bedenken, dass ihre hoch dotierten „Pöstchen“ dann ebenfalls endgültig erloschen sind.

Welche Rolle spielt hier eigentlich der Betriebsrat? Hier ist erst mal zu sagen, dass der Betriebsrat ebenfalls aus „Menschen“ besteht und diese denken erst mal an sich. Betriebsrat ist so eine Position die sich beruflich für andere einsetzen sollen, jedoch erst mal an sich selber denken und dieses ist normal, denn die Menschen sind so. In dieser geschilderten Situation hat es ein Betriebsrat aber auch besonders schwer, denn er vertritt im allgemeinen die „abgesetzten Führungskräfte“ genau so wie die übrige Belegschaft. Ihm kann schwer zugemutet werden, dass er sich für das Unternehmen einsetzt und verlangt das die „Ehemaligen“ eine Gehaltskürzung bekommen sollen, obwohl dieses in vielen Fällen richtig wäre. Das Einsetzen für die schlechtbezahlte Masse bringt für den Betriebsrat kaum Erfolg, denn hier droht das Unternehmen mit betriebsbedingten Kündigungen und schon ist bei dem Betriebrat die Luft raus, denn er hat dann mal wieder keine Argumente. Der Betriebrat kann vielleicht über irgendwelche Prämiensysteme mit dem Unternehmen diskutieren, dann bekommt er von dem einen oder anderen evtl. auch eine Wählerstimme, dem das ausgehandelte System persönlich passt.

Sollte ein Mitarbeiter mal arbeitsrechtliche Schwierigkeiten mit dem Unternehmen bekommen ist er gut beraten hier nicht den Betriebsrat zu konsultieren, sondern sofort anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn den meisten Betriebsräten fehlen die dafür erforderlichen juristischen Fähigkeiten und können einen gut gemeinten aber evtl. falschen Rat erteilen.

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