Verwahrentgelt, der neue Namen für die Abzocke der Sparkassen und Banken

So wie die Politik stets für ihre „Schlechtigkeiten“ schöne Namen findet, so praktizieren es auch Sparkassen und Banken. Zum Beispiel der beliebte politische Begriff der „Nachhaltigkeit“ bedeutet nichts anderes als das „gnadenlose Abkassieren“ beim Volk. Sparkassen und Banken erfanden jetzt für die auferlegten „Strafzinsen“ das wohlklingende Wort „Verwahrentgelt“, sodass der sparende Bürger sich freuen soll das die Bank oder Sparkasse sein dort hinterlegtes Geld gegen eine Gebühr sicher verwahrt. Was vor ein paar Jahren noch schier unmöglich erschien ist heute Tatsache; statt zu erhaltender Zinsen kostet das Einlegen Geld.

Banken und Sparkassen geben den EZB Negativzins, derzeit bei 0,5 Prozent, direkt an ihre Kunden weiter. Manche Banken erheben sogar 0,7 bis 1 Prozent „Verwahrentgelt“ und generieren sogar zusätzliche Mehreinnahmen durch die Spareinlagen. Das die Banken bei der EZB allerdings selbst Rabatt erhalten, wird wissentlich verschwiegen. Der Freibetrag für Sparkassen und Banken bei der EZB umfasst die sechsfache Mindestreserve, die eine Bank vorhalten muss.

Mit oder durch Corona hindert der Staat das Volk daran Geld auszugeben. Geschäfte müssen schließen, Reisen sind verboten und Veranstaltungen dürfen nicht besucht werden, somit kommt es unweigerlich zu einem größeren Sparaufkommen. Das nicht ausgegebene Geld bleibt auf Giro- und Tagesgeldkonten und die Banken können es nicht gleich über zusätzliche Kredite ausgeben. Nach den Vorstellungen der EZB sind Gelder jedoch nicht zu parken, sondern sofort über Kredite der Wirtschaft zuzuführen. Dieses EZB Vorhaben über Negativzins zu steuern ist bereits schon vor Corona gescheitert und jetzt bei einer politisch gewollten heruntergefahrenen Wirtschaft schon gar nicht umsetzbar. Die Folge ist, dass immer größere Geldsummen nicht über Kredite den Weg in die Wirtschaft finden, sondern bei der EZB zu parken sind.

Das Geldvermögen der deutschen Haushalte soll derzeit ca. 7,1 Billionen Euro betragen, 40 Prozent davon als Sichteinlagen und Bargeld und die Sparquote beträgt 16 Prozent, so gemäß der DZ Bank. Diese großen Geldsummen veranlassen die Banken ihr „Verwahrentgelt“ immer weiter auszudehnen; waren vor ca. einem Jahr noch Einlegesummen von über 500.000 Euro strafzinsfällig, so sind es heute in der Regel Summen von über 100.000 Euro. Doch es zeichnet sich ab, dass dieser Betrag weiter sinkt. Einige Banken sind bereits Vorläufer und verlangen „Verwahrungsentgelte“ oberhalb 25.000 Euro, 10.000 Euro oder gar 5.000 Euro. Somit erreichen die „Strafzinsen“ auch immer mehr Kleinsparer. Einige Direktbanken versuchen über Kontoführungsgebühren zusätzliche Einnahmen zu generieren, indem sie die kostenlose Kontoführung abschaffen und z.B. für ein Tagesgeldkonto monatlich zwei Euro einbehalten.

Einige Sparer schichten ihre Ersparnisse auf ausländische Banken um, die derzeit auf Festgeld noch bis zu 1 Prozent Zinsen gewähren. Doch dies ist nicht ganz risikolos, denn zwar gilt auch hier die EU Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro, doch das Länderranking ist oftmals niedrig. So ist keinesfalls bei Zahlungsausfall der Bank die staatliche Gewährleistung gesichert. Es sei denn, Deutschland rettet mal wieder mit dem Steuergeld seiner Bürger die ausländischen Banken.

Damit die Sparer den Sparkassen und Banken nicht gänzlich verloren gehen und ihre Ersparnisse unter den Kopfkissen horten, bieten sie ihren Kunden Fonds- und Aktiensparpläne an. Natürlich nicht selbstlos, denn jede Bank oder Sparkasse erhält für den Verkauf von Fonds- und Aktiensparplänen Provisionen. Zunächst fallen für den Anleger Kosten an, z.B. Depot- und Orderkosten. Dann sind Fonds- und Aktiensparpläne nur über einen längeren Zeitraum empfehlenswert, weil Gewinne und Verluste variieren. Einen 70jährigen noch einen Fondsparplan mit 10jähriger Laufzeit zu verkaufen, bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung bei Männern von 79 Jahren und Frauen von 81 Jahren, macht wenig Sinn und grenzt schon an dreister Abzocke durch die Banken. Für jüngere Menschen kann es in einer Negativzinsperiode durchaus empfehlenswert sein, auch wenn nie ganz risikofrei.

Wenn heute noch ein paar deutsche Banken innerhalb der Negativzinsperiode für Tagesgeld 0,10 Prozent und für Festgeld 0,30 Prozent anbieten, benötigen diese Banken frisches Geld für zu vergebende Kredite. Besonders die Autobanken sind hier noch aktiv, die für Leasing- oder Ratenkredite stets Geld benötigen. Fast alle Autos werden heute über Leasing- oder Ratenverträge verkauft und für die Hersteller ist es günstiger über die eigenen Banken zu finanzieren. Brechen jedoch auch hier die Verkaufszahlen ein, so werden für den Sparer ebenfalls in kürzester Zeit die Tages- und Festgeldkonten mit „Verwahrentgelte“ belegt. Anstatt niedriger Zinsen auch hier „Strafzinsen“, wie bei den anderen Banken und Sparkassen bereits üblich.

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