CDU will flexibles Renteneintrittsalter, aber die Renten bleiben trotzdem niedrig

Die CDU hat jetzt einen Rentenentwurf für die Zukunft vorgelegt, indem sie die feste Lebensarbeitszeit abschaffen möchte. Jeder soll selbst bestimmen können, in welchen Lebensalter die Rente angetreten wird. Was im Prinzip bedeutet, dass jemand mit 50, 60, 65, 70, 75 oder 80 Lebensjahren seinen Ruhestand wählen kann. Wobei die untere Altersgrenze noch nicht festgelegt ist, doch sie wird wahrscheinlich nicht unter 60 oder 65 Jahren liegen. Natürlich müssen auch die Beschäftigungsjahre als Grundlage der Rentenhöhe eine Berücksichtigung finden. Dazu müsste das Punktesystem beibehalten bleiben. Heute liegt ein Rentenpunkt bei ca. 35 Euro und würde nach 40 beitragspflichtigen Versicherungsjahren eine durchschnittliche monatliche Bruttorente von ca. 1.400 Euro bedeuten, nach 45 Arbeitsjahren 1.575 Euro, nach 50 Arbeitsjahren 1.750 Euro, nach 55 Arbeitsjahren 1.925 Euro und nach 60 Arbeitsjahren 2.100 Euro. Diese Zahlen beruhen auf dem Eckrentner mit durchschnittlichen Einkommen, bei einem Rentenniveau von 48 Prozent. Wird während den Arbeitsjahren überdurchschnittlich verdient, steigt der Wert des Rentenpunkts entsprechend und damit die monatliche Rentenhöhe. Um heute die vollen Rentenbezüge zu erhalten müssen 45 beitragspflichtige Versicherungsjahre und ein Alter von 63 Jahren und 8 Monate erreicht sein. Das Renteneintrittsalter steigt jährlich um 2 Monate, sodass ab 2029 das Renteneintrittsalter 65 Jahre beträgt. Für alle die keine 45 beitragspflichtige Versicherungsjahre nachweisen können, können derzeit die Rente mit 65 Jahren und 9 Monaten antreten. Auch hier erhöht sich das Renteneintrittsalter jährlich, sodass es 2030 dann 67 Lebensjahre beträgt (am Ende des Artikels sind die Tabellen zu finden). Die Möglichkeit mit 63 Lebensjahren die Rente anzutreten besteht bei beiden Varianten, die Abschläge betragen dann für jeden Monat früheren Rentenbeginn um 0,3 Prozent, was bis zu 14,4 Prozent ausmachen kann.

Besonders gefährlich ist das Rentenniveau, dass die Politik mit Hilfe ihres von SPD/GRÜNEN/CDU 2004 erschaffenen „Nachhaltigkeitsgesetz“ praktisch nach Belieben absenken kann, wenn die Staatsfinanzen es erfordern. Das Rentenniveau bildet das Verhältnis des durchschnittlichen Einkommens während des Arbeitslebens zu der Rente ab. Von 2025 bis 2030 soll nach dem Willen der Politik das Rentenniveau von derzeit 48 Prozent kontinuierlich auf ca. 42 Prozent abgesenkt werden, vielleicht noch tiefer.

Der CDU Rentenvorschlag einer flexiblen Lebensarbeitszeit zielt genau auf die Rentenniveauabsenkung. Den Berufstätigen soll durch die angestrebte Lebensarbeitszeitverlängerung die Möglichkeit gegeben sein, über den späteren Renteneintritt die Rentenniveauabsenkung auszugleichen (siehe Zahlen oben).

Die Rente nach Lebensjahren zu berechnen, wie die Politik es heute macht, ist falsch, es kann nur nach beitragspflichtigen Beschäftigungsjahren und Beitragshöhen erfolgen. Wer früher anfängt zu arbeiten, hat meistens ein schlechter bezahlten Beruf, der oftmals körperlich anstrengend ist. Wer in den späten 40er oder frühen 50er geboren wurde, konnte es bis zu seinem 65. Lebensjahr auf 51 Arbeitsjahre bringen. Heute können es im günstigsten Fall noch 49 Jahre sein. Doch in der Regel erfolgt der Schulabgang heute zwischen 18 und 20 Jahren. Danach erfolgt eine Ausbildung oder ein Studium. Der Arbeitseintritt nach dem Studium liegt im Regelfall zwischen 25 und 30 Lebensjahren. Wer mit 30 erst in das Berufsleben einsteigt, bringt es bis zum 67. Lebensjahr nur auf 37 beitragspflichtige Versicherungsjahre. Doch wegen den höheren Gehältern bei Akademikern (höhere Beitragszahlungen) ist die Rente nach 37 Jahren höher als bei einem Arbeiter nach 45 Beschäftigungsjahren. Jedoch nicht das Verhältnis Gehalt zur Rente, dies ist bei dem Arbeiter höher als bei dem Akademiker. Um diese Lücke des Verhältnisses zu schließen, ermöglicht der CDU Rentenvorschlag es dem Akademiker länger zu arbeiten. Natürlich auch dem Arbeiter, wenn er es will und kann.

Trotzdem ist der CDU Vorschlag nicht gut, denn das gesamte deutsche Rentensystem ist falsch. Solange Beamte, Freiberufler, Selbständige, Besserverdienende und Politiker nicht in das Rentensystem eingegliedert werden, ist alles Müll was Politiker vorschlagen. Gerade SPD Schröder und die GRÜNEN haben den größten Fehler begangen und Gelder der Rentenversicherung entzogen und den privaten Versicherungsgesellschaften zugewiesen. Ihre zusätzliche Risterrente war ein Flop und heute bei Negativzins überhaupt nicht mehr anwendbar. Man hätte in Deutschland das österreichische Rentensystem einführen sollen, dort zahlen alle in die Rentenversicherung ein und das Rentenniveau liegt bei 80 Prozent. Dafür hat Deutschland ein Rentenniveau von 48 Prozent, doch bei den Beamten liegt es bei ca. 75 Prozent und das ohne Einzahlungen in die Rentenversicherung. Wer es genauer wissen möchte, kann dazu den Artikel „Die monatliche Beamtenpension ist 3x so hoch als die monatliche Durchschnittsrente“ lesen.

Natürlich musste sich zu dem CDU Rentenvorschlag gleich die SPD Co Vorsitzende Esken melden, eine Frau die wie ihre GRÜNEN Kolleginnen stets ihren Senf zu alles geben muss, aber zu kaum einem Thema das geringste Wissen besitzt. Frau Esken ist eine Frau die ca. 24.000 Euro (10.000 Euro Diäten, 5.000 Euro steuerfreie Aufwandsentschädigung, 9.000 Euro Vorsitzendengehalt) monatlich vom Steuerzahler geschenkt bekommt. Als weisen Spruch sagte Frau Esken: „Mit dem Rentenkonzept der CDU werden die Corona-Helden von heute zu Almosenempfängern von morgen.“ Und weiter: „Eine noch längere Lebensarbeitszeit würde für viele zu noch schmerzhafteren Rentenkürzungen führen. Diese neuerdings als systemrelevant erkannten Erwerbstätigen bräuchten eine gesetzliche Rente, von der man leben kann. Eine Aushöhlung der Alterssicherung wird es mit uns nicht geben“. Ja Frau Esken, dann fragen Sie doch mal bitte bei Ihren Parteikollegen und GRÜNEN Freundinnen nach, wer das Rentenniveau so stark abgesenkt hat, das Nachhaltigkeitsgesetz erschuf und prekäre Arbeitsverhältnisse einführte, wobei die Renteneinzahlungen so niedrig sind, dass es nicht für auskömmliche Renten reichen kann. Weiter fragen Sie bitte, warum Ihre Partei, die SPD als angeblich sozial, nicht das österreichische Rentenmodell übernommen hat, wo Politiker, Beamte, Freiberufler, Selbstständige und Besserverdienende in die Rentenkasse einzahlen und dafür ein allgemeines Rentenniveau von 80 Prozent erhalten? In Österreich gibt es mit dem dortigen Rentensystem keine Altersarmut. Nicht immer nur Bullshit reden, sondern das Kind beim Namen nennen und erst mal darlegen was Ihre Partei so alles verzapft hat und dann vernünftige Vorschläge einbringen, wie ein durch politische Fehler total verkorkstes System für alle auskömmliche Renten beschert. Aber reden ohne wissen, scheint heute eine politische Spezialität zu sein.

Renteneintrittsalter für besonders langjährig Versicherte

Geburtsjahr Renteneintrittsalter
vor 1953 63 Jahre
1953 63 Jahre, 2 Monate
1954 63 Jahre, 4 Monate
1955 63 Jahre, 6 Monate
1956 63 Jahre, 8 Monate
1957 63 Jahre, 10 Monate
1958 64 Jahre
1959 64 Jahre, 2 Monate
1960 64 Jahre, 4 Monate
1961 64 Jahre, 6 Monate
1962 64 Jahre, 8 Monate
1963 64 Jahre, 10 Monate
ab 1964 65 Jahre

Renteneintrittsalter für Regelaltersrente

Geburtsjahr Renteneintrittsalter
vor 1947 65 Jahre
1947 65 Jahre, 1 Monat
1948 65 Jahre, 2 Monate
1949 65 Jahre, 3 Monate
1950 65 Jahre, 4 Monate
1951 65 Jahre, 5 Monate
1952 65 Jahre, 6 Monate
1953 65 Jahre, 7 Monate
1954 65 Jahre, 8 Monate
1955 65 Jahre, 9 Monate
1956 65 Jahre, 10 Monate
1957 65 Jahre, 11 Monate
1958 66 Jahre
1959 66 Jahre, 2 Monate
1960 66 Jahre, 4 Monate
1961 66 Jahre, 6 Monate
1962 66 Jahre, 8 Monate
1963 66 Jahre, 10 Monate
ab 1964 67 Jahre
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