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Öffentliche Personennahverkehrsbetriebe bekommen keine Fahrer. Doch warum ist das denn leider so?

(Artikel von nahverkehr-info.de, November 2016)

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Das es irgendwann zu diesen Schwierigkeiten kommen musste, dass den Öffentlichen Verkehrsbetrieben die Fahrer ausgehen würden, war für denkende Menschen absehbar. Natürlich nicht für Politiker und Vorstände, oder Geschäftsführern die von den unterschiedlichsten politischen Institutionen abstammten. Es wurden für den Fahrdienst betreffend verschiedene Modelle zu Einsparungen in den Verkehrsbetrieben vorgenommen. Zum einem entschieden sich Politiker, Gewerkschaftsvertreter und Arbeitgebervertretungen zu Ausgliederungen der Fahrdienstabteilungen in Tochterunternehmen um der Tarifbindung zu entfliehen und zum anderen wurden ohne Ausgründung neue Spartentarifverträge geschaffen mit schlechteren Konditionen. Das Ziel war in beiden Fällen Einsparungen zu erreichen, um politisch zugewiesene Steuermittel einzusparen. Auch neue EU Richtlinien, die bekanntlich immer für den Normalbürger zum Nachteil ausgelegt sind, erhöhten den politischen Druck. Der EU Wahnsinn einer europaweiten Ausschreibung von Verkehrsleistungen schwebt wie ein Damoklesschwert über die Verkehrsbetriebe. Denn nicht nur für die normalen Mitarbeiter stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel, sondern ebenfalls die hochdotierten „Mauschelposten“, die gerne in Form von Vorstands- oder Geschäftsführerposten zu vergeben sind, sollen für „verdiente Parteigenossen oder Gewerkschaftlern“ unbedingt im Bestand der politischen Institutionen verbleiben und nicht unter dem Opfer der Steuergeldeinsparung fallen. Natürlich sind die hochdotierten Vorstands- und Geschäftsführerposten in dieser Masse, jedes Öffentliche Verkehrsunternehmen hält sich diesen Kropf, überflüssig, aber genauso die meisten Politiker und am meisten davon die EU Kommissare. Außerdem hält sich bei jedem aus Steuermitteln finanzierten politischen Betrieb der „oberste Wasserkopf“ immer am längsten, auch wenn die Mannschaft schon längst von „Bord“ gehen musste.

Aber zurück zum Fahrdienst, der zwar das Kernstück eines jeden Verkehrsbetriebes ist, aber nicht deren angemessene Behandlung erfährt. Im Gegenteil, denn unterhalb des „obersten politischen Wasserkopfes“ haben sich Hierarchien gebildet, die vor Überflüssigkeit nur so glänzen. Viele hochdotierte Stellen in der die Hauptaufgabe liegt perfekt zu schauspielern. Aus notorischen Arbeitsmangel heraus ist es zur beruflichen Aufgabe geworden stets die persönliche Wichtigkeit hervorzustellen, ohne eine wirkliche zielführende Arbeit auszuführen. Sinnlose Besprechungen, belanglose Protokolle, Informationen verbreiten die keiner benötigt, Mails schreiben die keiner liest, Papier bedrucken für den Mülleimer usw. usw., so sieht in weiten Teilen das Arbeitsleben in Verwaltungen der Öffentlichen Verkehrsbetriebe aus. Stundenabsitzen und die Wichtigkeit schauspielern, wer das perfekt beherrscht wird hochdotiert, wer dabei versagt behält seine Gehaltsgruppe. Wer einmal einen hochdotierten Posten besaß, behält diesen bis zum Erreichen des Rentenalters, auch wenn die Person nur noch Papierkörbe ausleeren darf, weil sie für nichts anderes zu gebrauchen ist. Diverse Quotenregelungen und die Unfähigkeit des Erkennens von Leistung und Intelligenz sind besondere Merkmale für kostenunbewusstes handeln, dass letztendlich der Steuerzahler auszubügeln hat. Weil eben in den Verwaltungshierarchien, von oben bis unten, wenig sinnvoll gespart wird stellt sich natürlich die Frage, warum ausgerechnet im Fahrdienst? Gerade dieser finanziert mit seiner Arbeit, neben dem Steuerzahler, den ganzen in weiten Teilen überflüssigen Wasserkopf nebst Vorstand. Hier gibt es unterschiedliche Ansichten, wobei die am häufigsten genannte Ansicht der geringe Bildungsstand ist, der von einem Fahrer verlangt wird. Das ist zwar so nicht nachvollziehbar, aber immerhin meinen Personen die ein Studium vollzogen hatten, das sie etwas geleistet hätten. Das ist zwar ebenfalls nicht nachvollziehbar, wird aber im titelverrückten Deutschland gerne gesehen. Obwohl ein Studium heute lediglich besagt das ein Talent zum auswendig lernen besteht und die Geschicklichkeit vorliegt Plagiate unbemerkt anwenden zu können, aber deshalb muss noch lange nichts verstanden sein. Viele Absolventen eines Studiums lernen erst im Berufsleben und wer dabei nicht politisch Systemtreu ist und kein schauspielerisches Talent aufweist, wird im Öffentlichen Dienst nicht aufsteigen, sondern sein Glück mit Intelligenz bei DAX Konzernen oder in der Selbstständigkeit suchen müssen. Im Öffentlichen Dienst zählen politische Systemtreue, diverse Quotenregelungen und schauspielerisches Talent immer noch mehr als natürliche, ehrliche Intelligenz.

Also braucht sich im Öffentlichen Dienst kein Fahrer hinter den „Intelligenzbolzen“ in den Verwaltungen zu verstecken, denn seine Arbeit ist viel anstrengender, gefährlicher, verantwortungsvoller als die Schauspielerei seiner Kollegen in den Verwaltungen. Das heißt jedoch nicht, dass diese Arbeit auch besser bezahlt wird. Die Entlohnung ist wesentlich schlechter eingruppiert, als viele Verwaltungstätigkeiten. Aber nicht nur das Entgeld ist geringer, auch die Arbeitsbedingungen sind wesentlich schlechter. Schicht- und Wochenendarbeit sind für Straßenbahn- und Busfahrer selbstverständlich. Kein Fahrer besitzt Rückhalt von seinem Unternehmen, bei Unstimmigkeiten mit Fahrgästen bekommt der Fahrgast immer Recht. Für das Verkehrsunternehmen sind die Fahrer „Freiwild“, sie müssen sich von Fahrgästen alles gefallen lassen und dabei stets freundlich und zuvorkommend reagieren, denn dafür bekommen sie großzügigerweise ein kostenloses Deeskalationstraining spendiert. Wenn ein Fahrer vielleicht mal nicht im Sinn des Verkehrsunternehmens richtig reagiert hatte und von einem Fahrgast etwas „auf die Mütze“ bekam, so ist das als „Kollateralschaden“ hinzunehmen. Bleibt festzuhalten: Die Fahrer erhalten einen, gegenüber dem Verwaltungsbereich, geringeres Gehalt. Müssen Schicht- und Wochenendarbeit verrichten. Müssen stets freundlich zu Fahrgästen sein, auch zu denen der unbequemen Art. Tragen die Verantwortung für das Leben und die Unversehrtheit von ca. 1.000 Personen täglich. Riskiert bei selbstverschuldete Unfälle mit Personenschaden eine Geld- oder sogar Haftstrafe. Haftet für den Verlust seiner Fahrgeldeinnahmen und muss sich ggf. noch mit dem Vorwurf der Unterschlagung von Firmengelder auseinandersetzen. Es kann auch noch etwas vergessen sein, denn die Gesamtverantwortung eines Straßenbahn- oder Busfahrers ist sehr hoch, doch die Verantwortung wird nicht bezahlt. Ein Fahrer ist kein Manager, der eine Firma vor die Wand fahren darf und Tausende in die Arbeitslosigkeit stürzen kann und dafür noch Millionen an Abfindung kassiert.

Es ist also kein Wunder wenn die Öffentlichen Verkehrsbetriebe keine Fahrer mehr bekommen, denn ihre Tätigkeit wird schlicht zu schlecht bezahlt. Vorbei sind die Zeiten im Öffentlichen Dienst wo man nach der Zahl der Kinder bezahlt wurde. Das Gehalt eines Fahrers war zwar schon immer ziemlich niedrig, doch es gab Zulagen. Ein Busfahrer der früher 7 Kinder hatte, bekam bald mehr Kinderzuschlag als Gehalt. Das galt früher übrigens auch für die Verwaltungsangestellten. Zumindest für Kinderreiche lohnte sich früher der Job als Fahrer bei einem Öffentlichen Verkehrsunternehmen. Vielleicht sollten die Öffentlichen Verkehrsunternehmen den Fahrern wieder diverse Zulagen genehmigen, vielleicht wäre das ein Anreiz. Einsparungen sind in den Verwaltungen immer noch leicht möglich. Hier sollte vielleicht auf die ganzen dort herumsitzenden „Selbstdarsteller und Schauspieler“ verzichtet werden und lediglich die wirklich Arbeitenden erhaltenswert bleiben. Auch müsste der Besitzstandsschutz entfallen und nur nach der ausgeübten Tätigkeit mit der tariflich festgelegten Gehaltsstufe das Entgelt erfolgen. Bei den ganzen Vorständen ist einzusparen, soviel „Vorstand“ braucht kein Unternehmen. Politiker sind alle bestens vom Steuerzahler abgesichert, für diese Typen brauchen keine Posten freigehalten werden. Des Weiteren sind Zusammenlegungen von kommunalen Verkehrsbetrieben möglich, dann entfielen sowieso viele Vorstands-, Selbstdarsteller- und Schauspielerposten.

Doch wahrscheinlich schielen die Verkehrsunternehmen auf die neuen Migranten, denn hier stellt sich ein neues Segment für den Billiglohnsektor bereit. Doch ob dann noch der „Qualitätswahnsinn“, den sich viele Verkehrsunternehmen auf die Fahne schrieben, noch haltbar ist, wäre zumindest anzuzweifeln. Zwar ist die Qualität des Öffentlichen Personennahverkehrs nur eine Lüge, doch Politiker und Vorstände glauben aus Unkenntnis daran. Wer Dienstwagen und Chauffeur besitzt, kann den ÖPNV naturgemäß nicht kennen. Wer nie täglich in überfüllten Bussen und Bahnen steht, wer nie täglich an Bahnhöfen und Haltestellen friert und nass wird, der glaubt eben gerne an seine selbst aufgestellte Lüge und Lügen gehört schließlich sowieso zu das Berufsbild eines Politikers.

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