Wie zu erwarten, haben sich die Tarifparteien des öffentlichen Dienstes nicht geeinigt. In der nächsten Woche ist wieder mit Streikaktionen von Verdi zu rechnen. Warnstreiks im öffentlichen Dienst treffen immer den Bürger direkt, deshalb sind sie in der Bevölkerung unbeliebt. Die Frage ist nur, ob dieses auch so sein müsste? Die Antwort ist ein knappes nein. Durch medienwirksames Verhalten werden Gegensätze geschaffen, die in Wirklichkeit nicht bestehen, in den Schubladen der Tarifparteien werden schon die unterschriftsreifen Konzepte ruhen. Mal scharf nachgedacht, wer ist denn der Gewinner von Streiktagen? Die Gewinner sind eindeutig die öffentlichen Arbeitgeber, die an jedem Streiktag sämtliche Gehälter einsparen. Kaum ein Gewerbezweig ist so personalintensiv wie der öffentliche Dienst und anfallende Kosten sind fast ausschließlich personenbezogen. Je mehr Streiktage anfallen, umso leichter fällt es der öffentlichen Hand der Gewerkschaft Zugeständnisse zu machen. Am Ende des „Verhandlungsmarathon“ haben sich Gewerkschaften und die öffentlichen Arbeitgeber die ausgehandelten Gehaltserhöhungen paritätisch geteilt und weil ein weiterer großer Teil der Gehaltserhöhung über progressive Steuern und Abgaben zurück in die öffentlichen Kassen fließt, betragen die wirklichen Kosten der öffentlichen Arbeitgeber nur noch ca. 0,25 % der Gesamtsumme. Also ist das stöhnen der öffentlichen Arbeitgeber nur heiße Luft und die Gewerkschaftsführer können endlich auch mal ihre Daseinsberechtigung vorführen. Nicht zu vergessen bleibt ebenfalls, dass die Bezahlung der Streikgelder aus Mitgliedsbeiträgen besteht und somit die Gehaltserhöhung der Arbeitnehmer sich selber finanziert hat. Es ist halt alles eine Ironie, dass ganze Leben.
Auch sieht die Bevölkerung bei einem Streik nur, dass der wirklich arbeitende Teil der Beschäftigten im öffentlichen Dienst streikt, die Personen die vordergründig Dienstleistungen für das Volk erbringen. Diese Menschen sind die Wichtigsten, verdienen am wenigsten und bekommen auch die geringsten Lohnzuwächse. Auch sind sie für die Gewerkschaften bedeutend, denn sie bilden ihre Streikfront. Doch leider erstreiken diese Personen auch die hohen Gehaltserhöhungen des riesigen „Wasserkopfes“ im öffentlichen Dienst. Diese hochbezahlten, in Massen auftretenden und sich selber sehr wichtig vorkommenden Menschen, wobei keiner merkt das diese überhaupt vorhanden sind, erhalten höhere Gehaltssteigerungen für ein Nichts als die arbeitende Streikfront. Auch dieses ist die Gerechtigkeit der Gewerkschaften.
Die Verhandlungsführer der öffentlichen Arbeitgeber sind Politiker, die sich ihre Gehaltserhöhungen selber genehmigen und dieses ist bestimmt nie zu wenig. Diese Leute jammern über leere Haushaltskassen, die sie selber geschaffen haben. Wo massenhaft Gelder für Wahlversprechen ihrer Klienteln und Wahlwerbung verprasst wird und für die meisten Politiker sparen ein Fremdwort ist. Diese Leute jammern über 0,25 % der zu übernehmenden Kosten der Gehaltssteigerungen im öffentlichen Dienst. Es ist und bleibt immer eine verlogene Politik, in allen Bereichen, von Hartz 4 bis zum Ehrensold. Es ist mehr als verständlich, wenn sich immer mehr Menschen dem politischen Denken abkehren und ihr Leben so lange genießen, wie es noch möglich ist.





