- Die Sache mit der Grundordnung …
Gerade im Moment geht ein neues Buch von mir auf das, was man wohl Zielgerade nennt. (Diese Bemerkung war ausdrücklich nicht als Schleichwerbung gemeint, im Gegenteil. Es ist nämlich eine direkte und offensichtliche Werbung). Als Schreiber pflege ich eine mehr als enge Beziehung zu meinem Füllfederhalter. Ein von uns geliebtes Ritual ist der (fast) tägliche Eintrag in das Schreibertagebuch. Den neuesten Eintrag, nämlich den von heute, den möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.Ein großes Kompliment an den Markt und an die Finanzindustrie, sie haben es real geschafft und leben die freiheitlich demokratische Grundordnung Tag für Tag. Weiter haben Sie alle Voraussetzungen erfüllt, systemrelevant zu sein. Deswegen gehören sie auch geschützt. Und das werden sie. Das von ihnen installierte Widerstandssystem scheint unkaputtbar. Unser Land, unsere Republik, sie ist davon nicht betroffen. Tja, und nun? Der Füllfederhalter und ich, wir träumen halt. Und schreiben?
- Notaufnahme ? Der kleine Roman (Teil 1 bis 4)
Dass es manchmal leider nicht zu vermeiden ist, ein Krankenhaus, in dem es vor Schulmedizinern und ihren Handlangern ja nur so wimmelt, von innen zu sehen, ist schon schlimm genug, wenn man nur zu Besuch ist. Als (Kassen)-Patient jedoch hat mal schon mal, gelinde gesagt, schlechte Karten, was dann im Grunde nur noch mit dem wahrhaft Schwarzen Peter gekrönt werden kann, nämlich als (Kassen)-Patient in der Notaufnahme. Ein Sternchen drauf gibt’s sogar noch, wenn man die Dreistigkeit besessen hat, in der Vertikale und auf eigenen Füßen zu kommen.Voraussetzung für diese abgedrehte Mutprobe ist natürlich, dass man vorher, durch Zahlung von 10 Euro Schmiergeld und erfolgreicher Legitimation durch seine “Krank-sein-Berechtigungschipkarte”, am Türsteher vorbei gekommen ist. So weit voran geschritten sollte man sofort den Prozess des sich Abfindens einleiten und in eine Art Autogenes Training Modus verfallen, wobei man sich, immer im richtigen Atemrhythmus, unaufhörlich sagt: “Du bist ein menschliches Wesen und keine wertlose Sache, du bist ein menschliches Wesen und keine wertlose Sache …”
Die Notaufnahme als Solches hat ja zwei äußerst unvorteilhafte Eigenschaften. Also wirklich, äußerst unvorteilhaft:
- Erlebnisse in China (1)
(Red) Intelligence-Autor Theophil Sempes ist seit vielen Jahren mit China bestens vertraut. Zusammen mit seiner chinesischen Frau unternimmt er zur Zeit eine mehrwöchige Reise durch das bevölkerungsreichste Land der Welt, von dem die meisten von uns ausnehmend wenig wissen. Um einen Überblick über das Leben, das Denken, die sozialen Bedingungen ? und auch die Unterschiede zu Europa ? zu vermitteln, hat er sich bereit erklärt, seine Erlebnisse mit uns zu Teilen. Das wäre sein erster Bericht: - Norbert Röttgen ? Das Bauernopfer der Kanzlerin
Der einstige Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist von Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) entlassen worden. Ihm folgt nun der christdemokratische Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion Peter Altmaier nach. Was auf den ersten Blick aussieht wie die logische Konsequenz des Wahldebakels in NRW, ist bei genauerer Betrachtung nicht mehr als ein mäßig gelungenes Ablenkmanöver unserer Kanzlerin.?Muttis Bester? ist sitzen geblieben. Im bevölkerungsreichsten Bundesland bescherte Röttgen der CDU das schlechteste Wahlergebnis in der Geschichte und sorgte damit auch für die gefühlt 235. Wahlniederlage unserer Pfaffen-Tochter. Mit seiner Nicht-Aussage, wo er im Falle einer Niederlage in NRW seine Zukunft sehe, verdeutlichte unser Umweltminister a.D. der Republik jenes Dilemma, in dem sich der moderne Berufspolitiker befindet: Im Vorfeld einer Wahl auch nur das Wort Niederlage in den Mund und dabei nicht den politischen Gegner aufs Korn zu nehmen, erscheint den meisten unserer Vertreter nicht als zielführend, obschon dies für eine glaubwürdigere Art der Politik stehen würde.
- Unnötiges Gesundheitsrisiko durch Duftstoffe in Kinderspielzeug
Die Gesundheit ist bekanntlich unser höchstes Gut, es liegt jedoch längst nicht mehr selbst in unserer Hand, uns diese zu bewahren. Denn wir sind alltäglich einer Vielzahl von Chemikalien in unserem Umfeld ausgesetzt, die unsere Gesundheit nachhaltig schädigen können. Der Minimierung von Alltagschemikalien sollte seitens der Politik und verantwortlichen Behörden oberste Priorität eingeräumt werden, besonders wenn es um die Gesundheit von Kindern geht. Bekanntlich ist das kindliche Immunsystem noch nicht ausgereift und infolgedessen gegenüber Schadstoffexpositionen besonders empfindlich.Mit Chemikalien in Kinderspielzeug wird weiterhin nicht gegeizt
Die besorgniserregenden Untersuchungsergebnisse schadstoffbelasteter Kinderspielsachen der Stiftung Warentest, sorgten in der Vorweihnachtszeit 2010 für umfangreichen Medienwirbel und große Verunsicherung bei den Eltern, was sie ihren Kindern überhaupt noch bedenkenlos zum Spielen schenken können. Umso unverständlicher sind die aktuellen Begebenheiten anzusehen, denn das weitverbreitete Vorhandensein regelrechter Giftcocktails in Kinderspielsachen ist nach wie vor die bittere Realität – angefangen von Weichmachern, Formaldehyd, PAKs und VOCs, Schwermetallen, Lösungsmitteln, Blei, Cadmium sowie Nickel, bis hin zu Duftstoffen.
- Am 17. Juni ist Wahltag für Staatspleite und Frauenbeschneidung
Der 17. Juni könnte für die Welt ein ganz außergewöhnlich wichtiger Tag werden. Zwei Länder werden da wählen und somit nicht nur über ihre eigene Zukunft, sondern über das Schicksal der Welt entscheiden. Es liegt in den Händen der Nachbar- und Urlaubsländer Ägypten und Griechenland, wohin die Reise gehen wird.Gestern hat sich zunächst mal entschieden, dass sämtliche Koalitionsgespräche gescheitert sind, Griechenland keine Regierung zustande bringt und somit Neuwahlen unumgänglich sind. Dafür hat man den 17. Juni ins Auge gefasst. Jenem Tag, der auch für die Ägypter der letzte Stichwahltag ist, die für 16. und 17. Juni anberaumt ist, da man nicht davon ausgeht, dass im ersten Durchgang (23. und 24. Mai) einer der Kandidaten die entscheidende Mehrheit erreichen kann.
Welche Auswirkungen dieser Tag für die Welt haben kann, lässt sich jetzt noch gar nicht so richtig abschätzen, dass er allerdings wegweisend sein wird, daran besteht so gar kein Zweifel, und zwar gleich in mehrerlei Hinsicht.
- Das Buch – eine heilige Kuh?
Zu meinem Gespräch mit Kathrin Passig auf der #rp12. Oder: “Irgendwie weiß und ahnt man das ja, aber ?”Da unterhalte ich mich mit Kathrin Passig auf der re:publica 12 über meine Erfahrungen in der Buchbranche und Kathrin macht sich die Mühe, unseren Plausch bei Kaffee und Kartoffelsalat zu transkribieren. Zu meiner Freude stieß der Text (Anm. d.Red.: Dringende Leseempfehlung!), der am 7. Mai im Netz veröffentlicht wurde, auf ein großes Echo. Dass das Gespräch allerdings solches Erstaunen, zum Teil sogar Betroffenheit auslösen sollte, damit habe ich nicht gerechnet. Nein, das hat mich doch sehr verblüfft!
?Wollte man das alles so genau wissen? ? Ist ja deprimierend.? Andreas Eschbach via google+
?Vieles ahnte man ja schon, aber kaum jemand traute sich bisher.? PicaPGK via twitter
?Leider ist die Realität so, wie man sie vermutet hat.? Stefan Möller via Facebook
?Danke für das Interview, das doch einigen Leuten ihre Illusionen rauben dürfte.? Fredrika Gers via google+
- ?Über-Konsum? bedroht die Erde
Eine aktuelle Umfrage stellt fest, dass wir 50 Prozent mehr Ressourcen verbrauchen als nachhaltig produziert werden können. Katar wurde als das Land mit dem größten ökologischen Fußabdruck genannt, gefolgt von Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch Dänemark und die Vereinigten Staaten schafften es in die Liste der Top 5. Dabei wurde der Einsatz erneuerbarer Energiequellen mit der Fähigkeit der Erde, regenerative Energie zu erzeugen, verglichen. Bevölkerungswachstum und übermäßiger Konsum bedrohen die Zukunft und die Gesundheit des Planeten.Der Living Planet Report 2012 stellte fest, dass Länder mit hohem Einkommen im Durchschnitt einen fünfmal größeren ökologischen Fußabdruck auf dem Planeten hinterlassen, als jene mit niedrigerem. “Wir leben, als ob wir einen zusätzlichen Planeten zur Verfügung haben.” so Jim Leape, Internationaler Direktor vom WWF. Weiterhin führte er an, dass wir 50 Prozent mehr Ressourcen verbrauchen, als die Erde nachhaltig in der Lage ist zu produzieren. Wenn wir diesen Kurs nicht ändern, wird der Verbrauch so stark ansteigen, dass bis 2030 sogar zwei Planeten zur Deckung des Nahrungs- und Energiebedarfs nicht ausreichen werden.
- Das letzte Aufgebot
Schon Wallenstein wusste, dass nicht der Gegner im Feld sein größter Widersacher war. Seine größte Sorge waren die Ressourcen, die sein Riesenheer verschlang, als es marodierend durch die Lande zog. Wo er hinkam, eilte ihm der Ruf der Unbesiegbarkeit voraus und wo er ging, hinterließ er Hunger und Elend.Vieles hat sich seit dem nicht geändert. Nur die Ausmaße und die Dauer des Feldzuges sind größer geworden. Wallenstein kämpfte gegen eine neue Idee zur Erhaltung seiner anachronistischen Ansichten. Auch der große Feldzug, den es heute zu bestaunen gilt, hat sich diesem Grundsatz verpflichtet und so führt heute eine protestantische Feldherrin die kapitalistischen Horden, die vor ähnlichen Fragestellungen stehen, wie einst Wallenstein. Viele Schlachten hat sie geschlagen und viele Siege hat sie für ihre Fahne des Kapitals eingefahren. Stets folgten ihr treu die Vasallen der Wirtschaft. Fast sah es so aus als läge Europa ihr zu Füssen. Doch auch ihr Heer und der Tross der diesem folgenden Profiteuren kannten kein Maß. Sie bluteten das Land aus und wer sich in ihr Heer nicht eingliedern mochte, wurde dem Schicksal des Hungers überlassen. Dabei verschlangen sie, in ihrer Gier nach Macht und Reichtum beinahe genau so schnell die Früchte ihre Raubzüge, wie sie sie eroberten.
Trotz vieler Siege, erlag Wallensteins Heer am Ende sich selbst. Es wurde Opfer seiner eigenen Größe und der Intrigen um Macht und Geld. Ein unrühmliches Schicksal, welches jedem droht, der das Maß verliert und das Volk knechtet.
- 5+1 = Krieg? – Ein Plädoyer zur Wachheit
Mit Spannung und Bangen blickt die Welt den 5+1 Gesprächen am 23. Mai in Bagdad entgegen. USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland werden mit dem Iran erneut in Verhandlungen treten. Auffällig an dieser Konstellation: Israel, das sich selbst vom Iran bedroht fühlt und daher seit Jahren permanent mit Angriffen gegen den Iran droht, fehlt am Verhandlungstisch.Sollten diese Verhandlungen scheitern oder, von Seiten der ultrakonservativen Kriegstreiber in den USA oder in Israel manipuliert werden, könnte Israel seine Angriffsdrohungen wahr machen, was momentan leider immer noch sehr wahrscheinlich, und mit dem kürzlich erfolgten Schulterschluss zwischen Likud und Kadima Partei sogar noch wahrscheinlicher geworden ist. Dann aber droht uns eine militärische Kettenreaktion im Nahen Osten, welche auch die Großmächte USA, China und Russland auf Konfrontationskurs bringen könnte und, wie der Nahostexperte Michael Lüders meint, eine ähnliche Bedeutung für unser Jahrhundert gewinnen, wie der Erste Weltkrieg für das 20. Jahrhundert:
?Eines ist gewiss: Die Folgen eines Angriffs auf den Iran könnten dieses Jahrhundert prägen wie der Erste Weltkrieg das vorige. Dessen Blutspur endete bekanntlich erst mit dem Fall der Berliner Mauer 1989.?
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