Sind Reichsflaggen vor einem „Reichstag“ ein Aufreger?

Von Gastautor Albrecht Künstle

– Warum ist man trotz seiner Geschichte stolz auf den Reichstag?

– Gedanken zu dem „Skandal“, der vielleicht gar keiner ist

Jetzt haben wir den Salat.“ Flaggen vor dem Bundestag, deren Haltbarkeitsdatum längst abgelaufen ist. Da tauchten doch tatsächlich schwarz-weiß-rote Reichsflaggen auf. Das waren die Farben des Kaiserreichs, aber nicht nur. In der Weimarer Republik des Deutschen Reichs wurde zwar wie einst schwarz-rot-gold beflaggt, welche von der 1848er-Revolution bis 1871 Staatsflagge war. Dann im Kaiserreich wurde Gold wieder durch Weiß ersetzt. Diese Flagge galt auch nach 1918 noch bis 1933 als deutsche Handelsflagge. Hitlerdeutschland behielt die Farbkombination bei, das Hakenkreuz schwarz auf weißem Grund, Hauptfarbe Sozi-Rot.

Ab 1945 galten dann endlich wieder die Farben der im vorigen Jahrhundert erstrittenen Freiheit, schwarz-rot-gold, ab 1949 in beiden deutschen Staaten. Nur waren beide Länder zusammen deutlich kleiner als zuvor Hakenkreuzdeutschland. Und die beiden deutschen Flaggen wehten weit entfernt voneinander an den Regierungsgebäuden in Ost-Berlin und Bonn.

Wer wollte nach der Deutschen Einigung 1990 unbedingt wieder nach Berlin? Bonn befindet sich im Gesamtdeutschland zentraler als Berlin, das im Osten am äußersten Rand der Republik liegt. Trotzdem zog der Reichstag – sorry, Bundestag – 1999 in den „Reichstag“ nach Berlin um, kostete es was es wollte. Die Euphorie der bundesdeutschen Siegermacht war so groß, dass sie die Ex-DDR nicht Ostdeutschland nannten, sondern „neue Länder“ oder „Mitteldeutschland“! Mitteldeutschland, weil Ostdeutschland in Polen liegt? Noch heute heißt der Staatssender MDR – Mittel-Deutscher Rundfunk, nicht Ost-Deutscher. Wer waren und sind die Revanchisten?

Was aber besonders befremdlich ist: Statt das neue Parlamentsgebäude einfach Bundestag zu nennen, behielt man den Namen Reichstag bei, als ob dieses Gebäude nicht die bekannte unrühmliche Rolle Deutschlands spielte. 1882 ausgeschrieben an „Architekten deutscher Zunge“, zersprang bei der Grundsteinlegung durch Kaiser Wilhelm I. das symbolische Werkzeug – ein böses Omen. 1894 wurde der Reichstag fertiggestellt und fast 40 Jahre zweckgemäß genutzt. 1933 ließen ihn die Nationalsozialisten anzünden, 96 Abgeordnete ermordet und der Reichstag nur noch als Agitationsbühne benutzt. Im Krieg wurde er als Lazarett genutzt und schließlich als Luftschutzkeller.

Am 2. Mai 1945 setzten die Sowjets ihre Rote Fahne aufs Dach des Reichstags. Insgesamt kein Ruhmesblatt für die Deutsche Geschichte. Trotzdem wurde der Name Reichstag beibehalten, obwohl in anderen Bereichen wahre Orgien von Namensänderungen stattfinden. Und jetzt wundern sich einige Herrschaften, samt ihrer Medien, dass Ewiggestrige mit der Reichsflagge am Reichstag aufmarschieren? Oder befürchteten die Flaggenträger etwa, dass ihnen eine schwarz-rot-goldene Fahne aus der Hand gerissen und zu Boden geworfen werde, wie das die Hausherrin Merkel schon einmal mit unserer Freiheitsfahne tat?

Sarkasmus beiseite. Wer im Reichstag-Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Und noch eins: Am Reichstag waren nicht nur schwarz-weiß-rote Fahnen zu sehen. Das Titelbild unserer Regionalzeitung ziert ein buntes Fahnenmeer aus vielen Ländern bis hin zur USA, nur eine einzige Reichsflagge. Zu sehen war im Fernsehen aber auch eine blutig Rote: Diesmal nicht von der Roten Armee, sondern die der Türkei! Wer waren diese Fahnenträger? Geht es Erdogan mit der Forderung nach fünf Kindern in türkischen Familien statt drei nicht schnell genug? Sollen nicht nur griechische Inseln, sondern auch das Bundestagsgebäude von außen gekapert werden? Drinnen im Bundestag haben sie sich ja schon breit gemacht. Seit Jahren schleust der Sultan vom Bosporus seine Vasallen in Deutschland und über seine Moscheen ein. Und nun standen sie auf der Treppe des Deutschen Bundestages. Jetzt wurde noch bekannt, dass Erdogan auch Hamas-Funktionäre mit türkischen Pässen versorgt, um so auch auf diesem Weg seine trojanischen Pferde in Europa zu platzieren, was am einfachsten über Deutschland möglich ist.

Noch ein Wort zur „Eskalation“ am Eingang des Reichstags. Die drei Polizisten, einer ohne Helm, taten ihren Job gut, wie man das erwarten darf. Aber der Dank durch den Bundespräsidenten hätte nicht nur ihnen gebührt, sondern auch den aufgebrachten Demonstranten – sie ließen die paar Polizisten unverletzt. Wären diese der Antifa gegenübergestanden, wären sie überrannt worden und Herr Steinmeier hätte die drei Männer im Krankenhaus oder der Leichenhalle besuchen können.

Wo bleibt ihr denn mit solchen Fragestellungen und Kommentaren, ihr hoch dotierten Chef-Empörer und Möchtegern-Journalisten? Ihr habt doch nur noch das Eurozeichen in den Pupillen und das farbige Corona-Zeichen im Hirn. Schämt euch!

Zur Entkrampfung der Debatte noch eine Realsatire: Genosse Lehrer fragt seine Schüler nach der Symbolik der DDR-Flagge. Sachkundig antworten ihm diese, der Hammer steht für die Arbeiterklasse. Ein anderer, die Bauernklasse findet sich im Ährenkranz. Der nächste, und mein Papa gehört zur Intelligenz, für ihn ist der Zirkel im Wappen. „Und wo findet sich meine Tante, die ist FDJ-Sekretärin“, fragt eine? Antwortet der Lehrer: Sieh mal da oben im Zirkel die NIETE – die alles zusammenhält!

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.