Das Konzert der Blockflöten, wie einst in der DDR…

Von Wolfgang Schlichting – Publizist + Buchautor

Konzert für Blockflöten, so nannte das Volk die Zwergenparteien, die in der ehemaligen DDR zwecks Vortäuschung einer demokratischen Staatsform ge- und missbraucht wurden und von deren Mitgliedern auch ein paar in der Volkskammer (Bundestag der DDR) ohne Einflussnahme auf die Politik herum lungern durften, weil es ein Bündnis zwischen der SED und den „Blockflöten“ gab, nach dessen Statuten die SED von den „Blockflöten“ politisch unterstützt wurde.

Die ostdeutsche „Blockflöte“ CDU, die 1990 über ein Parteivermögen von ca. 20 Millionen DM verfügte, zahlte an das westdeutsche Staatsorchester CDU/CSU einen Betrag in Höhe von 12 Millionen DM, um in dem nunmehr gesamtdeutschen Staatsorchester mitspielen zu dürfen, die restlichen 8 Millionen durften die Filialen der Bundes CDU in den neuen Bundesländern unter sich aufteilen. Aufgrund der Höhe des Beitrittsgeldes sah man in der Bundes CDU darüber hinweg, dass von 163 Abgeordneten 35 Mitglieder (21,5%) ehrenamtlich für das Ministerium für Staatssicherheit (21,5%) gespitzelt hatten und dass nicht wenige neue Mitglieder vorher in der Staatspartei SED in gehobenen Positionen tätig waren, hierzu gehörten:

Josef Durhäc, ehemaliger Ministerpräsident von Thüringen
Christine Lieberknecht, ehemalige Ministerpräsidentin von Thüringen
Stanislaw Tillich, ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen
Swend Gunnar Kirmes, Alterspräsident von Sachsen
Bernd Merwitz, Polizeipräsident in Leipzig mit CDU Direktmandat
Reiner Haselhoff, Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt

Die Aufzählung könnte noch beliebig verlängert werden, Fakt ist, dass sehr viele Politiker der SED Nachfolgerin LINKE und der Ost CDU früher als SED Genossen mit regiert haben und es heute wieder tun. Das von Frau Merkel angeordnete Schattenboxen „CDU gegen LINKE“ ist für ostdeutsche Insider einfach nur lächerlich, zumal Frau Merkel sich aus dem ehemaligen SED Verbund ausgrenzen will, obwohl sie selbst in ihrer Funktion als FDJ Funktionärin in der Abteilung „Agitation und Propaganda“ des Ministerium für Staatssicherheit (im Volksmund als „STASI“ bezeichnet) tätig war. Wenn sie sich tatsächlich nicht dazugehörig fühlen würde, hätte sie den ehemaligen SED Genossen Ramelow nicht angerufen um mit ihm darüber zu diskutieren, wie man ihn trotz aller Queren in Thüringen zum Ministerpräsidenten machen kann.

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